LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 38

EZ/OZ 231/7

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Klimaschutz

Betreff:
Biologische Lebensmittel in Landesküchen

 

zu:
EZ 231/1, Anhebung des Anteils an biologischen Lebensmitteln in Landesküchen (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Klimaschutz" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 16.03.2021 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Abteilung 2 Zentrale Dienste

Der Abteilung 2 obliegt keine Zuständigkeit für die Beschaffung von Lebensmittel in Landesküchen, mit Lebensmittelprodukten ist die A2 nur mittelbar und im geringen Umfang, nämlich als für die Aufstellung der Snack- und Getränkeautomaten zuständige Abteilung befasst. Bereits auf Basis des aktuellen Betreibervertrages wird darauf geachtet, dass die in den Automaten angebotene Frischware von regionalen Lieferanten stammt, bei den Heißgetränkeautomaten ist bereits seit Jahren wahlweise Fair Trade Kaffee erhältlich. Im Zuge der voraussichtlich in diesem Jahr vorgenommenen Neuausschreibung des Snack- und Getränkeautomatenbetriebes in den Dienststellen der Landesverwaltung wird den Kriterien Nachhaltigkeit sowie Klimaschutz und damit auch regionalen sowie biologischen Produkten auf Basis der aktuellen Erkenntnisse und des vorhandenen Marktpotentials weiterhin ein vorrangiger Stellenwert eingeräumt.

Abteilung 6 Bildung und Gesellschaft

In den in der Abteilung 6, Fachabteilung Gesellschaft als nachgeordnete Dienststellen geführten Jugend(sport)häusern des Landes Steiermark, das sind die Jugendsporthäuser Schladming und Eisenerz sowie die Jugendhäuser Arnfels, Graz, Plüddemanngasse und Graz, Schießstattgasse, wird in der Beschaffung von Lebensmitteln bestmöglich und im Rahmen der budgetären Möglichkeiten auf den Einsatz von Bio-Produkten, die möglichst saisonal und regional sind, geachtet.

Um einerseits den Anteil von biologischen, regionalen und saisonalen Lebensmitten in der Verpflegung der Jugend(sport)häuser im Sinne des in der gegenständlichen Anfrage zitierten Landtagsbeschlusses zu erhöhen und andererseits den Jugendlichen ein gesundheitsförderliches Verpflegungsangebot während ihrer Ausbildungszeit zu bieten, wurde im November 2019 unter fachlicher Begleitung des Gesundheitsfonds Steiermark das Projekt „Bioküche“ initiiert und damit die bisherigen diesbezüglichen Bestrebungen der Abteilung 6, Fachabteilung Gesellschaft forciert. Das Projekt stellt auch einen Beitrag zur Umsetzung des Aktionsplans 2019-2021 zur Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 dar.

Zu der unter Punkt 1 des gegenständlichen Antrags erhobenen Forderung, den Einsatz von biologischen Lebensmitteln in landeseigenen Einrichtungen verbindlich und umgehend auf mindestens 25 % der Produkte zu erhöhen, kann unter Bezugnahme auf die Ergebnisse einer ersten Bestandserhebung im Rahmen des Projektes „Bioküche“ festgestellt werden, dass die Jugend(sport)häuser auf eine klimafreundliche Beschaffung von heimischen Lebensmitteln achten und bestrebt sind, den Bioanteil auf mindestens 25 % des Wareneinsatzes, wie in den „Steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung“ vorgesehen, bis Ende der Projektlaufzeit zu erfüllen. Derzeit liegt der Gesamtanteil von biozertifizierten Lebensmitteln über alle Jugend(sport)häuser hinweg zwischen 15 und 30 %, wobei der biologische bzw. biozertifizierte Einkauf vor allem Milch- und Joghurtprodukte, Fleisch, Kernöl, Säfte, Gemüse, Obst, Getreideprodukte, Teigwaren und Eier betrifft.

Die festgestellte Schwankungsbreite zwischen den Dienststellen war unter anderem mit ein Grund für die Initiierung des Projektes, das darauf abzielt, den Einsatz biologischer Lebensmittel systematisch anzuheben und über alle Jugend(sport)häuser hinweg möglichst gleich zu verteilen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass das Projekt auch Bewusstseinsbildungs- bzw. Schulungsmaßnahmen für alle Beteiligten (Bedienstete der Jugend(sport)häuser, Schülerinnen und Schüler sowie deren Erziehungsberechtigte) sowie die Erarbeitung von unterstützenden Tools bzw Checklisten und die Einbeziehung für die Umsetzung relevanter Institutionen umfasst, um eine Grundlage für eine langfristige Implementierung zu schaffen.

Eine weitere Erhöhung des Bio-Lebensmittel-Anteiles sowie des Einsatzes regionaler und saisonaler Produkte wird im Sinne der im Antrag gestellten Forderungen sowie der Sicherstellung einer nachhaltigen und gesunden Ernährung für die in den Jugend(sport)häusern des Landes Steiermark untergebrachten jungen Menschen angestrebt, ist jedoch vor dem Hintergrund dessen, dass biozertifizierte Produkte (nach wie vor) teurer als konventionell produzierte Lebensmittel sind und insbesondere durch den budgetären Rahmen, der auch einnahmenseitig durch sehr günstige Konditionen für die in den Jugend(sport)häusern untergebrachten Schülerinnen und Schüler gekennzeichnet ist, begrenzt. Damit stellt die unter Punkt 2 formulierte Zielsetzung einer Erhöhung des Anteils auf 50 % innerhalb von drei Jahren ein anzustrebendes, jedoch sehr ambitioniertes Ziel dar, das die Sicherstellung der dafür erforderlichen budgetären Rahmenbedingungen voraussetzt.

Abteilung 8 Gesundheit, Pflege und Wissenschaft

Die von der Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) eingeholte Stellungnahme stellt sich wie folgt dar:

Die KAGes als 100 % Tochter des Landes könnte selbstverständlich per Gesetz (bundesgesetzliche Regelung) verpflichtet werden, eine solche Vorgehensweise bei der Beschaffung von (Bio)Lebensmittel umzusetzen. Des Weiteren wäre es grundsätzlich möglich, dass durch einen Gesellschafterbeschluss des Landes die KAGes als landeseigene Einrichtung zu dieser Maßnahme verpflichtet wird.

Aus guten Gründen werden aber normative Maßnahmen nicht gesetzt, da ihre Umsetzung kaum möglich ist und anderen wesentlichen normativen Vorgaben einer guten wirtschaftlichen Gebarung widersprechen könnten. Selbstverständlich bekennt sich aber auch die KAGes zu den Intentionen des Antrages der Abgeordneten und hat in ihrer Klimastrategie (Klima und Energiestrategie „Pro Klima“) festgelegt, dass bis zum Jahr 2025 der Anteil regional beschaffter Lebensmittel auf 80 % zu steigern ist und der Anteil von Biolebensmittel auf 30 %.

Zu diesem Ziel ist festzuhalten, dass der Anteil an regional bezogener Frischware diesen Wert von 80 % bereits erreicht. Diese Ziele sind auch bei gegebenen Standards mit den Vorgaben und Erfordernissen einer gesicherten Lebensmittelversorgung in Krankenanstalten gut in Einklang zu bringen.

Dazu ist auszuführen, dass insbesondere bei Biolebensmitteln die kleinstrukturierte Produktionsweise von Biolebensmittelanbieterinnen sowie -anbietern dazu führt, dass nur selten Produzentinnen und Produzenten in der Lage sind, die KAGes bzw. KAGes-Einrichtungen ausreichend zu versorgen. Eine nur punktuelle Versorgung mit z.B. erntefrischer Ware ist für die notwendige gesicherte Planung der Lebensmittelversorgung unzureichend, da nicht nur die entsprechenden Mengen, sondern auch die Liefertreue und Lieferpünktlichkeit maßgebliche Voraussetzungen für eine geregelte Lebensmittelversorgung sind.

Zudem erschweren Umstände, die beim biologischen Anbau in der Regel gegeben sind, die Versorgung von Krankenanstalten. Krankenanstaltenküchen, als Großküchen, haben andere Arbeitsprozesse umzusetzen, um mit den gegebenen Ressourcen das gewünschte Ergebnis, nämlich eine qualitativ gute und diätisch sinnvolle Lebensmittelversorgung für Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter und Patientinnen bzw. Patienten, sicherzustellen.

So sind auch in den KAGes-Einrichtungen die Personal- und Raumressourcen in den letzten Jahren deutlich angepasst worden und werden zunehmend Arbeiten, die bis dahin von KAGes-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern in der Küche selbst erledigt wurden (z.B. Zuschneiden von Kartoffeln, Karotten, etc.), aus wirtschaftlichen Gründen oftmals ausgelagert. Das heißt, die Ware muss bereits geputzt sowie zugeschnitten in die KAGes-Küchen zum geforderten Zeitpunkt in der geforderten Qualität und Menge angeliefert werden, um überhaupt in den Verarbeitungsprozess integriert werden zu können.

Das können in der Regel Bioanbieterinnen und -anbieter aus nicht weiter auszuführenden Gründen selten leisten, wodurch sie als Lieferantinnen und Lieferanten für KAGes-Krankenanstalten nur in begrenztem Ausmaß in Frage kommen.

Leider sind Bioanbieterinnen und -anbieter derzeit noch nicht in der Lage, in sinnvollen organisatorischen Strukturen Produzentinnen- und Produzentengemeinschaften zu gründen, um diesen eklatanten Mangel zu beheben und sich so als Lieferantinnen sowie Lieferanten für die steirischen Krankenanstalten besser zu qualifizieren.

Dies trifft in geringerem Maße auch auf konventionell produzierende Landwirtinnen und Landwirte zu, jedoch hat unter der Ägide der Landwirtschaftskammer derzeit ein Projekt begonnen, das gerade diesem Aspekt Rechnung trägt und sollen auf regionaler Ebene konventionell produzierende Landwirtinnen und Landwirte in „quasi Produzentinnen- und Produzentengemeinschaften“ zusammengeschlossen werden, die dann regionale Krankenanstalten gesichert versorgen können. Dieses Projekt sollte bereits 2020 zu laufen beginnen und könnte Pilot für weitere derartige regionale Versorgungskonzepte sein.

Auszuführen ist, dass die KAGes-Krankenanstalten bereits jetzt z.B. im Bereich der Fleisch- und Wurstversorgung aufgrund der gegebenen vertraglichen Situation Biofleisch ankaufen könnten – dies wird jedoch nur zum Teil umgesetzt, da die Liefertreue aufgrund der in der Regel beschränkten Anliefermengen durch Bioanbieterinnen und -anbieter nicht gewährleistet werden kann und somit eine geregelte Versorgung der KAGes-Einrichtungen nicht möglich ist.

Auch hier sind Bemühungen mit einem großen österreichischen Schlachtbetrieb im Gange, der eine Vielzahl an Biolandwirtinnen und -landwirten an sich gebunden hat, eine Versorgungsschiene zu bestimmten KAGes-Krankenanstalten aufzubauen, um solcherart einen gesicherten Bioanteil an Frischfleisch in den KAGes-Einrichtungen zu gewährleisten.

Aus diesem Grund sind die Anträge, umgehend einen Biolebensmittelanteil von 25 % in den KAGes-Einrichtungen zu fordern bzw. normativ vorzugeben und diesen binnen 3 Jahren auf einen Anteil von 50 % anzuheben, als nicht zielführend zu qualifizieren.

Abteilung 10 Land- und Forstwirtschaft

In allen der Abteilung 10 zugeordneten Bereichen werden in einem Höchstmaß regionale und saisonale Lebensmittel verwendet. Dazu zählen im Besonderen die landwirtschaftlichen Fachschulen, das Bildungshaus St. Martin sowie die Versuchs- und Forschungseinrichtungen. Im Rahmen dieser Gemeinschaftsverpflegung werden allein in der Abteilung 10 täglich bis zu 4.000 Personen mit klimafreundlichen, regionalen und saisonalen Lebensmitteln versorgt. Auch auf die Verwendung von Bio-Produkten wird ein großes Augenmerk gelegt. Im ggst. Antrag wird ausgeführt, dass der gewünschte Anteil biologischer Lebensmittel in der Abteilung 10 bereits erfüllt wird. An einer Erhöhung dieses Anteils wird insbesondere innerhalb des „Lebensressorts“ weitergearbeitet.

So wurde im Zuge der letzten Landes-Agrarreferentenkonferenz am 04.06.2020 unter anderem beschlossen, die Bundesregierung zu ersuchen, gemeinsam mit den Bundesländern ein einheitliches Vorgehen bei den Vergabebestimmungen im Bereich der Lebensmittelbeschaffung zu vereinbaren. Dazu soll ein Aktionsplan „Österreich isst regional“ in der öffentlichen Beschaffung entwickelt und vorgelegt werden. Dafür wird die Umsetzung eines Projekts des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, der Länder und der Bundesbeschaffungsagentur sowie dessen gemeinsame Finanzierung durch Bund und Land angestrebt.

Darüber hinaus wurde die Bundesregierung, insbesondere die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie ersucht, in Absprache mit der Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus sowie den Bundesländern die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um eine Steigerung der Beschaffung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln in öffentlichen Einrichtungen des Bundes sowie der Länder entsprechend dem Regierungsprogramm umzusetzen.

Diese Aufforderung wurde dem Ministerrat am 24.06.2020 zur Kenntnis gebracht.

Abteilung 11 Soziales, Arbeit und Integration

Die Abteilung 11 ist Trägerin der Sozialen Betriebe des Landes Steiermark und damit für das Ausbildungs- und Kompetenzzentrum Andritz, das Förderzentrum für Hör- und Sprachbildung, für die Landessonderschule/Hort Hirtenkloster, Aufwind - Das Zentrum für Wohnen und Ausbildung, das Lehrausbildungszentrum Hartberg sowie das Heilpädagogische Zentrum zuständig.

Mit Ausnahme des Heilpädagogischen Zentrums und der Landessonderschule/Hort Hirtenkloster, bei deren Verpflegung durch externe Anbieterinnen und Anbieter kein direkter Einfluss auf die Verwendung von Bioprodukten besteht, werden in allen anderen Einrichtungen so genannte eigene „Lehrküchen“ im Rahmen von Lehrausbildungen betrieben. Zur Beantwortung der gegenständlichen Fragen wurden von diesen Einrichtungen aktualisierte Stellungnahmen eingeholt, die wie folgt nachstehend zusammengefasst werden:

Aufwind - Das Zentrum für Wohnen und Ausbildung

„Aufwind“ ist ein zu 100 % bio-zertifizierter Betrieb und wird von der Austria Bio Garantie zumindest zwei Mal im Jahr kontrolliert. „Aufwind“ bezog im Jahr 2019 Lebensmittel aus biologischer und regionaler Landwirtschaft im Ausmaß von ca. 90 % des Einkaufvolumens. Exemplarisch darf darauf hingewiesen werden, dass Rindfleisch zur Gänze von regionalen Bauern ab Hof gekauft wird. In Ausnahmefällen handelt es sich dabei auch um nicht explizites Bio-Fleisch, weil nicht alle landwirtschaftlichen Betriebe eine entsprechende Zertifizierung haben. Auch Äpfel und anderes Obst wie Erdbeeren und Zwetschken werden saisonal sowie regional bei Produzenten ab Hof gekauft, um damit die regionale Wertschöpfung zu steigern und den so genannten ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu gestalten.

Meeresfisch wird ausschließlich aus nachhaltiger Fischerei bezogen, die die Kriterien des Gütesiegels MSC für nachhaltige Fischerei erfüllt. Kaffee, Kakao und ähnliche Produkte werden in Bio-Qualität und Fair Trade gekauft.

Lehrausbildungszentrum Hartberg

Der regionale Einkauf beträgt aktuell ca. 70 %, der Bio-Anteil ca. 19 %, der Einkauf im Großhandel ca. 10 %. Die regionalen Produkte sind vorwiegend Bauernhof Bio-Eier, Bio-Gemüse und Bio-Obst. Die eigene Gärtnerei liefert zusätzlich saisonbedingt eigenes Bio-Gemüse, eine lokale Getreidemühle Bio-Mehl und Bio-Mahlprodukte, eine Ölmühle Frittier- und Bio-Öle, die Biosphäre Bio-Gewürze, ein Bauernhof Direktmilch, eine Hofmolkerei Milchprodukte und Kernöl, ein lokaler Fleischhacker Fleisch und Wurstwaren, eine Bäckerei Brot und Backwaren, ein Teigwarenhersteller liefert beispielsweise die Waren aus gentechnikfreien Freilandeiern.

Das Lehrausbildungszentrum Hartberg wird auch weiterhin bemüht sein, den Einkauf von Bio- bzw. regionalen Produkten unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verantwortung und der vorhandenen finanziellen Mittel zu steigern.

Ausbildungs- und Kompetenzzentrum Andritz

Seit dem Jahre 2001 wird im Ausbildungs- und Kompetenzzentrum Andritz ein hohes Augenmerk auf Regional- und Bioprodukte gelegt.

Milchprodukte, aber auch Eier, Käse, Schinken sowie Wurstprodukte, Rindfleisch (zum Beispiel Hochlandrindfleisch), Geflügelfleisch, Wild- und Fischprodukte, Getreide- und getreideähnliche Produkte, Obst, Kräuter und Gemüse werden für das Ausbildungszentrum des Landes Steiermark in Andritz aus biologischen Anbaugebieten und nach Möglichkeit nur regional angekauft. Der Anteil solcher Produkte beträgt rund 25 %. Weiter bemüht sich die Lehrküche, je nach Jahreszeit, Gemüse, Kräuter und Obst aus der betriebseigenen Gärtnerei zu verwenden.

Aktuell verteilt sich der Anteil von Bioprodukten wie folgt:

Teigwaren               70% vom ges. Einkauf

Getreide, Mehle      60% vom ges. Einkauf

Eier                         100% vom ges. Einkauf

Frischgemüse          30% vom ges. Einkauf

Fleisch                    60% vom ges. Einkauf

Gewürze                 10% vom ges. Einkauf

Reis                        50% vom ges. Einkauf

Obst                        90% vom ges. Einkauf

Öle, Essige              80% vom ges. Einkauf

Milchprodukte        20% vom ges. Einkauf

Förderzentrum für Hör- und Sprachbildung, Graz

Derzeit beträgt aktuell der Anteil im gesamten Wareneinkauf an biologisch zertifizierten Produkten 19 %. Das Förderzentrum setzt dabei weiters auf regionale Lieferantinnen sowie Lieferanten und im Rahmen des vorhandenen Lebensmittelbudgets wird so nachhaltig wie möglich eingekauft. Das Förderzentrum für Hör- und Sprachbildung hat sich gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelbeschaffung als Handlungsprinzip für eine gute Küchenführung und nachhaltige Lehrlingsausbildung gesetzt.

Der Anteil an Lebensmitteln, die von regionalen landwirtschaftlichen Anbieterinnen sowie Anbietern stammen und nicht explizit biozertifiziert sind, liegt deutlich höher. Die Umstellung auf absoluten Verzicht von Fertigprodukten und ein möglichst hoher Anteil an Grundprodukten (Kartoffeln, Eier, Bohnen) von regionalen, landwirtschaftlichen Erzeugerinnen und Erzeugern werden angestrebt.

Da Gemüse, Teigwaren, Eier etc. bei regionalen aber nicht bio-zertifizierten Produzentinnen und Produzenten bestellt werden, wäre eine Steigerung des Bio-Anteils auch damit verbunden, nicht mehr unbedingt bei regionalen Produzentinnen und Produzenten zu bestellen, sondern bei der Firma BIOGAST als Großlieferantin. Dies deshalb, weil regionale Bioproduzentinnen und -produzenten nur nach langen Vorlaufzeiten die entsprechenden Mengen liefern können. Das Sortiment von BIOGAST besteht aus bio-zertifizierten Produkten aus ganz Europa, teilweise auch internationaler Herkunft.

Die Abteilung 11 unterstützt weiterhin alle Bemühungen der genannten Einrichtungen, einen möglichst hohen Anteil an bio-zertifizierten, regionalen und saisonalen Produkten anzustreben.

Zusätzlich darf seitens der Abteilung 11 mitgeteilt werden, dass beabsichtigt ist, neue „diverse Lebensmittelkataloge“ im Rahmen der zentralen Beschaffungsunterstützung für die meistverwendeten Produkte der 4 Einrichtungen zu erstellen, die den Küchenleiterinnen und Küchenleitern der o.a. sozialen Betrieben ermöglicht, die Herkunft der Produkte, die Preise sowie mögliche Lieferantinnen und Lieferanten für biologische, regionale oder zumindest österreichische Waren zu vergleichen.

Abteilung 15 Energie, Wohnbau, Technik

Die Steiermärkische Landesregierung hat am 16.11.2017 die Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 (KESS 2030) beschlossen. Darin wird der strategische Rahmen festgelegt, wie die Steiermark den internationalen und nationalen Verpflichtungen in der Energie- und Klimapolitik nachkommen will. Mit der steirischen Formel (Senkung der Treibhausgasemissionen um 36 %, Steigerung der Energieeffizienz um 30 %, Anhebung des Anteils Erneuerbarer Energieträger auf 40 % sowie leistbare Energie und Versorgungssicherheit) werden die anspruchsvollen Ziele bis 2030 konkretisiert.

Am 08.08.2019 wurde von der Steiermärkischen Landesregierung ein dreijähriger abteilungsübergreifender Aktionsplan beschlossen. Insgesamt sollen von 2019 bis 2021 109 konkrete Klima- und Energiemaßnahmen zur Umsetzung gebracht werden. In dieser Periode werden konkrete Schritte gesetzt, um das Land Steiermark als Vorzeigeregion für Energie zu etablieren, die Energieeffizienz an die erste Stelle zu stellen, den Ausbau der erneuerbaren Energie voranzutreiben und durch enge Kooperationen mit Gemeinden die Bevölkerung noch stärker bei der Umsetzung von Klima- und Energiemaßnahmen zu unterstützen.

In der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 ist im Kapitel Land- und Forstwirtschaft das übergeordnete Ziel „L1: Eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung forcieren und die Gesamtemissionen unter Beachtung tierfreundlicher Haltung zu stabilisieren“ festgeschrieben. Ein Maßnahmenbündel für die Umsetzung dieses Zieles ist „L1.3 Biolandbau ausweiten“. Dort heißt es: „Durch den Zuwachs an Bioflächen und deren umweltschonende Bewirtschaftungsweise sind weitere Einsparungen von mineralischem Stickstoff-Dünger zu erreichen. In diesem Zusammenhang ist eine verstärkte Förderung des Biolandbaus sinnvoll, um Landwirten und Landwirtinnen Anreize zur Umstellung zu geben.“

Darüber hinaus wurde auch im Kapitel „Vorbildfunktion öffentlicher Bereich“ mit der Formulierung der Maßnahmenbündel „V.3.2 Klimafreundliches und energieeffizientes Beschaffungswesen verankern und bestehende Angebote und Systeme nutzen“ sowie „V4.2 Regionale und globale Fairness stärken“ diese Thematik aufgegriffen. Dort heißt es konkret: „In der öffentlichen Beschaffung sind Kriterien der Nachhaltigkeit, Ökologie und Sozialstandards festzulegen. Dabei ist der Einkauf von biologischen, saisonalen und regionalen Produkten zu unterstützen. Fair Trade als Synonym für sozialgerechte Beschaffung ist bei Beschaffungsvorgängen zu berücksichtigen. Durch entsprechende Schulungen der BeschafferInnen wird eine Erleichterung des Ankaufs von klimafreundlichen und fair gehandelten Produkten angestrebt.“

Der erste Aktionsplan der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 (2019 – 2021) beinhaltet erste konkrete Maßnahmen zu den im Selbständigen Antrag genannten Forderungen:

L-02 Umweltschonende Wirtschaftsweisen verstärken

V-11 Klimafreundliche und energiesparende Beschaffung forcieren

V-12 Durchführung von Veranstaltungen als G’scheit-Feiern bzw. Green Events fördern

Um die Ziele der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 zu erfüllen, sind bis 2030 drei weitere Aktionspläne vorgesehen, um alle Maßnahmenbündel – unter anderem auch die drei oben Genannten – konsequent umzusetzen.

 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Klimaschutzausschusses zum Antrag EZ 231/1 betreffend "Anhebung des Anteils an biologischen Lebensmitteln in Landesküchen" wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Der Obfraustellvertreter:
Franz Fartek