LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1111/1

Befragung eines Mitgliedes der Landesregierung (§ 69 GeoLT)

eingebracht am 14.09.2016, 16:47:42


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Zwangspensionierung trotz Ärztemangels?

Laut einem Bericht der Ärztekammer Steiermark liegt das Durchschnittsalter eines niedergelassenen Allgemeinmediziners bei 53,23 Jahren. Berücksichtigt man nur jene, die über einen Kassenvertrag verfügen, erhöht sich dieser Wert auf 55,28. Im Gegenzug sind lediglich sechs Prozent der Hausärzte unter 40 Jahre alt. An dieser Entwicklung wird sich in naher Zukunft kaum etwas ändern, zumal sich immer weniger Nachwuchsmediziner für eine Karriere im extramuralen Bereich entscheiden. Ohne die bestehenden Kassenärzte wäre eine Versorgung aller Steirer daher längst nicht mehr möglich.

Seit der Änderung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes im Dezember 2009 werden Kassenverträge spätestens mit der Vollendung des 70. Lebensjahres des Vertragsarztes aufgelöst. Wie die „Kleine Zeitung“ am 8. September 2016 berichtete, führt diese Gesetzesbestimmung nun dazu, dass ein Allgemeinmediziner in Niklasdorf seine Ordination aus Altersgründen mit Jahresende schließen muss. Daran ändern weder die bestehende Arbeitswilligkeit besagten Kassenarztes, noch die nicht gelöste Nachfolgefrage etwas.

 

Deshalb stelle ich folgende Anfrage:

Werden Sie sich angesichts der Überalterung der steirischen Ärztelandschaft bei der Bundesregierung für eine Änderung von § 342 Abs. 1 Z 10 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz einsetzen, um dadurch Kassenärzten, sofern die Ärztekammer deren Arbeitsfähigkeit bescheinigt, das freiwillige Arbeiten über das 70. Lebensjahr hinaus zu ermöglich, wenn es für eine Kassenarztpraxis keine Nachfolgebewerber gibt?


Unterschrift(en):
LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)