LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1707/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.05.2017, 17:56:56


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer

Betreff:
Keine Zwangsfusion des „Alten Gymnasiums“ in Leoben

In Leoben herrscht derzeit Aufregung um eine geplante Schulzusammenlegung. Wie die „Kleine Zeitung“ am 5. Mai 2017 in ihrer Onlineausgabe berichtete, soll im Herbst das BG/BRG Leoben I, meist als „Altes Gymnasium“ bezeichnet, mit dem BG/BRG Leoben Neu zusammengeführt werden. Dies dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass der Direktor des „Alten Gymnasiums“, Friedrich Fischelschweiger, mit Ende des Schuljahres in Pension geht. Diesbezüglich hat der Landesschulrat einen Antrag auf Ausschreibung des Postens an das Bildungsministerium gerichtet. Dieser wurde allerdings abgelehnt und stattdessen die Zusammenführung der beiden Schulen verfügt. Anstatt einen neuen Direktor zu installieren, will Unterrichtsministerin Sonja Hammerschmid die Gymnasien lieber zusammenlegen. Bereits ab Oktober soll Eva Tomaschek, die bisherige Direktorin des BG/BRG Leoben Neu, die Leitung des vereinten Gymnasiums übernehmen. Damit wäre sie Direktorin von über 1.100 Schülern. (Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/5212059/Leoben_Gymnasien-werden-zusammengelegt)

Begründet wird die Zusammenlegung unter anderem mit der intensiven Zusammenarbeit der beiden Schulen und den schon bisher bestehenden Kooperationen. Die Standorte sind nur wenige Meter voneinander entfernt, der neue Verbindungstrakt verbindet die Gebäude bald auch räumlich. Das Mittagessen wird gemeinsam durchgeführt und auch die Bibliothek teilt man sich bereits. Nach den Aussagen einer Sprecherin des Unterrichtsministeriums sollen die bestehenden Synergieeffekte besser genutzt werden, insgesamt überwiege der Nutzen der Fusion. Als weiterer Grund für die Zusammenführung wurde zudem die Entwicklung der regionalen Schülerzahlen genannt, die angeblich ein Weiterbestehen beider Standorte nicht zulassen würde. Allerdings beweisen entsprechende Statistiken das Gegenteil: Alle verfügbaren Unterlagen zeigen, dass die Schülerzahlen im Einzugsgebiet der Leobner Gymnasien derzeit stabil sind und in den nächsten Jahren sogar steigen werden. Daher vermutet der Schulgemeinschaftsausschuss, dass lediglich Sparmaßnahmen die Fusion begründen. (Quelle: http://steiermark.orf.at/news/stories/2843586/)

Die Entscheidung des Bildungsministeriums rief heftige Proteste der Schüler- und Lehrerschaft hervor. So haben sich in der vergangenen Woche rund 400 der derzeit 654 Schüler des „Alten Gymnasiums“ versammelt, um gegen die geplante Schulzusammenlegung zu demonstrieren. Die Jugendlichen befürchten steigende Klassengrößen und einen Identitätsverlust. „Wir wären nur noch Nummern“, so Hannes Schmidt, einer der Schülervertreter. Bei nur mehr einem Direktor für mehr als 1.100 Schüler wird eine Verschlechterung für die Kinder und Jugendlichen erwartet. Insbesondere wird ein Qualitätsverlust des Bildungsangebotes befürchtet. „Wie will man den Bildungsstandard anheben, wenn man gleichzeitig aus Spargründen Stellen streicht?“, betont die Schülerschaft (Quelle: https://kurier.at/chronik/oesterreich/schueler-streiken-fuer-ihre-schule/264.507.604). Es wurde bereits eine Petition initiiert, die von beinahe allen Schülern unterzeichnet wurde. Die Jugendlichen sprechen sich für eine gute Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, jedoch gegen eine faktische Zusammenlegung der beiden Standorte aus. (Quelle: http://www.krone.at/steiermark/hunderte-schueler-protestierten-gegen-fusion-in-leoben-story-569878)

Auch der Elternverein lehnt eine Vereinigung der zwei Schulen unter den gegenwärtigen Umständen vehement ab. Der Schulgemeinschaftsausschuss verdeutlichte seine ablehnende Haltung zur Fusion ebenfalls in einem offenen Brief an Unterrichtsministerin Hammerschmid und ersuchte diese, den Direktorposten des „Alten Gymnasiums“ neu auszuschreiben. (Quelle: http://steiermark.orf.at/news/stories/2843586/)

Da beide Bildungseinrichtungen über eine konstante Anzahl an Schülern verfügen und zu einem breiten Bildungsangebot in der zweitgrößten Stadt der Steiermark beitragen, gilt es, beide Gymnasien als selbstständige Standorte zu erhalten.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, sich gegen die Zusammenlegung des BG/BRG Leoben I mit dem BG/BRG Leoben Neu auszusprechen und an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten, von der geplanten Fusion der beiden Standorte abzusehen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ)