LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 95/1

Regierungsvorlage

eingebracht am 25.06.2015, 18:16:36


Geschäftszahl(en): ABT12-1173/2015-73
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): LTAbg. Mag. Christian Buchmann (ÖVP)
Beilagen: RV_1 Bericht der Landesregierung.pdf, RSB- ABT12-1173-2015-73.pdf, Wirtschaftsbericht 2014

Betreff:
Wirtschaftsbericht 2014

Begründung:

Gesetzliche Grundlage

Gemäß § 9 Abs. 5 des Steiermärkischen Wirtschaftsförderungsgesetzes ist vom Amt der
Steiermärkischen Landesregierung jährlich der Steirische Wirtschaftsbericht zu erstellen. Dieser ist
bis spätestens 30. April des jeweiligen Folgejahres dem Beirat zur Begutachtung vorzulegen. Nach
Begutachtung durch den Beirat ist der Bericht vom zuständigen Mitglied der Landesregierung mit
der Empfehlung des Beirates der Landesregierung vorzulegen und von dieser dem Landtag
Steiermark zur Kenntnis zu bringen.


Der gegenständliche Wirtschaftsbericht 2014 wurde nach termingerechter Aussendung durch die
Abteilung 12, Referat Wirtschaft und Innovation, als Geschäftsstelle des
Wirtschaftsförderungsbeirates, von den Beiratsmitgliedern bis auf eine Stimmenthaltung positiv
begutachtet.


Wirtschaftsbericht 2014 - Aufbau

Der Wirtschaftsbericht 2014 ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Hauptbereiche
„Wirtschaft und Beschäftigung“ sowie „Wirtschaftsförderung in der Steiermark“ und enthält wie in
den Wirtschaftsberichten der letzten Jahre eine ausführliche Darstellung über die Beteiligungen der
Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH im Jahr 2014. Die Indikatoren des Wirtschaftsradars bieten
einen mehrjährigen Überblick der wirtschafts-, struktur- und beschäftigungspolitischen
Entwicklungen und sind nach den fünf Kernstrategien der „Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 –
Wachstum durch Innovation“ aufgegliedert. Diverse Graphiken und ein ausführlicher Tabellenteil
ergänzen die Ausführungen.


Das Kapitel „Wirtschaft und Beschäftigung“ berichtet über die internationale konjunkturelle
Entwicklung des Jahres 2014 und richtet den Fokus sodann auf Österreich und insbesondere die
Steiermark. Themenfelder bilden die demographische Entwicklung in der Steiermark,
Wanderungsbewegungen, die Beschäftigungslage, Lehrlingsausbildung, Einkommenssituation am
Arbeits- und Wohnort, Arbeitslosigkeit in der Steiermark, Unternehmensgründungen und die
internationale Wirtschaftsverflechtung der Steiermark sowie der Bereich Technologie und
Innovation.


Das Kapitel „Wirtschaftsförderung in der Steiermark“ informiert über die Rahmenbedingungen auf
EU- und Bundesebene und liefert einen Überblick über die Wirtschaftsförderung sowohl des Bundes
(Austria Wirtschaftsservice GmbH und österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) für die
steirischen Unternehmen als auch der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH (SFG), wobei die
Förderungsmaßnahmen der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH anhand der fünf Kernstrategien
dargestellt werden. Ein eigenes Kapitel ist der Neustrukturierung der Steirischen
Wirtschaftsförderung gewidmet, wonach die vier im Bereich der Wirtschaftsförderung bisher tätigen
Landesgesellschaften zu nur einer Gesellschaft bzw. in einem Rechtsträger („SFG neu“)
verschmolzen wurden, womit nachhaltige Einsparungseffekte erzielt werden können.


Da der Steiermark vom Ausschuss der Regionen der Europäischen Union die Auszeichnung
„European Entrepreneurial Region 2013“ (kurz: EER) verliehen wurde, erfolgte 2014 eine
Evaluierung durch die EER Jury, die äußerst positiv ausfiel.


Das Wirtschaftsradar informiert über die kontinuierliche Entwicklung wesentlicher Wirtschaftsdaten
(z. B. F&E-Ausgaben, Exportquote und Exportumsätze, Bruttoregionalprodukt, Bruttowertschöpfung,
Eigenkapitalquoten der KMU etc.) und die Programmindikatoren des Jahres 2014 geben Einblick in
Zielerreichungsgrößen innerhalb der einzelnen Kernstrategien.


Die Beteiligungen der Steirischen WirtschaftsförderungsgmbH des Jahres 2014 sind in
übersichtlicher Weise zusammenfassend dargestellt und bieten Informationen über die
verschiedenen Tätigkeitsfelder.


Die wesentlichsten Kernaussagen für 2014

Internationale Konjunktur global und in Europa


Laut Schätzung des Internationalen Währungsfonds betrug das Wachstum des realen Weltprodukts
im Jahr 2014 +3,3 % und erreichte damit die Dynamik des Vorjahres, wobei regional betrachtet
deutliche Unterschiede festzustellen waren. Die USA (+2,4 %) und Großbritannien (+2,6 %)
entwickelten sich relativ dynamisch, in Japan hingegen stagnierte die Wirtschaftsleistung (+0,1 %).
Das Wirtschaftswachstum Chinas lag mit +7,4 % deutlich unter dem Wachstum der Vorjahre und in
Russland zeigten sich die Auswirkungen der internationalen Sanktionen durch ein
Wirtschaftswachstum von +0,6 % (2013: +1,3 %). Gesamt betrachtet wiesen vor allem die
Entwicklungs- und Schwellenländer ein etwas geringes Wachstum als 2013 auf, hingegen ließ sich in
den Industrieländern eine zunehmende, wenn auch verhaltene Wirtschaftsdynamik erkennen.


Der Euroraum, der 2013 von einer Rezession gekennzeichnet war (-0,5 %), konnte bereits 2014 mit
+0,8 % ein moderates Wirtschaftswachstum ausweisen. Mit Ausnahme von Italien entwickelten sich
alle großen Volkswirtschaften des Euroraums (z.B. Deutschland +1,5 %, Frankreich +0,4 %, Spanien
+1,4 %) dynamisch. Die EU28 konnten 2014 insgesamt um +1,3 % wachsen.


Konjunkturelle Entwicklung in Österreich


Die österreichische Wirtschaft entwickelte sich auch im Jahr 2014 mit +0,3 % verhalten positiv; es
konnten weder heimische noch ausländische Wachstumsimpulse, die ansonsten stabilisierend auf
die Wirtschaftsleistung wirken, die Wirtschaftsentwicklung unterstützen. Die privaten
Konsumausgaben stagnieren seit 2013, die Bruttoanlageinvestitionen mit einem Wachstum von
+0,5 % sowie die Warenexporte mit +2,1 % (Wifo) entwickelten sich zögerlich. Die fiskalpolitischen
Sparprogramme und die strukturellen Probleme innerhalb Europas wirkten sich auf Österreich
dämpfend aus. Die Warenexporte in Richtung der beiden wichtigsten Handelspartner Österreichs,
nämlich Deutschland und Italien, konnten 2014 wieder ausgeweitet werden. Rückgänge wurden,
bedingt durch die wechselseitigen Sanktionen nach Russland (-8,0 %) verzeichnet.

Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 25. Juni 2015.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung betreffend den Wirtschaftsbericht 2014 wird zur Kenntnis genommen.