LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1774/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 10.11.2021, 13:01:39


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS), LTAbg. Robert Reif (NEOS)
Fraktion(en): NEOS
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Veröffentlichung aller relevanten Studien zur beruflichen Zufriedenheit von Elementarpädagog_innen

Die Personalnot im elementarpädagogischen Bereich wurzelt in unattraktiven Rahmenbedingungen und der fehlenden gesellschaftlichen Anerkennung des Berufsstandes. Um der Personalknappheit entgegenzuwirken, wurde von der Landesregierung ein drastischer Schritt gesetzt, welcher die Anstellungserfordernisse für die Elementarpädagog_innen herabsetzt. Durch eine zweijährige Übergangsregelung soll es Personen ohne einem entsprechenden Abschluss in der Elementarpädagogik möglich sein, als Kindergartenpädagog_innen zu arbeiten.

Laut Landesrätin Dr. Bogner-Strauß liegt der Fokus in den nächsten Jahren, um den Mangel an qualifiziertem Personal in Kinderkrippen/Kindergärten zu beheben im Ausbau der Kolleg-Plätze (vgl. Stenografischer Bericht, 14. Sitzung des Landtages Steiermark, XVIII. Gesetzgebungsperiode – 19. Jänner 2021, S.2611).

Der Ausbau von Ausbildungsplätzen geht jedoch nicht gegen die Wurzel des Problems vor. Tatsächlich haben nur 60 Prozent der ausgebildeten Kindergartenpädagog_innen im Schuljahr 2019/20 sich auch tatsächlich dazu entschieden, sofort in diesen Beruf einzusteigen (https://kinderbrauchenprofis.at/fakten/). Das bedeutet, mehr als hundert Absolvent_innen wollen (zumindest nicht sofort) als Elementarpädagog_in arbeiten und gehen dem Arbeitsmarkt verloren.

In der Erläuterung zur Novelle des Steiermärkischen Anstellungserfordernisgesetz 2008 (EZ/OZ: 790/1) wurde eine "einhergehende Evaluierung" angekündigt, diese soll auf verschiedenen Ebenen stattfinden und beinhaltet unter anderem eine Evaluierung der Erfahrungen und Herausforderungen beim Berufseinstieg. Zusätzlich wurde in der oben angeführten Landtagssitzung auch eine Studie versprochen, weshalb so viele Absolvent_innen der BAfEPs sich gegen den Beruf in der Elementarpädagogik entscheiden.

Um die Arbeit als Kindergartenpädagog_in zu attraktiveren und die Bedingungen zu verbessern, sodass mehr Menschen langfristig in diesem Bereich arbeiten wollen, muss die Politik den Betroffenen Gehör verschaffen, nach den Gründen und Anliegen fragen, evaluieren und in weiterer Folge auch transparent und nachvollziehbar für die Öffentlichkeit zugänglich machen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, dem Landtag über die angekündigten Studien und Evaluierungen Bericht zu erstatten sowie diese niederschwellig auf einer Website des Landes Steiermark zu veröffentlichen. Sofern diese Studien/Evaluierungen noch nicht abgeschlossen sind, ist dem Landtag über die ersten Zwischenergebnisse Bericht zu erstatten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS), LTAbg. Robert Reif (NEOS)