LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 845/2

Schriftliche Anfragebeantwortung (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 15.12.2020, 15:02:22


Zu:
845/1 Aufwendungen rund um das neue Logo der KAGes
(Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT))

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ)
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß
Beilagen: 18_845_2_Beantwortung.pdf

Betreff:
Aufwendungen rund um das neue Logo der KAGes

Die Anfrage vom 15.10.2020, Einl.Zahl 845/1 der Abgeordneten LTAbg. Marco Triller, BA MSc, LTAbg. Patrick Derler, LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL und LTAbg. Ewald Schalk betreffend "Aufwendungen rund um das neue Logo der KAGes" beantworte ich wie folgt:

 

Fragen 1 bis 19

Wann wurde die Idee geboren, ein neues Logo für die KAGes zu entwerfen?

Wie wurde die Notwendigkeit der Neugestaltung des Logos der KAGes begründet?

Wie hoch sind die bisher angefallenen Kosten für Planung und Design des neuen Logos der KAGes?

Wie schlüsseln sich diese Kosten genau auf?

Gibt es eine Abschätzung der Folgekosten durch die Einführung eines neuen Logos?

Wenn ja, wie gestaltet sich diese konkret (Kosten für neu anzuschaffende Beschilderung, Namensschilder, Briefpapier etc.)?

Wenn nein, warum nicht?

Welche Kosten sind insgesamt für die Umsetzung des Projektes budgetiert?

Welcher Auswahlprozess fand statt, um einen Künstler für die Begleitung zur Schaffung des neuen Logos auszuwählen?

Nach welchen Kriterien wurde die Projektbegleitung an den Künstler Richard Kriesche vergeben?

Wie viele Mitarbeiter sind mit der Kreation bzw. Einführung des neuen Logos der KAGes betraut?

Sind externe Firmen oder Dienstleister mit der Begleitung des Projektes betraut?

Wenn ja, welche und wie hoch sind die dafür budgetierten Kosten?

Welche Vorbehalte gibt es, wie im Artikel der „Kleinen Zeitung“ vom 15. Oktober 2020 erwähnt, in einigen Landesspitälern über die Vorgaben zum neuen Logo?

Was genau ist deren Inhalt?

Werden Sie diese Bedenken der Landesspitäler im Sinne der Transparenz veröffentlichen?

Sind die im Artikel genannten zwei Bände mit rund 400 Seiten hinsichtlich der Vorgaben rund um das neue Logo öffentlich zugänglich?

Wenn ja, wo?

Wenn nein, warum nicht?

 

Die Fragen 1 bis 19 unterliegen nicht dem Interpellationsrecht. Das Fragerecht des Landtages an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder basiert landesverfassungsgesetzlich auf Art. 21 L-VG („Weitere Befugnisse des Landtages“) sowie einfachgesetzlich auf § 65 („Interpellationsrecht“) und § 66 GeoLT („Schriftliche Anfragen an die Landesregierung und ihre Mitglieder“). Demnach ist der Landtag befugt, die Mitglieder der Landesregierung über alle Gegenstände zu befragen und alle einschlägigen Auskünfte zu verlangen. Die Bestimmung des § 65 GeoLT stellt klar, dass diesem Fragerecht insbesondere Regierungsakte sowie Angelegenheiten der selbstständigen behördlichen Verwaltung der Länder oder der Verwaltung des Landes als Träger von Privatrechten unterliegen.

Als Angelegenheiten der Geschäftsführung der Landesregierung hinsichtlich ausgegliederter und damit selbstständiger Rechtsträgerinnen sowie Rechtsträger ist nur das Führen der Beteiligungsverwaltung bzw. die Ausübung von Eigentümerrechten, z.B. die Ausübung von Gesellschafterrechten, umfasst. Die Geschäftsführung der ausgegliederten Rechtsträgerinnen und Rechtsträger zählt nicht zur Landesvollziehung (Grabenwarter [Hrsg.], Steiermärkische Landesverfassung, 2013, Art. 21 Rz. 9).

 

Frage 20

Wie beurteilen Sie als fachlich zuständige Landesrätin die Notwendigkeit der Neugestaltung des Logos der KAGes?

Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) wurde vor 35 Jahren gegründet. Die damals als Markenzeichen gewählte Kombination des „Steirischen Panthers“ mit der Abkürzung „KAGes“ ist somit seit dreieinhalb Jahrzehnten unverändert.

Der Begriff „KAGes“ hat sich in den Köpfen der Patientinnen und Patienten, Besucherinnen und Besucher und selbst in den Reihen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kaum etabliert. Der Steirische Panther ist zwar weit verbreitet und findet sich vom Meisterbrief bis hin zu den mit Landeswappen ausgezeichneten Betrieben auf vielen Darstellungen. Eine selbsterklärende Verbindung zu den steirischen Landesspitälern und ihrer Kernaufgabe „Menschen helfen Menschen“ ist daraus aber kaum abzuleiten.

Das neue Markenbild wurde aus einer Entwicklung geboren und ist kein aufgesetztes, frei erfundenes Konstrukt. Der HELP-brand ist über Jahre gewachsen und symbolisiert ein Hilfsangebot (HELP!) an die steirische Bevölkerung.

Dieses Verständnis soll auch die neue Markengestaltung versinnbildlichen. Mit einer gelungenen Marke sind beispielsweise wichtige (öffentliche) Orte leicht aufzufinden (Bankomat, Apotheke, Polizei, BILLA, Raiffeisen, Kasernen) oder Bedürfnisse rasch zu decken (Amazon, Google, Apple…).

Marken reduzieren die Komplexität, sie schaffen Bedeutung und stiften Identität. Marken helfen bei der Orientierung sowie Identifikation und erzeugen Vertrauen.

Die Marke der KAGes soll die maximal kondensierte Aussage von „Menschen helfen Menschen“ sein. Sie muss leicht zu merken, wiedererkennbar, selbsterklärend, national und international lesbar sein, Orientierung für Patientinnen sowie Patienten und Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter bieten und eine Identifizierung mit dem Unternehmen im Sinne „Wofür stehen wir“ ermöglichen.

In Zukunft soll sich die KAGes als eine Einheit mit wiedererkennbarem Aussehen präsentieren. Unter einem gemeinsamen Dach mit einer Marke soll dennoch Raum für Individualität und Regionalität bleiben, denn jeder einzelne Krankenhaus-Standort und jedes Landespflegezentrum bekommt individuell seinen Platz im gemeinsamem „Marken-Bild“.

Eine aktuelle Umfrage in den öffentlich finanzierten Gesundheitseinrichtungen der Bundesländer ergab, dass nahezu alle Gesellschaften in den letzten Jahren eine, manche sogar mehrere Markenbildungen umgesetzt haben.

Gerade für den größten steirischen Gesundheitsdienstleister im Landeseigentum ist mehr Empathie in der Wortwahl, eine Modernisierung im Aussehen und eine bessere Erkennbarkeit sowie Identität positiv. Ein zeitgemäßes Markenbild für die KAGes liegt somit auch im Interesse des Landes.

 

 

Landesrätin Dr.in Juliane Bogner-Strauß