LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 517/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 15.05.2020, 10:11:25


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)
Fraktion(en): NEOS
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Erfahrungen aus der Corona-Krise für bessere und zielgerichtetere Gesundheitsversorgung in der Steiermark nutzen

Durch die Corona-Krise ist und war auch die gesamte Gesundheitsversorgung in der Steiermark in einen Krisenmodus versetzt worden. Gewohnte Abläufe wurden gedrosselt, (Kontroll-) Untersuchungen und Operationen verschoben bzw. vorübergehend ausgesetzt. Das "Hinauffahren" im Gesundheitsbereich ist deshalb dringend notwendig, um - wie es die Ärzteschaft teilweise nannte - "einen Kollateralschaden" in der Gesundheit der Steirer_innen zu verhindern. Der Neustart bedeutet aber nicht, dass man zu genau denselben Versorgungsmustern zurückkehren muss, wie vor der Corona-Pandemie. Vielmehr können in der Krise erprobte und für die Versorgung der Patient_innen vorteilhafte Rahmenbedingungen und Abläufe dauerhaft umgesetzt werden.

Die vorübergehende Schließung der Spitalsambulanzen und begleitende Maßnahmen während der Coronakrise zeigten zum Beispiel die Bedeutung und Möglichkeiten von Vorabklärungen deutlich auf. In diesem Zusammenhang hat sich auch der Umgang mit der Gesundheitshotline 1450 etabliert. Diese primärste Stufe der Primärversorgung ermöglicht, dass die Patient_innen noch zielgerichteter dort behandelt werden, wo es für sie am besten und schlussendlich auch für unser Gesundheitssystem am effektivsten ist. Ohne entsprechende Steuerung der  Patient_innenströme war es in der Vergangenheit oft so, dass Patient_innen in eine Spitalsambulanz kamen, obwohl eine Versorgung beim niedergelassenen Arzt ausreichend gewesen wäre. Gleichzeitig kann dies auch das Bewusstsein der Patient_innen schärfen, wo sie tatsächlich mit ihren jeweiligen Beschwerden am besten aufgehoben und betreut werden.

 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Landesregierung wird aufgefordert,

1. auf die Nutzung der Gesundheitshotline 1450 auch weiterhin hinzuweisen und deren Nutzen auch abseits der Bekämpfung von Covid-19-Erkrankungen hervorzuheben;

2. die größtmögliche Vernetzung der Gesundheitshotline 1450 mit den Rettungs- und Feuerwehrleitstellen zu etablieren und weiter voranzutreiben, um so die Steuerung der Patient_innenströme zu optimieren und damit die medizinische Versorgung der Patient_innen in der passendsten Gesundheitseinrichtung sicherzustellen;

3. Erfahrungen aus der ambulanten Erstversorgungseinheit und der coronabedingt praktizierten organisatorischen Weichenstellungen in steiermärkischen Krankenhäusern zu nutzen, um Spitalsambulanzen zu entlasten, unnötige stationäre Aufnahmen zu verhindern und damit einen Beitrag für eine optimale Versorgung der Patient_innen zu leisten. 


Unterschrift(en):
LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)