LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 860/2

Schriftliche Anfragebeantwortung (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 06.07.2016, 12:57:13


Zu:
860/1 Drogenproblematik in der Steiermark
(Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT))

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler
Beilagen: Anfragebeantwortung

Betreff:
Drogenproblematik in der Steiermark

Vorbemerkung:

Zur Lesart der Kriminalitätsstatistik, auf welche in der ggst. schriftlichen Anfrage Bezug genommen wird, wird vom Bundesministerium für Inneres vorausgeschickt, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) eine Anzeigenstatistik ist. Anstiege in dieser sind erstens auf die polizeiliche Kontrollintensität (mehr Polizeikontrollen führen zu mehr Anzeigen), zweitens auf das veränderte Anzeigeverhalten in der Bevölkerung (subjektives Gefühl von Unsicherheit im öffentlichen Raum) und drittens auf gesetzliche Änderungen (Drogenhandel im öffentlichen Raum als Tatbestand des Suchtmittelgesetzes (SMG)) zurückzuführen. Das bedeutet weiteres, dass nur die der Polizei angezeigten und an das Gericht übermittelten Straftaten erfasst werden. Der Ausgang etwaiger Gerichtsverfahren insbesondere bei Verdacht nach Übertretungen nach dem SMG sowie ebenso das Dunkelfeld der Kriminalität werden nicht erfasst. Die Zahlen, auf die in der Anfrage Bezug genommen werden, sind also die Summe aller Anzeigen der Polizei. Einen Rückschluss auf einen Behandlungsbedürftigen, chronischen Drogenkonsum lassen diese Zahlen daher nicht zu.

Der Rückschluss also, dass Konzepte zur Eindämmung und Bekämpfung des Drogenhandels und -konsums gescheitert sind, ist daher unzulässig.

In der Anfrage wird von Drogenabhängigkeit gesprochen, es wird daher angenommen, dass hier illegale Drogen gemeint sind. Zum besseren Verständnis: Das Aufgabengebiet der Suchthilfe Steiermark umfasst (entsprechend der österreichischen Suchtpräventionsstrategie) Prävention, Früherkennung und Frühintervention, Information, Beratung, Begleitung, Behandlung, Therapie und Rehabilitation bei Menschen, die an legalen und illegalen Drogen bzw. Substanzen und substanzungebundenen Suchtformen erkrankt sind.

Die Quelle für einen, in der Anfrage argumentierten Anstieg von 15 bis 20% bei jungen DrogenkonsumentInnen (14- bis 18-Jährige) ist in diesem Medienbericht (http://www.kleinezeitung.at/k/kaernten/chronik/4962540/Kriminalanalyse_Wir-tricksen-nicht-mit-Statistiken ) aus Kärnten zu finden. Die Angabe konnte aber in keinem offiziellen Bericht gefunden werden. Es ist also nicht nachvollziehbar, woher diese Zahl stammt und ob es sich dabei um Zahlen für Kärnten oder für Österreich handelt.

Laut den Anfang Mai 2016 veröffentlichten Daten der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) ist der problematische Alkohol-, Drogen- und Zigarettenkonsum in Österreich rückläufig. Weiters gibt es weniger jugendliche Einsteigerinnen und Einsteiger bei Opiaten; der Cannabisgebrauch ist stabil und bleibt auf eine kurze Lebensphase beschränkt. Quelle: http://derstandard.at/2000036555708/Die-der-OesterreicherSuechte.

Dies  weist ebenfalls darauf hin, dass der eingeschlagene österreichische Weg in der Suchtpolitik der richtige war und ist.

Das mit 1. Jänner 2016 in Kraft getretene SMG wurde zwischenzeitlich (seit 1. Juni 2016) verschärft, indem der Tatbestand des Drogenhandels im öffentlichen Raum mit Strafen bis zu zwei Jahren Haft eingeführt wurde. Das Justizministerium erwartet sich daraus eine Zunahme bei der Verhängung von U-Haft gegen Drogendealer. Quelle: http://derstandard.at/2000034190931/Justizausschuss-beschloss-schaerferes-Vorgehen-gegen-Drogenhandel

Nun zur Beantwortung der gestellten Fragen:

1. Wie viele Personen befanden sich in der Steiermark in den Jahren 2013, 2014 und 2015 aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit in Behandlung?

Die Zahlen zu den behandelten Personen mit illegaler Substanzabhängigkeit werden dem bundesweiten Dokumentationssystems DOKLI, an dem auch die Steiermark beteiligt ist, entnommen. Folgende Einschränkungen gilt es dabei aber zu beachten:

  • DOKLI liefert ausschließlich Zahlen zu Personen, die aufgrund des Konsums illegaler Substanzen eine Drogen-/Suchthilfeeinrichtung aufsuchen (so sind bspw. alkoholkranke oder spielsüchtige Personen nicht berücksichtigt).

  • an DOKLI sind ausschließlich Drogen-/Suchthilfeeinrichtungen nach §15 SMG verpflichtend beteiligt; andere Einrichtungen können freiwillig teilnehmen, was jedoch nicht alle tun, somit die zum Teil hohen Fallzahlen nicht berücksichtigt sind.

  • Im Rahmen von DOKLI werden alle Personen dokumentiert, die aufgrund des Konsums illegaler Substanzen eine Drogen-/Suchthilfeeinrichtung aufsuchen, so auch Personen mit Lebensmittelpunkt außerhalb der Steiermark. Der Lebensmittelpunkt wird bei DOKLI zwar erfasst, jedoch nicht in allen Fällen (bspw. nicht bei kurzfristigen Kontakten oder niederschwelligen Betreuungen).

2013 waren demnach insgesamt 2.246 Personen, 2014 insgesamt 2.340 Personen aufgrund des Konsums illegaler Substanzen in Suchthilfeeinrichtungen durch DOKLI erfasst (Zahlen von wichtigen stationären KAGES-Einrichtungen sind dabei nicht berücksichtigt). Diese Zahl stellt nicht die Frequenz aller Kontakte zu Behandlungseinrichtungen der Suchthilfe Steiermark dar.

Für das Berichtsjahr 2015 sind derzeit noch keine Daten verfügbar.

2. Wo werden diese Behandlungen durchgeführt?

An DOKLI sind folgende u.a. vom Land Steiermark geförderten Einrichtungen beteiligt:

  • Avalon – Verein für soziales Engagement, Streetwork und Notschlafstelle in Liezen

  • Aloisianum der Caritas

  • b.a.s. mit 12 dislozierten Einrichtungen im Bundesland und der Fachstelle für Glücksspielsucht

  • Drogenberatung des Landes Steiermark, ABT08GP Friedrichgasse

  • Grüner Kreis - Ambulanz Graz

  • Grüner Kreis - Johnsdorf/Langzeit & Kurzzeittherapie

  • I.K.A. (interdisziplinäre Kontakt und Anlaufstelle – arzneimittelgestützte Behandlung Opioidabhängigkeit)Papiermühlgasse

  • Kontaktladen und Streetwork im Drogenbereich der Caritas in Graz

  • PSD-Sucht Beratungsstelle Feldbach , Fürstenfeld und Radkersburg

  • PSD-Drogenberatungsstelle Psychosoziales Zentrum Graz Umgebung Süd

  • PSD-Streetwork Feldbach, Fürstenfeld und Hartberg

  • PSN-Drogen- und Suchtberatungsstelle Murtal,Streetwork inJudenburg,Knittelfeld und Murau

  • SMZ Liebenau (Sozialmedizinisches Zentrum)

  • Suchtberatung Obersteiermark

  • Walkabout, Therapiestation für Drogenkranke

  • Caritas Kontaktladen und Streetwork im Drogenbereich

  • ISOP- Streetwork in Kapfenberg/Bruck und im oberenMürztal (StrOM)

  • Sozialverein Deutschlandsberg- Streetwork

  • Jugend am Werk- Streetwork Voitsberg

  • Stadtgemeinde Weiz- Streetwork

Projekte mit spezifischen Zielgruppen gemäß Leitlinie 3 („Differenzierte Zielgruppen-Orientierung) der neuen Steirischen Suchtpolitik:

  • Verein JUKUS – Förderung von Jugend, Kultur und Sport(Glücksspielsucht)

  • Frauenservice Graz

  • Rauchertelefon der Niederösterreichischen GKK

  • Kooperation Land Steiermark, VIVID und St.GKK Tabakpräventionsstrategie

Ambulant und stationärer Aufenthalt, Entzug, Entwöhnung, Substitution:

  • Wissenschaftliche Akademie für Vorsorgemedizin – IKA interdisziplinäre Kontakt und Anlaufstelle für SubstitutionspatientInnen;

  • LKH Südwest- Standort Süd / Zentrum für Suchtmedizin;

  • Suchtmedizinische Ambulanz am KH Verbund Hochsteiermark;

  • Therapiestation WALKABOUT und Ambulanz Mariahilf – Barmherzige Brüder;

Sozial- und arbeitsintegrative Maßnahmen:

  • Caritas;

  • Verein ERfa Graz;

  • Verein Fensterplatz

Suchtkranke Personen werden jedoch auch in vielen anderen Einrichtungen behandelt und betreut, die bei DOKLI nicht beteiligt sind (zum Beispiel Landeskrankenhäuser, Landeskrankenhaus Graz Südwest/Standort Süd)

3. Wie stellt sich die Verteilung nach Alter, Geschlecht und Staatsbürgerschaft von den in Behandlung befindlichen Personen in den Jahren 2013, 2014 und 2015 dar?

Dies lässt sich nur für die in DOKLI erfassten und behandelten Personen genauer darstellen.

Zur Frage der Staatsbürgerschaften ist darauf hinzuweisen, dass es einen hohen Anteil an betreuten Personen in DOKLI gibt, bei denen dieses Merkmal nicht erfasst wird, weil die Staatsbürgerschaft etwa bei kurzfristigen Kontakten und niederschwelligen Betreuungen nicht erhoben wird.

 

Folgende Verteilungen der behandelten Personen sind für 2013 dokumentiert:

Alter

 

Geschlecht

 

Staatsbürgerschaft

Bis 14 Jahre

8,5%

 

Männlich

73,8%

 

Österreich

54,0%

15-19 J

23,1%

 

Weiblich

26,2%

 

Anderes EU Land

0,8%

20-29 J

42,8%

 

 

 

 

Nicht-EU-Land

1,2%

30-39 J

17,0%

 

 

 

 

Staatenlos

0,0%

40-49 J

6,5%

 

 

 

 

Unbekannt

0,9%

50+ J

2,1%

 

 

 

 

Nicht dokumentiert

43,1%

 

Folgende Verteilungen der behandelten Personen sind für 2014 dokumentiert:

Alter

 

Geschlecht

 

Staatsbürgerschaft

Bis 14 Jahre

7,9%

 

Männlich

74,4%

 

Österreich

54,7%

15-19 J

24,3%

 

Weiblich

25,6%

 

Anderes EU Land

1,3%

20-29 J

40,8%

 

 

 

 

Nicht-EU-Land

1,8%

30-39 J

18,6%

 

 

 

 

Staatenlos

0,1%

40-49 J

6,6%

 

 

 

 

Unbekannt

1,29%

50+ J

1,8%

 

 

 

 

Nicht dokumentiert

40,9%

 

Für das Berichtsjahr 2015 sind noch keine DOKLI-Daten verfügbar.

4. Welche Drogen wurden von diesem Personenkreis konsumiert?

Bei den in DOKLI dokumentierten Personen überwiegen polyvalente Konsummuster, bei denen eine Vielzahl an legalen und illegalen Substanzen konsumiert wird. Als dominante Leitdrogen gelten Heroin, Alkohol, retardierte Morphine, Benzodiazepine und Cannabis.

5. Welche illegalen Drogen stellen in der Steiermark, aus Sicht Ihres Ressorts, derzeit das größte Gefahrenpotential dar?

Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass das Gefahrenpotential einer psychoaktiven Substanz neben der eigentlichen Substanzwirkung auch von den Begleitumständen des Konsums, allfälligen Beimengungen (bei illegalisierten Substanzen), aber auch der Applikationsform abhängig ist. Hohe bzw. nicht richtig eingeschätzte Dosierungen und häufig betriebener Mischkonsum sind weitere Faktoren, die das Risiko einer Überdosierung bzw. von Folgeschädigungen erhöhen. Als grundlegende Orientierung kann hier eine fundierte Metaanalyse von Nutt et.al zu Rate gezogen werden.

Dabei wurde das Schadenspotential für die konsumierende Person, als auch deren Umfeld erforscht. Alkohol, Heroin und Kokain in Form von Crack liegen in diesem harm score klar voran. Dies ist insbesondere auch auf das enorme Gefährdungspotential dieser Substanzen für das Umfeld zurückzuführen. (Unfälle, [familiäre] Gewalt, Beschaffungskriminalität etc.)

Großes Gefahrenpotential generell stellen aus den Beobachtungen der Praxis aktuell auch Neue Psychoaktive Substanzen dar.

Die aktuellen Berichte des ÖBIG/GÖG und des Bundesministeriums für Gesundheit weisen allerdings einen relativ geringen Anteil an Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS) bei abhängigkeitserkrankten Menschen in Österreich und auch in der Steiermark aus. Die NPS ersetzen offensichtlich nicht 1:1 die Opiate, bei denen seit Jahren ein Konsumrückgang zu verzeichnen ist. Nach Meinung steirischer Experten könnte dieser Konsumrückgang eine positive Auswirkung der Medizinalisierung des Opiatkonsums durch die Substitutionsbehandlung sein.

In der Steiermark sind Cathinon-Derivate, das bekannteste unter ihnen ist Mephedron (4-MMC) vor allem im Großraum Graz vorherrschend. Cathinon-Derivate haben extrem hohes Suchtpotential, sind hoch toxisch und führen schnell zu körperlichem und psychischem Verfall. Derartige Drogen können mittlerweile relativ einfach über Internet und Darknet bestellt werden. Hierbei problematisch sind neben den Cathinonen vor allem amphetaminartige Substanzen. Methampetamin (Crystal Meth) spielt in Südösterreich, ergo in der Steiermark aktuell kaum eine Rolle.

6. In welchen Bereichen des Suchtmittelmissbrauchs ist ein Anstieg zu verzeichnen?

Der Anteil der Menschen mit problematischem Alkohol- und Drogenkonsum geht auch in der Steiermark zurück. Es gibt eine Tendenz zu weniger Zigaretten, weniger Jugendliche steigen in den Opiatkonsum ein, der Cannabisgebrauch bleibt stabil.

Neueste Daten sprechen für einen Rückgang beim problematischen Alkohol-, Drogen- und Zigarettenkonsum. Während zwischen den Jahren 2000 und 2004 der Anteil der unter 25-Jährigen unter den Opiatkonsumenten mit problematischem Konsum von rund 30 auf 40% anstieg, fiel er seither bis 2013 auf um die 13%. Die Experten stützten sich bei ihren Aussagen besonders auf die 2015 durchgeführte Espad-Jugendstudie in Österreich (9. und 10. Schulstufe; 8.000 Befragte) und auf die „Bevölkerungserhebung zu Substanzgebrauch“ aus dem Jahr 2015 in der Gesamtbevölkerung mit 4.000 Befragten. Aus einer Zeitreihenbetrachtung zwischen 1994 und 2015 ergibt sich, dass der Anteil der Menschen an der österreichischen Bevölkerung, welche gesundheitsgefährdend Alkohol trinken, von 18 auf 14% gesunken ist. Der „Trend“ geht eher in Richtung aufputschende Substanzen, Speed, Mephedron!

7. Wie viele Personen in der Steiermark wurden in den Jahren 2013, 2014 und 2015 unter Anwendung von Ersatzdrogen therapiert?

Der Anteil der Opioid-Abhängigen, die in Substitutionstherapie sind, hat mit ca. 60% in den vergangenen Jahren offenbar ein Betreuungs-Plateau erreicht. Der Hauptfaktor (für die Inanspruchnahme einer Therapie durch die Abhängigen) ist, dass ein substituierender Arzt in der Nähe ist. Dies deutet darauf hin, dass in Österreich, besonders in der Steiermark längst noch nicht flächendeckend eine niederschwellig erreichbare Möglichkeit für die Opiat-Substitutionstherapie vorhanden ist. Ballungszentren sind offenbar überrepräsentiert. Laut Epidemiologiebericht Drogen von GÖG/ÖBIG im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit waren in der Steiermark 2013 insgesamt 1.272 Personen und 2014 insgesamt 1.347 Personen in Substitutionsbehandlung. Für das Berichtsjahr 2015 sind noch keine Daten verfügbar.

8. Wie viele Personen konnten nach der Behandlung mit Ersatzdrogen ihre Abhängigkeit nachweislich überwinden?

Sucht ist eine schwere chronische Erkrankung mit einem hohen Anteil komorbider (körperlicher/psychischer/sozialer) Störungen und einer hohen Mortalität. Die Opiatabhängigkeit stellt lt. WHO (ICD 10 - F11) eine chronisch rezidivierende Erkrankung dar. Opiatabhängige sind Menschen, die gekennzeichnet sind durch einen hohen Anteil an somatischen und psychiatrischen Begleiterkrankungen (z.B. chronische Infektionskrankheiten und teils unbehandelte psychische Erkrankungen). Gleichzeitig ist Sucht bei vielen sozialen Hilfsangeboten ein Ausschließungsgrund, was wiederum zu Marginalisierung und Verwahrlosung führt.

Die Erhaltungstherapie mit synthetischen Opioiden gilt als Standard-Therapie bei der Diagnose „Opioid-Abhängigkeit“ und diese hat sich auch als vorteilig gegenüber der in der Vergangenheit meist angewendeten Detoxifizierungsbehandlung erwiesen (Bell et al.1999).

Es ist wissenschaftliche Evidenz, dass:

  • Abstinenzorientierte Therapien nur einen kleinen Teil von Abhängigen erreichen (1 bis 10% Uchtenhagen)

  • 40 bis 70% der Suchtkranken eine abstinenzorientierte Therapie abbrechen (Uchtenhagen, Backmund, Specka 2011: 50 bis 85% Entzug)

  • Nach einer abstinenzorientierten Therapie nur eine Minderheit längerfristig abstinent bleibt (McLellan, Smyth 2010: 91% Rezidiv nach Entzug)

  • gemessen am Therapieziel der dauerhaften Abstinenz, diese Therapie nur für ganz wenige Suchtkranke erfolgreich ist!

 

Die Abstinenz bzw. abstinenzorientiertes Denken ist ein Risikofaktor für erhöhte Mortalität (Davoli, Strang, Uchtenhagen, Zanis). Ziel jeglicher Behandlung, auch der Substitutionsbehandlung, ist die Erhaltung/Verbesserung der (somato-psycho-sozialen) Gesundheit und Erhaltung/Verbesserung der Lebensqualität (auf unterschiedlichem Niveau) und nicht die Abstinenz (Heilung), die bei chronischen Erkrankungen nicht möglich ist.

 

Hieraus wird deutlich, dass nicht einzig und allein das Erreichen von Abstinenz als Therapieerfolg zu werten ist. Vielmehr geht es darum, möglichst viele Suchtkranke in ein Behandlungssetting einzubinden und dann die Abstinenzfähigen zur Abstinenz zu begleiten. Diejenigen, die (noch) nicht abstinenzfähig sind, müssen weitestgehend stabilisiert werden, um gesundheitliche Schäden zu reduzieren und soziale Integration zu fördern. Durch diese Stabilisierungs- und Schadensbegrenzungsmaßnahmen fallen auch weniger gesellschaftliche Folgekosten (wie Gefängnisaufenthalte) an.

Eine genaue Zahlen-Angabe ist also bei einer chronischen Erkrankung mehr als unseriös.

9. Welche Maßnahmen stellten sich bei der Behandlung von Drogenabhängigen als besonders erfolgreich heraus?

Eine erfolgreiche Behandlung von Drogenabhängigen kann nur bei Vorliegen eines breiten und differenzierten Hilfsangebotes der Suchthilfe gelingen. Die Angebotspalette muss dabei von Angeboten zur Basisversorgung und Schadensminderung über ambulante Angebote bis hin zu stationären Angeboten reichen (siehe Frage 15).

Die erfolgreichste Maßnahme in der Behandlung von Drogenabhängigen stellt die Substitutionsbehandlung dar. Dies wird unter anderem belegt durch die deutsche PREMOS-Studie: Das deutsche Bundesministerium für Gesundheit beauftragte 2007 die Technische Universität Dresden (Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie) mit der Untersuchung der Effekte der langfristigen Substitution Opioidabhängiger.

In der sechs-Jahres-Verlaufsstudie wurden bei den 2600 Patienten folgende langfristige Effekte festgestellt:

  • Deutliche stetige Verringerung des Schweregrads der Abhängigkeit (ASI)

  • Reduktion „kritischer“ Beigebrauch (nicht verschriebene Opiate, BZD) auf 10%

  • Reduktion anderer Drogenkonsum auf 40%! (am häufigsten Cannabis)

  • Somatische Komorbidität stabilisiert, einige Störungen (z.B. HCV) gesenkt

  • Wohn- und Lebenssituation deutlich verbessert

  • Drogenbezogene Delinquenz deutlich reduziert (unter 5%)

  • Berufliche Integration verbessert

  • Ärzte geben an, dass bei 70% der Patienten die individuell für den Patienten gesetzten Therapieziele erreicht wurden

Erst unter stabiler Substitutionsbehandlung ist es für viele PatientInnen möglich, weiterführende Angebote wie Psychotherapie etc. zu nutzen. Insbesondere für Menschen mit Trauma-Folgestörungen, Bindungs- und Beziehungsstörungen ist diese Stabilität essentiell.

Weitere Maßnahmen sind:

  • Stabilisierung des Belohnungssystems und des Vegetativums durch pharmakologische Substitution (akut = Entzug oder langfristig)

  • Äußere Sicherheit herstellen

  • Kompensation von funktioneller Beeinträchtigung

  • Förderung körperlichen Wohlbefindens / Gesundheit

  • Erleben von Selbststeuerungs-/Selbstberuhigungskompetenz

  • Vertrauensvolle Beziehungserfahrungen

  • Schadensbegrenzung, SKILLS-Training, Motivationsstrategien

  • Behandlung von komorbiden Störungen (Angst, Persönlichkeit, Traumafolgen, ...)

  • Erfahrung angenehmer Verhaltensweisen

  • Integration / Teilhabe

     

Für niederschwellige Angebote sind dies: Harm bzw. Risk- Reduction Beratungen, aufsuchende Sozialarbeit / Streetwork; gute Kooperation mit anderen Suchteinrichtungen im Sinne des Verbundgedankens sowie die Etablierung einer interdisziplinären Anlaufstelle. Maßgeschneiderte Einzelfallhilfe in der Intensivbetreuung, Programme zur Konsumreduktion und alle Formen der begleitenden psychosozialen Betreuung (soweit sie nicht verpflichtend sondern optional angeboten wird) stellen erfolgreiche Maßnahmen dar.

10. Welche Präventionsmaßnahmen werden durch das Land Steiermark durchgeführt, um dem Drogenkonsum vorzubeugen?

Maßnahmen in der Suchtprävention verfolgen das Ziel, Sucht und Suchtvorbeugung bei spezifischen Zielgruppen und der Allgemeinbevölkerung zum Thema zu machen, das Verhalten des einzelnen Menschen zu beeinflussen, seine Handlungskompetenzen zu fördern, sowie die Lebensbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten der Menschen zu verbessern.

Die VIVID – Fachstelle für Suchtinformation informiert altersadäquat, erfahrungsbezogen und sachlich über Substanzen und problematische Verhaltensweisen sowie über Entstehungsbedingungen und Verlauf von Suchtprozessen und die Möglichkeiten der Vorbeugung. Dies geschieht über die Entwicklung und Veröffentlichung von Informationsmaterialien, auf der Homepage, Fachbibliothek und durch zielgruppenspezifische Fortbildungsveranstaltungen.

VIVID unterstützt Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen bei der Planung und Umsetzung von Projekten und langfristigen Maßnahmen zur Suchtvorbeugung mittels Informationsmaterialien und zielgruppenspezifischen Fortbildungsveranstaltungen. Dabei stehen die Förderung von Lebenskompetenzen (wie Handlungs-, Kommunikations-, Konflikt-, Genuss-, Erlebnisfähigkeit, etc.) und die Gestaltung eines entwicklungsfördernden, wertschätzenden und kooperativen Lebensumfeldes im Mittelpunkt.

VIVID berät EntscheidungsträgerInnen, Gremien, Organisationen und Medien zu allen Fragen der strukturellen und verhaltensorientierten Suchtvorbeugung. Die Fachstelle koordiniert die Angebote zur Tabakentwöhnung für Jugendliche und Erwachsene und diverse Steiermark weite Netzwerke.

VIVID versucht, so früh wie möglich, also schon im Kindesalter, und möglichst langfristig suchtvorbeugende Maßnahmen zu treffen. Dazu werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, die mit Kindern und Jugendlichen leben und arbeiten. Dies geschieht in Familien durch Elternbildung, in Schulen, Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen, Vereinen, Jugendeinrichtungen, in der Jugendqualifizierung und Jugendbeschäftigung, in (Gesundheits-)Organisationen und in Gemeinden. In zielgruppenspezifischen Fortbildungsveranstaltungen bekommen diese Kompetenzen und Arbeitstechniken vermittelt, anhand derer sie mit Kindern und Jugendlichen in ihrem Arbeitsumfeld zum Thema Suchtvorbeugung arbeiten können.

Von VIVID wurden zwischen 2013 und 2015 insgesamt 1.625 Vorträge, Projektberatungen, Workshops, Einzelseminare und mehrteilige Seminarreihen usw. in sämtlichen steirischen Regionen durchgeführt. Insgesamt konnten bei diesen Veranstaltungen 26.064 Personen mit den Grundlagen für Wissen, Entscheiden und Handeln bezüglich Sucht ausgestattet werden.

Die nachfolgende Grafik zeigt eine Aufschlüsselung nach Art der Veranstaltung. Mehrteilige Seminarreihen, Einzel-Seminare und Workshops bilden die häufigsten Veranstaltungen. Somit sind die höherschwelligen, aufwändigeren und damit nachhaltigeren Veranstaltungen die häufigsten.

 

 

11. Welche Vereine, Institutionen und Unternehmen werden für die Durchführung von Präventionsmaßnahmen vom Land Steiermark subventioniert?

Wie bereits dargelegt setzt VIVID – Fachstelle für Suchtprävention seit 1996 ein umfassendes Angebot an suchtpräventiven Maßnahmen in allen steirischen Regionen um. VIVID ist die vom Ressort für Gesundheit, Pflege und Wissenschaft des Landes Steiermark beauftragte Fachstelle zur Vorbeugung von Suchtverhalten. (Trägerkonsortium Volkshilfe mit der Caritas).

Sie ist auch die Geschäftsstelle der Steirischen Tabakpräventionsstrategie, wo Maßnahmen der Tabakprävention und Behandlung in Kooperation mit der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse umgesetzt werden. 

12. Wie hoch waren die Unterstützungsleistungen des Landes in diesem Bereich für die Jahre 2013, 2014 und 2015?

Die Frage bezieht sich auf die vorhergehenden Fragen 10 und 11 (Suchtprävention). Die Fachstelle für Suchtprävention VIVID wurde 2013 mit € 921.569,00 im Jahr 2014 mit € 921.569,00 und 2015 mit € 930.000,00 für Suchtprävention subventioniert.

Für die Umsetzung der Tabakpräventionsstrategie durch VIVID wurden im Jahr 2013 € 200.000,-, im Jahr 2014 € 200.000,- und im Jahr 2015 € 270.000,- an Förderungen ausbezahlt.

13. Wie stellt sich die Verteilung der entsprechenden Finanzmittel auf die einzelnen Organisationen dar?

Seit 1996 setzt VIVID ein umfassendes Angebot an suchtpräventiven Maßnahmen in allen steirischen Regionen um. Die Fachstelle ist somit die einzige Organisation in der Steiermark.

14. Werden Präventionsmaßnahmen und Therapieprogramme in allen steirischen Regionen angeboten?

Ja, grundsätzlich sind Suchthilfeeinrichtungen in jedem Bezirk der Steiermark vor Ort erreichbar. Allerdings gibt es in einigen wenigen Regionen zeitlich eingeschränkte Verfügbarkeiten von Suchthilfemaßnahmen. Nicht immer sind alle unter 15 angeführten Angebote verfügbar.

15. Wenn ja, wie stellen sich diese konkret dar?

Präventionsmaßnahmen 2013-2015: VIVID ist mit seinen Fortbildungsangeboten in der gesamten Steiermark präsent. 42% der suchtpräventiven Veranstaltungen wurden in den steirischen Regionen durchgeführt, während 39% im Großraum Graz und Umgebung abgehalten wurden. Die verbleibenden 19% der Veranstaltungen hatten das geographische Einzugsgebiet der gesamten Steiermark bzw. waren nicht auf die Steiermark beschränkt. In den letzten Jahren konnte eine Regionalisierung festgestellt werden, indem sich die suchtpräventiven Angebote vom Großraum Graz hin zu den Regionen verschoben.

Zwischen 2013 und 2015 wurden von VIVID – wie schon dargelegt – insgesamt 1.625 suchtpräventive Veranstaltungen durchgeführt. Insgesamt konnten dabei 26.064 Personen zum Thema Suchtprävention Steiermark weit erreicht werden. Im Einzelnen verteilen sich diese Angebote folgendermaßen auf die Regionen: 119 Veranstaltungen in der Obersteiermark, 153 Hochsteiermark, 212 Oststeiermark, 195 Südweststeiermark, 636 Graz und Graz-Umgebung, 287 regionsübergreifend und 23 österreichweit bzw. international.

Um den suchtkranken Menschen der Steiermark die jeweils adäquate Unterstützung zukommen lassen zu können, bekennt sich das DFG (Drogenfachgremium, der Verbund der Suchthilfeeinrichtungen der Steiermark) zu einer vielfältigen Angebotsstruktur, die eine passgenaue Hilfeplanung möglich macht. Sucht und Drogenhilfe verstehen sich dabei in einer ganzheitlichen Herangehensweise, die auf einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell und Menschenbild basiert. Die Palette der Angebote reicht von niederschwelligen, schadensminimierenden Angeboten bis hin zu hochschwelligen (ambulanten und stationären) Maßnahmen.

Der herrschende Grundkonsens über die Notwendigkeit eines breiten und differenzierten Angebotes lässt sich in folgenden Kategorien zusammenfassen:

Angebote zur Basisversorgung und Schadensminderung

  • Streetwork
  • niedrigschwellige Anlaufstelle
  • substitutionsgestützte Behandlung
  • sozialintegrative Maßnahmen (Beschäftigung, Arbeit, Wohnen, Tagesstruktur, …)
  • mobile Wohn- und Freizeitbegleitung

ambulante Angebote

 

  • psychosoziale Beratung
  • psychosoziale Begleitung
  • Suchtberatung
  • Psychotherapie
  • medizinische Beratung und Behandlung
  • Sekundärprävention
  • Vor- und Nachbetreuung

 

stationäre Angebote

 

  • Akutaufnahme
  • Stabilisierungsbetten für Teilentzug
  • Entzug
  • Entwöhnung
  • Betreuung von chronisch-multimorbiden Menschen
  • Suchtgeriatrie
  • Langzeittherapie
  • Rehabilitation teilstationär

 

16. Welche Kosten hatte das Land Steiermark aufgrund der Behandlung von Drogenabhängigen in den Jahren 2013, 2014 und 2015 zu tragen?

Die Kosten des Gesundheitsressorts für die Behandlung von Drogenabhängigen betrugen aus dem Förderansatz des Landes zur „Suchtprävention und Suchtbehandlung“ 2013 € 2,478.436,-, 2014 € 2,728.430,- und 2015 € 2,550.000,-.

In diesen Beträgen ist die Drogenberatungsstelle des Landes als Fachteam in der Abteilung 8, Referat Sanitätsdirektion-medizinische Services, nicht enthalten.

Die Kosten für Suchtprävention sind extra in Frage 12 ausgewiesen.

 

17. Wird es durch das Land Steiermark neue Konzepte geben, um der Drogenproblematik aktiver entgegenzuwirken?

Mit dem einstimmigen Beschluss 319 des Landtages Steiermark aus der 16. Sitzung der XVI. Gesetzgebungsperiode vom 13. Dezember 2011 bekennt sich das Land Steiermark zur sog. „Neuen Steirischen Suchtpolitik“.

Mit der Vorlage seiner neuen Suchtpolitik anerkennt das Land Steiermark das Menschenrecht auf Gesundheit vollumfänglich und gewährleistet, dass die in völkerrechtlichen Verträgen verkündeten Rechte ohne Diskriminierung hinsichtlich der ethnischen Zugehörigkeit, des sozialen Status, des Geschlechts, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung Geltung erlangen.

Diese Erklärung betrifft alle vom Land Steiermark finanzierten Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Gesamtbevölkerung beziehungsweise jenen Teilen der Bevölkerung, die psychoaktive Substanzen missbräuchlich konsumieren, ein gefährliches Substanzkonsum- oder Suchtverhalten an den Tag legen oder abhängigkeitserkrankt sind inklusive der Prävention und Behandlung, Begleitung, Beratung, Betreuung und Rehabilitation.

Maßgebliche steirische Expertinnen und Experten haben dazu beigetragen, dass die neue Steirische Suchtpolitik als mutiges Arbeitsprogramm verstanden werden kann und als Leitlinie Prioritäten zur Verbesserung der Gesundheit der Steirerinnen und Steirer festhält.

Dieses Konzept stellt auf die Verantwortung für die Gesundheit aller  Steirerinnen und Steirer, nicht nur in einem, sondern in allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen ab und lädt mehr denn je zur gemeinsamen Gestaltung ein.

Die zehn Leitlinien, die durch ihre wesentlichen Inhalte ihre Aktualität immer beibehalten, beinhalten ein aufeinander abgestimmtes Arbeitsprogramm in allen Politik- und Gesellschaftsbereichen. Maßgebliche Grundlagen der neuen Steirischen Suchtpolitik finden sich auch in der eben erst beschlossenen Nationalen Österreichische Suchtpräventionsstrategie 2016.

Mit Landtagsbeschluss Nr. 320 aus der 16. Sitzung der XVI. Gesetzgebungsperiode vom 13. Dezember 2011 wurde die Steiermärkische Landesregierung aufgefordert, gemäß den in der neuen steirische  Suchtpolitik festgelegten Leitlinien und Zielen

  • durch die Entwicklung von Aktionsplänen die gemeinschaftlichen, alle Politikfelder übergreifenden Anstrengungen zu fördern, um die individuellen und gesamtgesellschaftlichen Belastungen durch missbräuchlichen, krankheitswertigen und/oder abhängigen Konsum von alkoholhältigen Genussmitteln in der steirischen Bevölkerung zu verringern,

  • für den Abbau der Unterversorgung von Suchtkranken in der medizinischen Grundversorgung und der sozialen Arbeit sowie bei psychosozialer Betreuung und Psychotherapie für Menschen in Substitutionsbehandlung und dabei insbesondere auch für Jugendliche und Jungerwachsene bis zum 25. Lebensjahr (Drogennotfallsversorgung) sowie von Suchterkrankungen betroffenen Migrantinnen und Migranten mit unzureichender psychosozialer Versorgung zu sorgen

  • und in der politischen Arbeit einen Schwerpunkt auf möglichst rasche und effiziente Umsetzung der oben angeführten Vorhaben zu legen.

Dieser Beschluss des Landtages befindet sich seit 2012 in Umsetzung: Seit 2012 wurde im Auftrag des steirischen Gesundheitsressorts gemeinsam mit vielen Akteuren aus drei Politikfeldern (Gesellschaft, Wirtschaft, Hilfsangebote) ein steirischer Aktionsplan Alkoholprävention ausgearbeitet. Dieser Aktionsplan sieht verschiedene Maßnahmen, die sich gegenseitig ergänzen und unterstützen bzw. teilweise in Abhängigkeit zueinander stehen, zu insgesamt sieben Schwerpunkten vor:

Schwerpunkt 1: Investitionen in Suchtprävention bei Kindern, Jugendlichen und Familien

Schwerpunkt 2: Investitionen in Betriebliche Alkoholprävention

Schwerpunkt 3: Selbstverpflichtung, Anreize und Schulungen in Gastronomie, Handel und Tankstellen

Schwerpunkt 4: Aktivierende Maßnahmen in Bezug auf Feste und feiern

Schwerpunkt 5: Sicherstellen von Kapazitäten für steigenden Beratungs- und Therapiebedarf

Schwerpunkt 6: Kommunikationskonzept des Steirischen Aktionsplans Alkoholprävention

Schwerpunkt 7: Politische Gesundheitsarbeit

Die Strategie ist auf rund zehn Jahre ausgelegt und besteht aus rund 50 Teilprojekten und wurde der Gesundheitszielsteuerungskommission zur Beschlussfassung vorgelegt. Im Zuge dieser Umsetzung wird weiters ein bereits erprobtes und evaluiertes Alkohol-Behandlungsmodell auf seine Umsetzungsmöglichkeit und Praktikabilität für die Steiermark überprüft. Seit 2013 hat die Suchtmedizinische Ambulanz am Krankenhausverbund Hochsteiermark nach entsprechender Planungsarbeit 2012 die Versorgung von Suchtpatientinnen und -patienten in der Obersteiermark verstärkt.

18. Wenn ja, wie stellen sich diese konkret dar

Siehe Antworten zu Frage 17.

19. Wenn nein, weshalb nicht?

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20. Werden die Budgetmittel für Maßnahmen gegen Drogenmissbrauch aufgestockt?

Im Voranschlag 2016 wurden gegenüber dem Jahr 2015 die Mittel um 1 Mio. Euro erhöht.

21. Wenn nein, weshalb nicht?

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22. Wenn ja, wie hoch sind die zusätzlichen Budgetmittel zu beziffern?

Für 2017 sind die Budgetverhandlungen derzeit noch im Gange.