LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 778/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.09.2020, 13:29:34


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)
Fraktion(en): KPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Schulungsangebote für Covid-Management-Beauftragte in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen

Die Arbeitsbedingungen der ElementarpädagogInnen, KinderbetreuerInnen und Nachmittags- bzw. FreizeitpädagogInnen haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert.

Unfreiwillige Teilzeitarbeit ist zur Regel, die Aufgaben sind immer mehr geworden, der Verdienst blieb aber vergleichsweise gering. Die seit Jahrzehnten geforderte Senkung der Gruppengröße bzw. Erhöhung des Personalschlüssels wird bei jeder Novellierung verschoben und die PädagogInnen ein ums andere Mal vertröstet.

Eine Studie, die im Auftrag der Arbeiterkammer die Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastungen von KindergartenpädagogInnen in der Steiermark untersucht hat, zeigt nun auf, dass die Arbeitsbedingungen für die PädagogInnen leider sehr belastend sind. 30 % der befragten PädagogInnen sind ernsthaft Burnout-gefährdet, weitere 21,8 % sind bereits in einer niedrigen Burnout-Stufe, etwa 3 % sind aufgrund von Burnout bereits arbeitsunfähig. Als Grund für die Überlastung werden u.a. folgende Gründe angegeben:

·         zu wenig Vertretungspersonal

·         zu wenig Personal insgesamt

·         nicht genügend Vorbereitungszeit

·         Mehrarbeit/Überstunden.

Alarmierend sollte gerade für politische VerantwortungsträgerInnen sein, dass die PädagogInnen speziell von Trägern und Politik nicht viel Rückhalt erleben; es gibt viele Vorgaben, aber wenig empathische Unterstützung.

Die Einkommenssituation wird als sehr unbefriedigend empfunden. 47,4 % sind mit dem Gehalt unzufrieden, der Leitungszuschlag ist äußerst unattraktiv. Grund für das geringe Einkommen ist vor allem auch die unfreiwillige Teilzeitarbeit: Rund 80% der Teilzeitangestellten wollen eigentlich mehr arbeiten.

Nicht nur für LeiterInnen-Stellen finden sich daher kaum noch BewerberInnen, sondern im gesamten Kinderbildungs- und –betreuungsbereich ist das Personal knapp. Viele PädagogInnen wechseln lieber in andere Bereiche, als den erlernten Beruf unter diesen Bedingungen weiter auszuüben.

Mit der Corona-Pandemie hat sich die Lage, die ohnehin schon herausfordernd genug ist, noch weiter verschärft.

Seitens der Landesregierung werden Covid-Management-Beauftragte für jede Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtung empfohlen.

Als Vorbereitung dazu werden derzeit Schulungen von privaten Anbietern angeboten, die jedoch nicht kostenfrei sind. Es wäre wunschenswert, dass Corona-Schulungen von Landesseite für Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen organisiert und abgehalten werden.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, Schulungen für Covid-Management-Beauftragte in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen zu organisieren.

 


Unterschrift(en):
LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)