LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 6

EZ/OZ 1680/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Entwicklung von Strategien gegen bedrohliche Keime und Antibiotikaresistenzen

 

zu:
EZ 1680/1, Entwicklung von Strategien gegen bedrohliche Keime und Antibiotikaresistenzen (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Gesundheit" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 12.09.2017 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Gesundheit vom 30.05.2017 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht, eine Stellungnahme zum Antrag, Einl.Zahl 1680/1, betreffend „Entwicklung von Strategien gegen bedrohliche Keime und Antibiotikaresistenzen“ abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

„Wie im Selbständigen Antrag bereits festgestellt, handelt es sich hier um eine Themenstellung, die im Wesentlichen das Gesundheitsressort betrifft.

Zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen hat die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) das Institut für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der KAGes gegründet (http://www.krankenhaushygiene.at/), das von OA Dr. Klaus Vander geleitet wird. Dieses Institut hat hier bereits eine Vielzahl an Maßnahmen ausgerollt, um der Bedrohung von Keimen Herr zu werden (https://pallast2.stmk.gv.at/pallast-p/pub/document?dswid=-2889&ref=1c15c614-2730-44ca-a56f-95764fc953ab).

Der Vollständigkeit darf darauf hingewiesen werden, dass im Bereich der Forschung gegen bedrohliche Keime und Antibiotikaresistenzen steirische wissenschaftliche Ressourcen zielgerichtet eingesetzt werden. Das Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Graz wird von Univ.- Prof. Dr. med. Ivo Steinmetz geleitet und befasst sich in seiner Forschung intensiv mit Fragen der Infektionsbiologie, der Krankenhaushygiene und Umweltfragen und betreibt aufbauend auf den Forschungsergebnissen Infektionsprävention.

Die aktuellen Forschungsaktivitäten reichen von der Aufklärung molekularer Mechanismen bei der Wirt-Pathogen-Interaktion über die Ökologie von Umweltpathogenen bis hin zur Epidemiologie von multiresistenten Bakterien und der Entwicklung und Validierung von neuen Diagnostikverfahren.

Die Abteilung 8 – Referat Wissenschaft und Forschung hat ua auf Basis der Forschungsstrategie Steiermark einen strategischen Schwerpunkt im Bereich „Human Technology Interface“ gesetzt. Gefördert wurden Projekte – seit 2011 auf Basis von Ausschreibungen – zu thematischen Themen, die von einer externen Expertenjury zur Finanzierung empfohlen wurden.

Im Zuge der Ausschreibungsreihe HTI – HumanTechnologyInterface (Schnittstelle Mensch – Technik) hat es bereits Forschungsprojekte unter Beteiligung von JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH gegeben, die sich mit dem Thema „Infektionen“ beschäftigen. Die Jury hat die Notwendigkeit, im Bereich Infektionen durch Keime neben den Maßnahmen in den Krankenhäusern hier zusätzlich auf Forschungsebene tätig zu werden, bereits in den Vorjahren erkannt und folgende Projekte zur Umsetzung vorgeschlagen. Die Steiermärkische Landesregierung ist dem Vorschlag der Jury gefolgt und hat diese genehmigt:

  • RapInFact: Biosensoren zur frühzeitigen Detektion von Wundinfektion

Technische Universität Graz und JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbHD Dieses Projekt ist abgeschlossen und vom Referat Wissenschaft und Forschung endabgerechnet.

  • Oberflächenveränderung von Titanlegierungen zur Verbesserung der Biokompatibilität von Implantaten (BioTiMod)

Technische Universität Graz und Medizinische Universität Graz

Dieses Projekt ist abgeschlossen und vom Referat Wissenschaft und Forschung endabgerechnet.

Das Institut HEALTH – Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft hat in den letzten 15 Jahren ein erfolgreiches Institutsprofil in der Biomedizin aufgebaut. Das Arbeitsgebiet „Antibiotikaresistenz und Krankenhaushygiene“ war bisher nicht im Fokus, unter anderem auch, weil bereits die oben angeführten Institutionen die fachliche Abdeckung des Themas in der Steiermark sicherstellen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass bereits ausreichend steirisches wissenschaftliches Know-how aufgrund der Arbeiten von Herrn OA Dr. Klaus Vander und Univ.- Prof. Dr. med. Ivo Steinmetz in diesen Gebieten vorhanden ist. JOANNEUM RESEARCH hat bislang – um Doppelgleisigkeiten zu verhindern bzw um öffentliche Mittel sinnvoll einzusetzen – keinen Schwerpunkt im Bereich Antibiotikaresistenz und Krankenhaushygiene aufgebaut. Aufgrund dieser Tatsache und auch um den damit verbunden doppelten Einsatz öffentlicher Mittel zu vermeiden, wird empfohlen, dass JOANNEUM RESEARCH – Institut Health hier keinen neuen Schwerpunkt aufbaut, sondern sein Know-how auf das definierte Institutsprofil fokussiert und damit einen wertvollen Beitrag für den Wissenschafts- und Forschungsstandort Steiermark leistet.“

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Antrag, EZ 1680/1, "Entwicklung von Strategien gegen bedrohliche Keime und Antibiotikaresistenzen", der Abgeordneten der FPÖ wird zur Kenntnis genommen.

 

Die Obfrau:
LTAbg. Sandra Krautwaschl