LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 718/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 02.09.2020, 16:58:07


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)
Fraktion(en): KPÖ
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft und Wissenschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl

Betreff:
Initiative für den Erhalt des Standbeins „Elektroindustrie“ in der Region Murtal

Die prekäre Arbeitsplatzsituation und die damit verbundene Abwanderung in der Region Murtal haben sich durch den Abbau von über 100 Arbeitsplätzen bei Mondi 2018 und der jetzt drohenden Schließung der Produktion von Elektromotoren bei ATB Spielberg dramatisch verschärft. 360 Arbeitsplätze würden auf einen Schlag verloren gehen.

Seit den 70igern, mit der Schließung des Bergbaus und der weltweiten Stahlkrise, befindet die Region in einem Abwärtstrend. Zusagen, wie z.B. der Luftfahrtcluster bei der Beschaffung der Abfangjäger oder die Ansiedlung eines Motorenentwicklungszentrums bei der Revitalisierung des Ö-Rings haben sich nicht bewahrheitet oder realisieren lassen.

Die industriellen Kernelemente der Region sind die Holz und holzverarbeitende Industrie, die Stahlveredelung, Stahlverarbeitung, Maschinenbauindustrie, Zellstoff und Papierindustrie und bisher die Elektroindustrie rund um die ATB.

Wird die Produktion der ATB geschlossen, so fällt das industrielle Standbein der Elektroindustrie weitgehend weg.

Die ATB Motorenwerke sind seit den 70er Jahren, damals noch als Tochterunternehmen des deutschen Bauknecht-Konzerns, eng mit dem Murtal verbunden. In Spielberg wurden teilweise die Produktionen der Werke in Plochingen, Klingenmühle und Rottenmann übernommen und so der Weg zu einem der größten Arbeitgeber in der Region geebnet.

Die Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation bei den Zulieferfirmen und die regionale Wirtschaft insgesamt sind derzeit nicht abschätzbar. Ersatzarbeitsplätze im Bezirk Murtal in diesem Ausmaß sind nicht vorhanden, denn die Arbeitslosigkeit im Juli 2020 im Bezirk liegt bereits bei rund neun Prozent.

Langfristiges Ziel muss sein, die Abwanderung zu stoppen. und den Trend umzukehren und mittelfristig neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Dies immer unter der Berücksichtigung der Umwelt, des Klimaschutzes, der Nachhaltigkeit und der Lebensqualität der Bevölkerung. Kurzfristiges Ziel muss es sein, die bedrohten bestehenden Arbeitsplätze mit allen zu Gebote stehenden Mittel zu halten.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, alle notwendigen Schritte zu setzen, um die hunderten Arbeitsplätze zu retten, den regionalen Wirtschaftssandort zu stützen und das über Jahrzehnte aufgebaute Knowhow im Bereich Elektromotoren in der Region zu halten, insbesondere

  • ein von der öffentlichen Hand geführtes Innovations- und Kompetenzzentrum für elektrische Antriebssysteme incl. einer Außenstelle in der Region zu schaffen sowie
  • einen Entwicklungs- und Innovationsfonds für das Murtal einzurichten.

Unterschrift(en):
LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)