LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1289/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 01.04.2021, 19:35:18


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)
Fraktion(en): NEOS
Zuständiger Ausschuss: Infrastruktur
Regierungsmitglied(er): Landeshauptmann-Stv. Anton Lang, Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Konzept für sichere und wetterfeste E-Bike-Abstellplätze

Fahrräder mit Elektroantrieb bieten viele Vorteile und werden nicht nur bei Senior_innen und Sportmuffeln immer beliebter, sondern auch bei Radfahrer_innen jeden Alters und Leistungsniveaus. Nicht ohne Grund steigen daher auch die Verkaufszahlen von Jahr zu Jahr stetig an. Laut Zahlen des Österreichischen Verkehrsclubs (VCÖ) wurden 2019 österreichweit rund 170.000 neue Elektro-Fahrräder gekauft, das heißt 18-mal so viele wie E-Autos und 70-mal so viele wie E-Mopeds und E-Motorräder. Insgesamt gibt es in Österreich damit bereits mehr als 750.000 E-Bikes. Auch in der Steiermark sind viele Menschen bereits auf das Fahrrad mit E-Motor umgestiegen, hier zählt man gut 90.000 Elektro-Bikes. Das E-Bike kann aber nicht nur als Sport- und Freizeitgerät zum Einsatz kommen, sondern auch als alltägliches Transportmittel zum Arbeitsplatz oder als Zubringer-Verkehrsmittel zur S-Bahn, zum Zug oder zum Bus, um dann weiter zu pendeln. Denn E-Biker legen laut Studien 50 Prozent mehr Strecke zurück als unmotorisierte Fahrradfahrer_innen. Damit ist das E-Bike auch ganz klar eine Alternative zum Auto. Schließlich sind etwa zwei Drittel der mit dem Auto zurückgelegten Wege in der Steiermark kürzer als 15 Kilometer und könnten damit auch mit dem E-Fahrrad bestritten werden (https://steiermark.orf.at/stories/3051476/). Das elektrounterstützte Rad bringt außerdem beträchtliche Emissionseinsparungen und kann durch seine Reichweite, Flexibilität und Wendigkeit sowohl im innerstädtischen Verkehr als auch in dünn besiedelten Gegenden, in denen das durch Muskelkraft betriebene Rad kaum präsent ist, mit dem Auto konkurrieren.

Das Potenzial, Autofahrten auf E-Bikes zu verlagern und damit Emissionen und Staus zu reduzieren, ist zwar sehr groß, gleichzeitig weißt der VCÖ jedoch darauf hin, dass aufgrund der mangelnden Infrastruktur für den Radverkehr die Möglichkeiten elektrisch betriebener Fahrräder nicht gänzlich ausgeschöpft werden können (https://www.vcoe.at/presse/presseaussendungen/detail/vcoe-bereits-mehr-als-750-000-e-fahrraeder-in-oesterreich-e-fahrraeder-klarer-spitzenreiter-unter-den-e-fahrzeugen). 

Gerade jetzt, wo die emissionsarme Radinfrastruktur in der Steiermark mit finanziellen Mitteln in der Höhe von 100 Millionen Euro ausgebaut wird, darf auf Investitionen in geeignete Abstellplätze für E-Bikes nicht vergessen werden. Denn das sichere und komfortable Parken der oft teuren Fortbewegungsmittel trägt erheblich zur Nutzung bei. Geeignete Abstellflächen schützen die Räder vor Wind, Wetter und Diebstahl. Im Idealfall bieten sie auch eine Station zum Laden der Akkus. Leider fehlt es vor allem in den steirischen Ballungszentren und an wichtigen Verkehrsknoten, wo man in öffentliche Verkehrsmittel umsteigen kann, derzeit an zentralen und sicheren Abstellplätzen, obwohl damit insbesondere in Graz und Graz-Umgebung Anreize gesetzt werden könnten, damit Erwerbstätige vermehrt mit dem E-Bike zum Arbeitsort pendeln.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, 

ein Konzept für flächendeckende, witterungs- und diebstahlsichere E-Bike-Abstellplätze, welche im Idealfall mit E-Ladestationen ausgestattet werden, in den steirischen Ballungsräumen und an Verkehrsknoten zu erarbeiten und umzusetzen. 


Unterschrift(en):
LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)