LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 235/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.01.2020, 09:26:31


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Gerhard Hirschmann (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft und Wissenschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl

Betreff:
FH-Studienlehrgang für die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege in Leoben etablieren

Die im Juni 2016 beschlossene Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes brachte massive Änderungen im Bereich der Pflegeberufe mit sich. Seitdem ist das Aufgaben-  und Tätigkeitsfeld in der Pflege dreistufig gegliedert. Neben dem gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege gibt es die Pflegeassistenz und die Pflegefachassistenz. Das Land Steiermark bietet entsprechende Lehrgänge an mehreren Standorten an, wobei die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege derzeit nur in Graz und Leoben angeboten wird. (Quelle: http://www.gesundheitsausbildungen.steiermark.at/cms/beitrag/12642023/142418016/) Spätestens 2024 könnte sich selbst dieses Ausbildungsprogramm weiter einschränken, da die Ausbildung sukzessive an die Fachhochschule in Graz überführt werden soll.

Das Vorhaben der Landesregierung stößt bei vielen Steirern auf Unverständnis. Schließlich würde mit der Abwanderung des Ausbildungszweigs aus Leoben der letzte Standort verloren gehen, an dem in der Obersteiermark noch eine Ausbildung im gehobenen Pflegedienst absolviert werden kann. Dadurch würde die Abwanderung aus dem ländlichen Raum weiter befeuert werden, da insbesondere junge Menschen abseits des steirischen Zentralraums gezwungen wären, ihre Ausbildung in Graz zu absolvieren. Dies hätte zweifelsohne auch eine weitere Verschärfung des Pflegekräftemangels in peripheren Krankenanstalten zur Folge, da eine Rückkehr in die Heimatgemeinden nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss in Graz allzu oft unterbleibt.

Das Land Steiermark muss zur Stärkung der Regionen folglich alles daransetzen, dass auch weiterhin eine Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege in der Obersteiermark möglich ist. Wie auch ihr Vorgänger ist Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß nun gefordert, in Zusammenarbeit mit der FH Joanneum die Etablierung eines entsprechenden Studienzweigs in Leoben sicherzustellen. Zuspruch würde sie dabei wohl nicht nur von den steirischen Freiheitlichen, sondern auch von ihrem roten Regierungspartner erfahren. So unterstützt beispielsweise der Leobner SPÖ-Bürgermeister Kurt Wallner die Forderung der FPÖ. Wie die „Woche“ am 16. Mai 2019 berichtete, argumentiert der SPÖ-Stadtchef wie folgt: „Leoben ist von der Größe des Krankenhauses, seiner zentralen Lage, der hohen Anzahl an Beschäftigten und seiner Führungsposition in der Obersteiermark der ideale Standort für eine Fachhochschule. Es ist nicht einzusehen, dass in Leoben künftig keine Diplomkrankenschwestern mehr ausgebildet werden sollen. Eine Fachhochschule für den gehobenen medizinischen Dienst muss unbedingt in Leoben etabliert werden." (Quelle: https://www.meinbezirk.at/leoben/c-politik/krankenpflegeschule-in-leoben-wackelt_a3396525)

Im Sinne der Stärkung der Regionen und um effektive Maßnahmen gegen die Landflucht sowie gegen den vorherrschenden Mangel an professionell ausgebildetem Pflegepersonal zu setzen, wird eine Etablierung des FH-Lehrganges in Leoben unumgänglich sein.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit der FH Joanneum die Etablierung eines FH-Studienlehrganges für die Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege in Leoben sicherzustellen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Gerhard Hirschmann (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ)