LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 355/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 29.10.2015, 15:56:39


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Ing. Sabine Jungwirth (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Landwirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrat Johann Seitinger

Betreff:
Jagd auf gezüchtete Tiere

In der Steiermark ist es erlaubt, Tiere aus Zuchtgattern oder Volieren vor der Jagd freizulassen und zum Abschuss freizugeben.

Tierschutzorganisationen, aber auch Jägerinnen und Jäger in der Steiermark kritisieren seit langem diese „Auswilderungspraxis“. Dabei werden die Tiere, z.B. Fasane, Rebhühner oder Stockenten, speziell für den Zweck der späteren Bejagung gezüchtet (teilweise auch aus dem Ausland importiert), in den Wäldern freigelassen und schon wenige Wochen später zum Abschuss freigegeben. Es kommt sogar vor, dass diese Tiere kurz vor Beginn der Jagd in Einzelkäfige in die Nähe von Schützenständen gebracht werden, um sie vor den Schützen auszulassen. Tiere, die freigelassen werden, aber während der Jagd nicht geschossen werden, haben nur wenig Chance, in freier Wildbahn zu überleben. Sie sind ein Leben in Gefangenschaft mit Fütterung gewohnt sind und somit leichte Beute für Raubtiere oder müssen verhungern. Das Argument, Freilassungen dienen der Bestandserhaltung des Niederwildes ist somit nicht nachvollziehbar.

KritikerInnen fordern seit Jahren ein klares Verbot dieser Form der nicht waidgerechten Jagd. Dieser „Schießsport auf lebende Ziele“ ist ethisch nicht vertretbar und mit einer nachhaltigen Jagd nicht vereinbar.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, dem Landtag eine Regierungsvorlage zum Jagdgesetz vorzulegen, mit der die Jagd auf ausgesetzte Zuchttiere verboten wird.


Unterschrift(en):
LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Ing. Sabine Jungwirth (Grüne)