LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 90/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.06.2015, 15:42:09


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Aufrechterhaltung des 24-Stunden-Betriebes der Chirurgischen Ambulanz des LKH Hochsteiermark am Standort Eisenerz

Begründung:

Der nächste Schritt zur Ausdünnung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum wurde mit der Reduzierung der Ambulanzzeiten der Chirurgie Eisenerz am LKH Hochsteiermark gesetzt. Bisher garantierte ein 24-Stunden-Betrieb die Rundumversorgung von Patienten, dieser soll nun auf acht Stunden pro Tag, von 07.00 bis 15.00 Uhr, eingeschränkt werden. Dies entspricht einer Reduktion der Betriebszeiten von beinahe 67 Prozent. Als Begründung hierfür wird neben dem Ärztemangel die „zu geringe Frequenz in den Nachtstunden“ genannt. Im Zeitraum zwischen 15.00 und 07.00 Uhr muss künftig die Chirurgische Ambulanz in Leoben „aushelfen“, der Patiententransport soll indes vom Roten Kreuz durchgeführt werden.

 

Außerhalb der Ambulanzzeiten des Eisenerzer Krankenhauses hat künftig eine verletzte Person zur Versorgung am LKH Leoben einen zusätzlichen Anfahrtsweg von über 30 Kilometer in Kauf zu nehmen, dies entspricht einem zeitlichen Mehraufwand von mehr als 30 Minuten. Von einer Kostenersparnis oder gar von einer Reform aufgrund der Reduktion der Ambulanzzeiten der Chirurgischen Abteilung in Eisenerz kann keine Rede sein. Denn der finanzielle Aufwand für die vermehrten Rettungsfahrten vom Raum Eisenerz nach Leoben wird durch die geplante Maßnahme deutlich ansteigen. Gerade bei schwerverletzten Personen kann es durch die verlängerten Fahrtzeiten zu lebensbedrohlichen Situationen kommen.

 

Weiters ist auf das „Nordische Ausbildungszentrum“ in Eisenerz hinzuweisen. Dort werden junge Sportler auf eine Profikarriere in den Disziplinen Biathlon, Nordische Kombination, Sprunglauf und Langlauf vorbereitet. Dabei handelt es sich um Sportarten, bei denen es zu Unfällen mit komplizierten Verletzungen kommen kann, welche eine rasche Behandlung benötigen. Angesichts der Einschränkung der Öffnungszeiten am Standort Eisenerz muss bezweifelt werden, ob in Zukunft eine unverzügliche Versorgung während des Zeitraumes zwischen 15.00 bis 07.00 Uhr aufrechterhalten werden kann.

 

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sprach erst am 17. Juni 2015 in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ von „alternativlosen Reformen“ im Spitalswesen. Dieser Einschnitt in das steirische Gesundheitswesen hat letztlich eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum zur Folge.

 

 


Es wird daher der Antrag gestellt, der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, von einer Reduzierung der Öffnungszeiten der Chirurgischen Ambulanz am LKH Hochsteiermark am Standort Eisenerz Abstand zu nehmen und im Sinne des öffentlichen Grundversorgungsauftrages den 24-Stunden-Betrieb sicherzustellen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)