LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2344/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.03.2018, 09:44:55


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Infrastruktur
Regierungsmitglied(er): Landesrat Anton Lang

Betreff:
Durchlichtung des Schilderwaldes auf steirischen Straßen

Das steigende Verkehrsaufkommen der letzten Jahrzehnte auf Österreichs Straßen, die Erhöhung des Durchschnittsalters der Straßenbenützer und eine immer stärker werdende Informationsüberflutung im Alltagsverkehr führen zu einer rasant ansteigenden Komplexität für sämtliche Verkehrsteilnehmer. Aufgrund dessen kommt den Verkehrsleiteinrichtungen eine immer wichtiger werdende Bedeutung zu. Damit diese Klarheit im Straßenverkehr schaffen können, muss ein besonderes Augenmerk auf die Lesbarkeit und Sinnhaftigkeit gelegt werden.

Tatsächlich wird der Straßenbenützer mit einer oftmals unübersichtlichen Situation konfrontiert. Nicht nur bei hohen Geschwindigkeiten ist aufgrund der Fülle an Straßenschildern ein schnelles Erfassen der Regelungen schwierig, auch in Ortsgebieten stößt der Lenker eines Fahrzeuges häufig an die Grenzen des Zumutbaren, wenn es um das ganzheitliche Verstehen der Straßenverkehrsvorschriften geht.

Die „Kleine Zeitung“ widmete sich diesem Thema bereits am 31. Juli 2016 unter dem Titel „Warum die Grazer Straßen einem Schilderwald gleichen“: „Auf wenigen Quadratmetern drängen sich 20 Verkehrszeichen, Werbetafeln nicht mitgerechnet. Kleine Zeitung-Leser Karl Krachler wundert sich über diesen Schilderwald, den er in der Grazer Körösistraße entdeckt hat. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass ein Mensch drei Informationen pro Sekunde verarbeiten kann. Ein Auto- oder Radfahrer, der etwa an dieser Stelle in der Körösistraße vorbei kommt, kann damit gar nicht alle Hinweise erfassen, die für ihn gedacht sind. ‚Je mehr Schilder stehen, desto weniger wird insgesamt wahrgenommen‘, weiß Markus Gansterer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Rein fachlich hat am Beispiel Körösistraße jedes Schild seine Berechtigung. ‚Es müssen im Verkehrsrecht so viele Verordnungen kundgemacht werden, da summieren sich die Verkehrszeichen natürlich‘, sagt Gansterer vom VCÖ. Seine Forderung lautet daher: ‚Eine Vereinfachung der Straßenverkehrsordnung.‘ […] Manchmal reicht auch ein Schild, um überfordert zu sein. Am Kaiser-Franz-Josef-Kai soll eine Verkehrstafel dem Autofahrer den Weg weisen. Das könnte klappen, wenn man anhält, um als Ortsunkundiger die Tafel genau zu studieren. Denn wie man genau nach Süden oder Norden oder Richtung Zentrum kommt, erschließt sich einem erst auf den zweiten oder dritten Blick.“ (Quelle: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5059988/Kuriose-Verkehrszeichen_Warum-die-Grazer-Strassen-einem)

Verkehrstafeln sollten den Sinn haben, ein geordnetes Befahren der Straßen sicherzustellen. Wenn jedoch die Straßenbenützer mit einer oftmals unüberschaubaren Situation, ausgelöst durch eine Vielzahl an Schildern, konfrontiert werden, kann genau das Gegenteil passieren und es zu einer Ablenkung kommen. Um dem entgegenwirken zu können, ist es notwendig, einfache und übersichtliche Situationen auf Österreichs Straßen zu schaffen.

Die Bundesregierung hat sich laut dem Regierungsprogramm 2017 – 2022 „Zusammen. Für unser Österreich.“ die Entbürokratisierung im Straßenverkehr zum Ziel gesetzt. Die türkis-blauen Verantwortungsträger haben in dieser Thematik den Handlungsbedarf erkannt und folgendes im Koaltionsübereinkommen festgehalten: „Reduktion des Schilderwaldes: Überprüfung der Notwendigkeit der ausgeschilderten Gebote und Verbote“. Dieses Vorgehen sollte auch von steirischer Seite unterstützt werden. In einem ersten Schritt müsste eine Evaluierung sämtlicher Verkehrsschilder durchgeführt werden, um in einem weiteren Schritt die Veränderungen von Verkehrsleiteinrichtungen in die Wege leiten zu können.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. eine Evaluierung der Notwendigkeit der ausgeschilderten Gebote und Verbote an steirischen Straßen durchzuführen,

  2. gegebenenfalls eine Reduzierung von nicht notwendigen Verkehrstafeln anzustrengen und

  3. dem Landtag Steiermark darüber Bericht zu erstatten.

 


Unterschrift(en):
LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)