LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1626/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 27.04.2017, 12:25:54


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurse an steirischen Pflichtschulen

Mädchen und Frauen sind in ihrem Leben häufig mit sexualisierter Gewalt konfrontiert, trotzdem ist ein flächendeckendes Angebot an kostengünstigen Selbstverteidigungskursen für junge Frauen leider noch immer keine Selbstverständlichkeit. Eine von drei weiblichen Personen erfährt Gewalt in ihrem Leben (Quelle: Österreichisches Institut für Familienforschung, Prävalenzstudie 2011). Aus diesem Grund ist es wichtig, bereits in der Schule zu lernen, dem Gegenüber Grenzen aufzuzeigen und zu setzen. Übergriffe jeglicher Art sind nicht zu dulden, daraus ergibt sich die Notwendigkeit, schon junge Menschen in ihrem Selbstbestimmungsrecht zu stärken. Belästigungen und Angriffe in aller Öffentlichkeit, bei großen Veranstaltungen im Schutze der Anonymität und auch Vorkommnisse im Privaten dürfen nicht länger hingenommen werden.

Laut einer Anfragebeantwortung durch Innenminister Wolfgang Sobotka ist die Zahl der Anzeigen wegen Delikte gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung in der Steiermark im Vorjahr um 21 Prozent gestiegen, die Dunkelziffer ist vermutlich noch viel höher. Im Zeitraum 2015 bis 2016 erhöhten sich diese strafbaren Handlungen durch Nichtösterreicher um knappe 70 Prozent, die Zahl der Delikte, die von Asylwerbern begangen wurden, vervierfachte sich nahezu. Die Täter stammen vorwiegend aus Syrien und Afghanistan. (Quelle: Anfragebeantwortung 11006/AB vom 24.03.2017 durch das BMI zu der parlamentarischen Anfrage 11456/J (XXV. GP))

Sowohl Frauen als auch Kinder werden vermehrt Opfer sexueller Attacken mit Gewaltanwendung. Das subjektive Sicherheitsempfinden schwindet und das Vertrauen der Menschen in die Exekutive sinkt. Derartige Geschehnisse sind der Grund dafür, dass immer mehr Menschen Selbstverteidigungskurse besuchen. Frauen jeglichen Alters treffen sich dort, um Abwehr-, Griff- und Schlagtechniken für den Ernstfall zu erlernen. Seit der ungezügelten Massenzuwanderung nach Europa sind solche Maßnahmen leider notwendig geworden, um sich gegen mögliche Übergriffe wehren zu können. Dem Umstand, dass es sich bei einem Großteil der Täter um asylwerbende Männer handelt, muss die Politik auf Bundes- und Landesebene endlich Rechnung tragen. Es ist erforderlich, der Tatsache ins Auge zu blicken, dass die Sicherheit von Frauen und Kindern im öffentlichen Raum oftmals nicht mehr entsprechend gewährleistet werden kann.

Gerade die Schule als Ort der Bildung und des Erwachsenwerdens würde sich ideal eignen, um mit Vorbildwirkung erste Maßnahmen und Grundlagen für eine Wehrhaftigkeit junger Frauen zu implementieren. Es gilt, sich aktiv dafür einzusetzen und die Voraussetzungen zu schaffen, an den steirischen Pflichtschulen entsprechende Trainings und Kurse, sowohl für Kinder als auch für Frauen jeglichen Alters, anzubieten.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, in Absprache mit der amtsführenden Präsidentin des Landesschulrates für Steiermark

  1. einen Muster-Leitfaden für die Organisation von Selbstverteidigungs- bzw. Selbstbehauptungskursen an Schulen zu erstellen und diesen den steirischen Schulen zur Verfügung zu stellen sowie

  2. zu prüfen, inwiefern solche Trainings finanziell unterstützt werden können.


Unterschrift(en):
LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)