LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 359/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 30.10.2015, 08:49:26


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Aufrechterhaltung der steirischen Schmerzambulanzen

Österreichweit gibt es derzeit 44 Schmerzambulanzen. Dies ist zu wenig, wie auch die „Kleine Zeitung“ in ihren Ausgaben vom 28. Mai 2015 und vom 22. September 2015 feststellte. Hinzu kommt, dass sich die Anzahl wohl weiter reduzieren wird. Diese Entwicklungen sind äußerst bedauerlich, zumal bereits jetzt bei weitem nicht alle der rund 23.000 steirischen Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden, versorgt werden können. Nicht einmal die Hälfte von ihnen kann derzeit in einer der zehn steirischen Einrichtungen behandelt werden. Doch anstatt das Angebot entsprechend der Nachfrage zu erhöhen, musste die Schmerzambulanz der Barmherzigen Brüder Graz schließen. Vier weitere Krankenhäuser haben ihren schmerztherapeutischen Betrieb reduziert, zwei davon werden vermutlich zusperren.

Die Gründe für die Einschränkung der Leistungsangebote resultieren zum einen aus dem fehlenden Personal – vor allem seit Inkrafttreten des neuen Arbeitszeitengesetzes – und zum anderen aus dem Umstand, dass die Schmerzambulanzen selbst nicht gewinnbringend sind. Im Normalfall sind die Abteilungen sogar Negativposten in den Spitalbudgets. Tatsächlich würden effektive Schmerztherapien aber den Krankenhäusern einen Wettbewerbsvorteil bringen, wie eine von der „Kleinen Zeitung“ zitierte Expertin erläutert. Schließlich gehen die Patienten dann früher nach Hause, sie haben weniger Komplikationen und weniger Sekundärerkrankungen wie Lungenentzündungen, weil die Patienten schneller mobilisiert werden. Das bedeutet, dass Patientenzufriedenheit sowie Frequenzen steigen und die Krankenhäuser mehr Umsatz erzielen.

Der Nutzen, den ein funktionierendes Schmerztherapiesystem sowohl für die Patienten als auch für die Spitäler selbst hat, lässt sich wohl nicht leugnen. Es ist daher im Sinne einer umfassenden und langfristig ausbalancierten Krankenversorgung unumgänglich, die Versorgung der unter chronischen Schmerzen Leidenden durch die Aufrechterhaltung der vorhandenen Schmerzambulanzen in der Steiermark sicherzustellen. Zudem sollte evaluiert werden, inwiefern entsprechende schmerztherapeutische Einrichtungen an weiteren steirischen Standorten von Vorteil wären.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. die Aufrechterhaltung der derzeit existierenden Schmerzambulanzen in der Steiermark zu garantieren und
  2. eine Evaluierung durchzuführen, inwiefern durch die Errichtung weiterer schmerztherapeutischer Einrichtungen in der Steiermark der Nutzen sowohl für die Patienten als auch die Spitäler selbst erhöht werden kann.

Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)