LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2095/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 20.12.2017, 11:02:46


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Umwelt
Regierungsmitglied(er): Landesrat Anton Lang

Betreff:
Schutz für die letzten alpinen Freiräume

Der Alpenraum ist vom Klimawandel stärker als andere Regionen betroffen. Auch in Österreich wurde in den Alpen ein höherer Temperaturanstieg als im globalen Vergleich gemessen. Dazu kommen der nach wie vor steigende Flächenverbrauch, die Zerschneidung der Landschaften, erhöhtes Verkehrsaufkommen, steigende künstliche Beleuchtung während der Nachtstunden etc. Und der Druck auf die letzten alpinen Freiräume steigt weiter an. Dagegen nimmt die Anzahl der brachliegenden Industrie- und Siedlungsflächen stetig zu.

WWF, Alpenverein und Naturfreunde fordern nun in einem Positionspapier einen aktiven Schutz der letzten alpinen Freiräume. Nur knapp 40 Prozent der in Österreich noch vorhandenen naturbelassenen Flächen sind rechtlich geschützt, 60 Prozent akut gefährdet.

Laut einer Analyse des Instituts für soziale Ökologie SEC sind nur noch 7 Prozent der Österreichischen Staatsfläche (ca. 5.900 km2) weitgehend naturbelassene und großtechnisch unerschlossene Landschafts- und Naturräume. Fast zwei Drittel liegen in den höchsten Gebirgsregionen. Die ermittelten naturbelassenen Flächen liegen zum Großteil in Tirol (56%), gefolgt von Salzburg (13%), Kärnten (11%), Vorarlberg und Steiermark (jeweils 10%).

Dabei hat sich Österreich im Rahmen der Alpenkonvention u.a. dazu verpflichtet, Ruhezonen auszuweisen, in denen auf touristische Erschließung verzichtet wird, Schutzgebiete mit ihren Pufferzonen, Schon- und Ruhezonen sowie unversehrte naturnahe Gebiete und Landschaften zu bewahren und sparsam und schonend mit dem Boden umzugehen.

Daher fordern die Umweltorganisationen eine ökologisch nachhaltige Raumordnung und einen politischen Umdenkprozess im Umgang mit den Ressourcen Boden und Naturhaushalt, eine zukunftsfähige Raumentwicklung, die die unterschiedlichen Nutzungsansprüche und Schutzaspekte berücksichtigt.

Die Allianz von WWF, Alpenverein und Naturfreunde kritisiert in diesem Zusammenhang auch, dass bei Energiesparmaßnahmen und Erhöhung der Energieeffizienz bestehender Anlagen noch zu wenig getan wird und daher Aufholbedarf besteht.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit den alpinen Bundesländern Schutzkonzepte für die verbliebenen alpinen naturbelassenen Landschafts- und Naturräume zu entwickeln sowie durch eine Novelle zum Raumordnungsgesetz eine vorausschauende und nachhaltige alpine Raumentwicklung sicherzustellen. 


Unterschrift(en):
LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)