LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 582/2

Schriftliche Anfragebeantwortung (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 17.08.2020, 15:44:46


Zu:
582/1 Ortsbildschutz
(Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT))

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler
Beilagen: Schriftliche Anfragebeantwortung Ortsbildschutz.pdf

Betreff:
Ortsbildschutz

Die Anfrage vom 17.06.2020, Einl.Zahl 582/1 der Abgeordneten LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler und LTAbg. Dr. Werner Murgg betreffend "Ortsbildschutz" beantworte ich wie folgt:

1. Gab es in der Vergangenheit konkrete Überlegungen oder Pläne für einen Ortsbildschutz in Irdning?

Am 16.01.1996 erging von Bürgermeister und Gemeinderat der Marktgemeinde Irdning gemeinsam mit den Ortsplanern (ARGE Irdning 2000) eine Einladung zu einem Bürgerdialog (22.01.1996) mit dem Thema „Festlegung von Ortsbildschutzzonen (Irdning, Altirdning, Raumberg) zur Wahrung der Identität“ an alle Irdninger Haushalte. Hauptreferent dieser Veranstaltung im Rahmen der „Offene(n) Kommunale(n) Zukunftsplanung – Irdning 2000“ war Oberbaurat DI Gernot Axmann, der zu diesem Zeitpunkt in der Landesverwaltung gemeinsam mit der Ortsbildkommission für den Themenbereich Ortsbild zuständig war. Da es seither keinen Aktenvorgang gibt, muss angenommen werden, dass das Ergebnis dieses Bürgerdialogs kein Mandat für eine Weiterverfolgung des Themas Ortsbild in der Marktgemeinde bedeutete.
 

2. Gibt es allgemeine Pläne, den Ortsbildschutz wieder verstärkt zu forcieren?

Ein wichtiger Faktor für eine Förderung des Ortsbildgedankens liegt in der Bewusstseinsbildung. Am 22.01.2020 wurde die Publikation der Ortsbildkommission unter dem Vorsitz von Mag. DI Eva Guttmann „Erhalten und gestalten – Ortsbildschutz in der Steiermark“ im Grazer Haus der Architektur präsentiert. Das aus Mitteln der Abteilung 9 Kultur, Europa, Sport und der Abteilung 16 Verkehr und Landeshochbau finanzierte Buch wurde im Februar allen steirischen Gemeinden mit der Intention übermittelt, daraus Anregungen für die eigene Entwicklung abzuleiten. Mit dem gleichen Ziel lädt die Ortsbildkommission für die Steiermark als beratendes Organ für die Landesregierung jährlich alle steirischen Gemeinden zu einer Ortsbildfachtagung ein und ist im ganzen Land unterwegs um zu diesem Thema zu informieren. Die Landesregierung hat bisher in 63 steirischen Gemeinden Ortsbildschutzgebiete verordnet. Im österreichischen Bundeländervergleich folgen Tirol mit neun und Salzburg mit sieben Gemeinden mit von der Landesregierung verordneten Schutzgebieten.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist selbstverständlich die – jeweils auf die Bedürfnisse der Zeit und mit Blick in die Zukunft – optimale Ausgestaltung der gesetzlichen Grundlagen zum Themenkreis Baukultur und Ortsbild, die spätestens seit der Neufassung des Grazer Altstadterhaltungsgesetzes 2008 diskutiert wird.

 

 

 

 

 

Landesrat Mag. Christopher Drexler