LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1273/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.11.2016, 08:34:23


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Umwelt
Regierungsmitglied(er): Landesrat Anton Lang, Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Der Tötung von Eintagsküken entgegenwirken

Laut § 6 Tierschutzgesetz (TschG) ist es verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten. Leider gehört es in Teilen der Geflügelwirtschaft, vorwiegend in Großbetrieben, zum Alltag, sogenannte Eintagsküken zeitnah zum Schlüpfzeitpunkt zu „beseitigen“. Laut der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ wurden im Jahr 2014 in der Legezucht österreichweit 9,4 Millionen männliche Küken getötet. (Quelle: http://www.vier-pfoten.at/kampagnen/nutztiere/eintagskueken/)

Aufschluss über den Grund, warum diese fragwürdige Praxis angewendet wird, gibt unter anderem die Tierschutzombudsstelle Steiermark: „Für die Eierproduktion werden Legehybrid-Hühnerrassen verwendet. Hierfür gibt es eigene Zuchtställe. Die dort gelegten befruchteten Eier werden zu Brütereien geliefert, wo sie ausgebrütet werden. Dabei schlüpfen ca. 50 % weibliche und 50 % männliche Küken. Da Hähne keine Eier legen, werden diese noch am selben Tag nach dem Schlupf aussortiert (in der Fachsprache ‘sexen‘ genannt). Die weiblichen Küken kommen in die Aufzucht, aber was macht man mit den männlichen Tieren? Da es sich bei Legehybrid-Hühnern um spezielle Rassen handelt, die nur auf Legeleistung gezüchtet werden, eignen sich diese männlichen Küken nicht zur ‚Hähnchenmast‘, da sie im Vergleich zu Mastgeflügelrassen nicht so viel Fleisch ansetzen. Somit sind die Legehybrid-Hähne für Hühnermastbetriebe unrentabel. Diese Hähne würden nie die vom Konsumenten gewünschten überdimensionierten Bruststücke bzw. Keulen entwickeln. Aus diesen Gründen gingen die Brütereien dazu über, die männlichen Küken gleich nach dem Schlupf zu vergasen oder sogar lebend zu schreddern.“ (Quelle: http://www.tierschutzombudsstelle.steiermark.at/cms/beitrag/11974668/50074656/)

Aus Sicht des Tierschutzes ist das Töten von Eintagsküken absolut abzulehnen. Das Argument der ökonomischen Rentabilität zu Lasten des Tierschutzes darf in einer zivilisierten Gesellschaft wie der unseren keinen Platz haben. Es ist höchst an der Zeit, alternative Methoden auszuarbeiten und so dem unbegründeten Töten von gerade erst geschlüpften Küken Einhalt zu gebieten.

Ein sinnvoller Lösungsansatz hierbei wäre, die Hühnerhaltung wieder verstärkt auf die „Zweinutzungsrassen“ umzustellen. Hierzu führt die steirische Tierschutzombudsstelle wie folgt aus: „Dies bedeutet, dass die weiblichen Küken zum Eierlegen verwendet werden könnten. Diese Hühner würden dann aber keine 280 Eier pro Henne und Jahr legen, sondern nur 180 - 200 Stück. Die Hähne könnte man alle mästen und eben nicht schon nach 6 - 7 Wochen schlachten, sondern sie würden erst im Alter von 10 - 18 Wochen ihr Schlachtgewicht erreichen. Viele Betreiber von Zucht-, Aufzucht-, Mast- und Legebetrieben hätten mit dieser Variante sicher kein Problem, wenn die Wirtschaftlichkeit weiter gegeben wäre. Längere Mastzeiten und weniger Legeleistung pro Lege- oder Mastperiode bedeuten aber, dass sich die Preise dieser Lebensmittel erhöhen müssten. Somit hat es wieder der Mensch - also die Konsumentin und der Konsument - in der Hand, welche Produktionsformen sich etablieren werden.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. an die Bundesregierung heranzutreten und ein Verbot der im Widerspruch zu § 6 TSchG stehenden Praxis der Tötung von Eintagsküken einzufordern und

  2. im eigenen Wirkungsbereich alle möglichen Maßnahmen hinsichtlich der Praxis der Tötung von Eintagsküken zu setzen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)