LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 1

EZ/OZ 2039/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Regionen

Betreff:
Frauen im ländlichen Raum

 

zu:
EZ 2039/1, Frauen im ländlichen Raum (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Regionen" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 20.03.2018 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Regionen vom 05.12.2017 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht, eine Stellungnahme zum Antrag, Einl.Zahl 2039/1, Frauen im ländlichen Raum, abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

Mit dem gegenständlichen Antrag soll die Landesregierung aufgefordert werden, alle steirischen Gemeinden finanziell, organisatorisch und inhaltlich zu unterstützen, jeweils zumindest 10 der vorgeschlagenen Maßnahmen der Studie "Gehen oder Bleiben?" der Raumplanerin Dr.in Gerlind Weber von der Universität für Bodenkultur Wien in einem breiten Beteiligungsprozess umzusetzen.

Die Vielfalt der in der Studie genannten möglichen Maßnahmen ist gegliedert in

  • Atmosphärisches/Identifikationsbildung,
  • Freizeitgestaltung/Ehrenamt,
  • Mobilität,
  • Versorgungsqualität/Organisation des täglichen Lebens,
  • Wohnraum,
  • Ausbildung/Arbeitsplatz/Weiterbildung und
  • Partnerschaft/Familie/Kinderbetreuung

Aufgrund der sehr unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen werden in der Steiermark Strategien und Maßnahmen zur Minimierung der Trends zur Abwanderung aus den ländlichen Räumen überwiegend auf Regionsebene erarbeitet bzw. umgesetzt.

Zur Vorbereitung auf die EU-Programmplanungsperiode 2014 - 2020 wurden in den 7 Regionen der Steiermark unter Federführung des jeweiligen Regionalmanagements sogenannte Regionale Entwicklungsleitbilder erstellt, die sich mit den aktuellen Trends der Raumentwicklung und geeigneten Maßnahmenpaketen zur Entwicklungssteuerung beschäftigten.

Leitziel aller Regionalen Leitbilder ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der steirischen Regionen im Sinne einer räumlich ausgewogenen, eigenständigen und nachhaltigen Entwicklung. Unter den Rahmenbedingungen der prognostizierten demografischen Entwicklungen sowohl im ländlichen Raum (Bevölkerungsrückgang / Abwanderung und Überalterung) wie auch in Wachstumsräumen der Steiermark sowie den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besteht hoher Bedarf an strategischer Ausrichtung der Regionalen Entwicklungspolitik mit entsprechenden Entwicklungsprojekten.

Diese Leitbilder wurden unter breiter Beteiligung von Stakeholdern in der jeweiligen Region - insbesondere auch der bestehenden Jugendmanagements - und in Abstimmung mit den Strategien des Landes (z. B. Steirische Frauen- und Gleichstellungsstrategie 2020) erarbeitet.

Die demografische Entwicklung der Region wurde in allen Entwicklungsleitbildern behandelt, wobei auf unterschiedliche Aspekte der Bevölkerungsentwicklung fokussiert wurde: Abwanderung junger Bevölkerungsschichten generell sowie junger Frauen, Erhöhung der Anteile älterer Bevölkerungsschichten, Wanderungsbewegungen (Faktoren zur Förderung von Zuzug), etc.

Dieser breite Zugang entspricht der umfassenden Themenvielfalt, die im gegenständlichen Antrag bzw. in der zitierten Studie "Gehen oder Bleiben?" angeführt wird. Auf dieser Basis werden aktuell mit Hilfe unterschiedlichster Fördermaßnahmen (z.B. LEADER, LA21, Interreg, IWB) laufend einzelne Projekte zur Erhöhung der Lebensqualität im ländlichen Raum sowie zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der Bildungs- und Berufschancen etc. in den Regionen umgesetzt.

Mit Inkrafttreten des Steiermärkischen Landes- und Regionalentwicklungsgesetzes StLREG2018 stehen für Regionalentwicklungsmaßnahmen zusätzliche Mittel für eigenverantwortliche Projektumsetzungen in den Regionen zur Verfügung.

Gemeinden können somit bereits heute vielfältige Projekte zum gegenständlichen Themenbereich umsetzen. Der Vorteil der interkommunalen bzw. regionalen Ebene besteht darin, durch Synergien effizientere Projekte und damit eine breitere Maßnahmenwirksamkeit erreichen zu können.

Seitens des Regionalressorts wird aktuell zu den angeführten Themenbereichen ein Fördercall für Projekte, die speziell zur Erhöhung der Lebensqualität von Frauen beitragen, vorbereitet bzw. umgesetzt.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Regionen zum Antrag der Grünen, EZ 2039/1 betreffend "Frauen im ländlichen Raum ", wird zur Kenntnis genommen.

 

Der Obmann:
LTAbg. Karl Petinger