LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1167/3

Unselbstständiger Entschließungsantrag (§ 51 GeoLT)

freigegeben am 22.02.2021, 13:52:00


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS), LTAbg. Robert Reif (NEOS)
Regierungsmitglied(er): Landeshauptmann-Stv. Anton Lang
Zu Tagesordnungspunkt D1

Betreff:
Einheitliche Tarifausgestaltung im Großraum Graz

Aus keinem anderen steirischen Bezirk pendeln mehr Menschen in einen anderen Bezirk oder in eine andere Gemeinde zur Arbeit als Graz-Umgebung. Am stärksten sind die Pendler_innenströme von den Umlandgemeinden in die Landeshauptstadt Graz. Aber auch umgekehrt fahren viele Erwerbstätige aus Graz zu den Wirtschafstandorten in Graz-Umgebung wie z.B. nach Raaba-Grambach. Die Gründe, warum derzeit viele dieser Menschen für ihren Arbeitsweg das eigene Auto wählen, sind nicht nur das fehlende Angebot an öffentlichen Verkehrsanbindungen, sondern auch undurchdachte Taktungen und Tarifausgestaltungen, welche den gemeindeübergreifenden öffentlichen Verkehr für Pendler_innen unattraktiv machen. Denn die Anbindungen des öffentlichen Verkehrs sind angesichts der Zonentarife sehr unterschiedlich. Während die Gemeinden Thal und Stattegg beispielsweise zur Gänze mit dem Ticket der Zone von Graz erreichbar sind, gilt dies in Raaba-Grambach lediglich für den Ortsteil Raaba. Will man aber nach Grambach, so ist dies für den Fahrgast teurer, weil Grambach bereits in der Zone 2 liegt. Ein weiteres Beispiel der missglückten Tarifzonen-Einteilung ist die Gemeinde Gratwein-Straßengel, welche seit ihrer Fusionierung sogar in drei verschiedenen Zonen liegt. Damit kommt es auf den Wohnort innerhalb einer Gemeinde an, wie viel man für ein Ticket für die Fahrt zur Arbeit bezahlen muss. Diese Tarifzonengestaltung treibt den Preis der Tickets jedenfalls in die Höhe. Schließlich liegt der preisliche Unterschied für eine Jahreskarte der Zone 1 und einer Jahreskarte der Zone 3 bei fast 400 Euro (https://www.verbundlinie.at/tickets/verbundfahrkarten/halbjahres-jahreskarte).

Viele der betroffenen Umlandgemeinden versuchen mit Förderungen wie Ausgleichszahlungen die Kostendifferenz innerhalb einer Gemeinde wieder wett zu machen. Den finanziellen Mehraufwand muss dabei aber die Gemeinde tragen. Das können sich einerseits nicht alle Gemeinden leisten, andererseits führt es dazu, dass die Höhe der Förderungen und die Art der Tickets, die bezuschusst werden, wiederum von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sind.

Die derzeitige Situation ist für alle Erwerbstätigen, die täglich aus dem Umland von Graz zur Arbeit pendeln müssen, kaum tragbar. Umso verständlicher ist auch, dass viele aufgrund der Kosten und Flexibilität den Pkw als Transportmittel bevorzugen. Sollen also endlich dringend notwendige und wirkungsvolle Maßnahmen zu Verringerung der Luftverschmutzung in Graz erfolgen und der motorisierte Individualverkehr reduziert werden, muss die Umgestaltung der Tarifzonen oberste Prämisse haben und der Großraum Graz endlich zu einer Tarifzone zusammengefasst werden, um den Umstieg auf die Öffis für die Steirer_innen attraktiver zu gestalten.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die notwendigen Schritte zu setzen, um den Großraum Graz zu einer Tarifzone der Verbundlinien zusammenzulegen, sodass keine preislichen Unterschiede im gemeindeübergreifenden öffentlichen Verkehr im Bezirk Graz-Umgebung und Graz mehr bestehen.

 

Unterschrift(en):
LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS), LTAbg. Robert Reif (NEOS)