LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 764/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 21.09.2020, 09:35:46


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Landwirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrat Johann Seitinger

Betreff:
Einführung einer steirischen Mutterkuhprämie

Die Haltung von Mutterkühen ist eine Produktionsform, die einen essentiellen Bestandteil unserer heimischen Landwirtschaft darstellt und in vielerlei Hinsicht Vorteile mit sich bringt. Sie sichert gesundes und qualitativ hochwertiges Rindfleisch. Außerdem wird die Kulturlandschaft gepflegt, da der Großteil der Mutterkühe auf Dauergrünlandbetrieben gehalten und im Berggebiet angesiedelt wird. Bei der Mutterkuhhaltung erfolgt der erste Schnitt zu einem weitaus späteren Zeitpunkt, sodass Wildtiere Schutz in den Grasbeständen finden und somit ein Beitrag zum Naturschutz geleistet werden kann.

Der Aufwand für diese Form der Rinderhaltung ist jedoch groß, wohingegen der Ertrag eher gering ausfällt. Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft je Mutterkuhbetrieb im Jahr 2019 betrugen 9.225 Euro und lagen damit um 67 Prozent unter dem Durchschnitt aller Betriebe. (Quelle: https://gruenerbericht.at/cm4/jdownload/send/2-gr-bericht-terreich/2167-gb2020) Sie sind daher auf eine Unterstützung angewiesen, um wirtschaftlich überleben zu können.

Eine solche speziell für diese Betriebe geschaffene Förderung in Form der sogenannten „Mutterkuhprämie“ wurde im Jahr 2015 abgeschafft. Seither setzen viele Landwirte ihre Hoffnung darin, dass eine ähnliche finanzielle Hilfe wiedereingeführt wird, was von Seiten der Politik auch stets in Aussicht gestellt wurde. Nur aus diesem Grund haben sie sich dazu entschieden, durchzuhalten. Passiert ist dahingehend allerdings nichts und mittlerweile muss davon ausgegangen werden, dass in absehbarer Zeit keine entsprechende Förderung mehr ins Leben gerufen werden wird.

Eine Broschüre der Landwirtschaftskammer Steiermark namens „Die steirische Landwirtschaft in Zahlen 2020“ zeigt eine besorgniserregende Entwicklung auf: Wurden im Jahr 2010 noch 55.000 sogenannte „andere Kühe“ neben Milchkühen gehalten, waren es im Jahr 2019 nur mehr 43.000. Ein weiteres Zurückgehen der Anzahl steirischer Mutterkühe hätte weitreichende Folgen.

Da von Seiten des Bundes derzeit keine entsprechende Unterstützung zu erwarten ist, steht es in der Pflicht der Landesregierung, hier einzuschreiten. Als Form der Anerkennung und im Wissen um den wichtigen Beitrag zur Kulturlandschafts- und Almenerhaltung, den Mutterkuhbetriebe in der Steiermark leisten, muss eine Förderung nach dem Vorbild der eingestellten Mutterkuhprämie eingeführt werden. Auch wenn mit einer solchen finanziellen Unterstützung die Mutterkuhhaltung nicht zu einem rentablen Betriebszweig werden wird, kann sie doch die noch verbliebenen Mutterkuhbetriebe darin bestärken, weiterzumachen und ihnen Hoffnung und eine Perspektive geben.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, als Zeichen der Unterstützung für die steirischen Betriebe mit Mutterkuhhaltung eine Förderung nach dem Vorbild der im Jahr 2015 abgeschafften Mutterkuhprämie einzuführen und dem Landtag darüber Bericht zu erstatten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)