LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 792/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 15.04.2016, 09:54:35


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)
Fraktion(en): KPÖ
Zuständiger Ausschuss: Soziales
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Doris Kampus

Betreff:
Gesetzliche Mindest-Lehrlingsentschädigung von 550 Euro

Die Lehrlingsentschädigungen sind äußerst ungleich geregelt.
So wird im Lehrberuf  "Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall"  (Lehrzeit: 3 Jahre) im ersten Lehrjahr eine Lehrlingsentschädigung (monatlich brutto) von 869 Euro bezahlt.
Demgegenüber erhalten im ersten Lehrjahr Friseurlehrlinge 460 Euro, Floristinnen 408 Euro und ZahntechnikerInnen eine Lehrlingsentschädigung von nur 340 Euro, die sich im vierten Lehrjahr auf gerade einmal 670 Euro brutto monatlich erhöht. Lehrlinge im Lehrberuf "Rechtskanzleiassistent/in" haben in der Steiermark gar nur Anspruch auf 253 Euro im ersten Lehrjahr und im letzten Lehrjahr auf 468 Euro. Für Notariate in der Steiermark gibt es gar keine Regelung für Lehrlingsentschädigungen - hier muss diese daher zwischen Lehrbetrieb und Lehrling frei vereinbart werden!

Möglich sind diese geringen Entlohnungen, weil es bis jetzt keine Mindest-Lehrlingsentschädigung gibt. Speziell in Branchen mit vielen weiblichen Lehrlingen sind die Lehrlingsentschädigungen "traditionell" sehr niedrig.
Zu rechtfertigen sind diese großen Unterschiede weder sachlich noch moralisch.
Es sollte daher sichergestellt werden, dass jeder Lehrling im ersten Lehrjahr zumindest 550 Euro brutto monatlich erhält.
Da bisher Bemühungen, eine Mindestlehrlingsentschädigung in Form eines Generalkollektivvertrags durchzusetzen, gescheitert sind, soll mit einer bundesweiten gesetzlichen Regelung die Untergrenze von 550 Euro festgelegt werden.
Eine solche gesetzlich festgesetzte Mindestlehrlingsentschädigung soll die Kollektivverträge nicht ersetzen, sondern nur mit einem Mindesttarif nach unten absichern.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung mit dem Anliegen heranzutreten, eine gesetzliche Mindest-Lehrlingsentschädigung in der Höhe von 550 Euro brutto monatlich im ersten Lehrjahr für Lehrlinge aller Branchen einzuführen.
 

 


Unterschrift(en):
LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)