LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 390/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 12.03.2020, 09:54:11


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Landwirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrat Johann Seitinger

Betreff:
Verbesserung der Lebensräume für Wildtiere

Der Wildtierbestand und die Artenvielfalt in der Steiermark sind massiv bedroht. Der Rückgang hat sich in den letzten Jahren aufgrund der Einschränkung der Lebensräume und der weit verbreiteten Monokulturen dramatisch beschleunigt.

Im Rahmen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurde unter dem Motto "Lebensräume verbessern - Wildtiere fördern - Mensch und Natur verbinden" ein Langzeitprojekt mit Beginn im Jahr 2014 kreiert, das die Wildlebensraumberatung in Bayern auf eine neue Stufe heben sollte. Gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten, sowie Jägerinnen Jägern sollen die Lebensräume der Agrarlandschaft durch lebensraumverbessernde Maßnahmen ökologisch aufgewertet werden. Dies sorgt für bessere Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen, schafft eine strukturreiche Kulturlandschaft und fördert auf vielfältige Art und Weise die bayerische Artenvielfalt.

Ziel der Wildlebensraumberatung in Bayern, so die bayerische Anstalt für Landwirtschaft (https://www.lfl.bayern.de/iab/kulturlandschaft/155165/index.php), "ist die Förderung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft. Lebensräume für Wildtiere sind heute aufgrund der Flächennutzung oft beschnitten, eingeengt oder teilweise verloren gegangen. Um eine Verbesserung der Situation vor Ort zu erreichen, werden vielfältige lebensraumverbessernde Maßnahmen beraten. Im Schwerpunkt ist das Projekt darauf ausgerichtet Landwirte, Jäger und Jagdgenossen bezüglich lebensraumverbessernder Maßnahmen zu beraten. Zusätzlich sind die Wildlebensraumberater Ansprechpartner für Naturschützer, Imker, Bürger und Kommunen. Generell sind unsere Ansprechpartner alle jene, die ein Interesse an der Verbesserung der Agrarlebensräume haben. Die Wildlebensraumberater an den Fachzentren Agrarökologie der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geben Hilfestellung und praktische Tipps bei der Umsetzung von förderfähigen Agrarumweltmaßnahmen und sonstigen freiwilligen Maßnahmen."

Zu den Aufgaben eines Wildlebensraumberaters siehe den Podcast und einen Radiobeitrag unter:

https://www.lfl.bayern.de/iab/kulturlandschaft/150609/index.php

Das Projekt stößt in Bayern auf große Nachfrage und wird in der Bevölkerung und bei den betroffenen Gruppen sehr geschätzt. Jährlich werden rund 1.000 Beratungen durchgeführt. Die Beratung beinhaltet Maßnahmen aus dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP), insbesondere mehrjährige Blühflächen bzw. jährlich wechselnde Blühflächen, sowie Gewässer- und Erosionsschutzstreifen, Stilllegung/Brache, Feldrandstreifen, Zwischenfruchtanbau, Anlage von Wildäckern, alternierende Mahd- Mulchkonzepten von Randstreifen und die Anlage von Bienenweiden.

Durch die zentrale Erfassung von Maßnahmen zur Wildlebensraumgestaltung ist auch eine gezielte Steuerung gewährleistet. Eine Wildlebensraumberatung wäre nicht nur ein wichtiges Angebot für die Landwirtschaft und Jägerschaft, sondern für alle, die Möglichkeiten haben, den Wildlebensraum zu gestalten!


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, nach dem bayerischen Modell der Wildlebensraumberatung die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft durch die Verbesserung des Wildlebensraumes aktiv zu gestalten und zu diesem Zwecke Wildlebensraumberater/innen als Ansprechpartner zu schaffen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)