LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2041/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.11.2017, 09:56:20


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Umwelt
Regierungsmitglied(er): Landesrat Johann Seitinger

Betreff:
Klimawandelanpassung in der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft in der Steiermark ist regional sehr unterschiedlich von der Klimakrise betroffen. Für die Ost- bzw. Südoststeiermark wird weiterhin die Trockenheit eine große Herausforderung sein. Aber auch andere Wetterereignisse wie Spätfrost, Starkregen sowie Hagel setzen den Ernteerträgen unserer BäuerInnen und Bauern immer stärker zu. Dürreereignisse werden häufiger auftreten, durch das frühere Einsetzen der Vegetationsperiode wird auch der Bodenwasservorrat im Sommer früher aufgebraucht. Dazu kommt die Methode der Frostberegnung, um Schäden durch Spätfrostereignisse so gering wie möglich zu halten. All das erhöht den Bewässerungsbedarf der Landwirtschaft und kann in Folge dazu führen, dass es zu Konflikten rund um die Ressource Wasser kommt.  

Die Studie Klimarisiko Steiermark, hrsg. von Joanneum Research, empfiehlt als konkrete Anpassungsschritte für die Region Oststeiermark:

  • Reduktion des Wasserverbrauchs zur Schonung der Wasserressourcen
  • Sicherung der Trinkwasserschutzgebiete durch die vermehrte Überprüfung
  • Sicherung eines guten ökologischen und chemischen Zustandes von Gewässern
  • Sicherung grundwasserabhängiger Ökosysteme für den Erhalt eines guten Zustandes der Grundwasserkörper
  • Strategie zur Wasserverteilung in Zeiten knapper Ressourcen
  • Strategien zur Wasserspeicherung zusätzlich zu natürlichen Seen und Stauseen
  •  Verbesserte Informationen über Wasserverbrauch und Wasserbedarf
  •  Verbesserung der Datenerhebung für die Abschätzung von potenziellen Schwierigkeiten und Engpässen
  • Wechsel von bedarfsorientiertem zu angebotsorientiertem Wassermanagement
  • Zukünftige Gewährleistung der Wasserversorgung durch planerische und technische Maßnahmen

Die Landwirtschaftskammer fordert nun auch aufgrund der Klimaveränderung eine einfachere, unkomplizierte Möglichkeit, aus Fließgewässern Wasser entnehmen zu können, etwa über eine Notwasserverordnung oder über ein vereinfachtes, standardisiertes Bewilligungsverfahren. Zu bedenken ist aber, dass die Gewässer bereits einem hohen Nutzungsdruck (Trinkwasser, Einleitungen, Entnahmen, energetische Nutzung, Fischerei, Erholung etc.) unterliegen. Außerdem ist es unumgänglich und auch von der EU Kommission eingefordert, dass die Gewässer nachhaltig bewirtschaftet werden und dem übergeordneten Ziel, einen „guten Zustand“ für alle Gewässer bis spätestens 2027 zu erreichen und zu erhalten.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, einen Maßnahmenplan zu erarbeiten und zu beschließen, der den zusätzlichen Bewässerungsbedarf für landwirtschaftliche Flächen regelt, wobei folgendes zu berücksichtigen ist:

  • Reduzierung des Bewässerungswasserbedarfs durch verstärkte Beratung zu Klimaanpassungsmaßnahmen in der Landwirtschaft wie nachhaltiger Aufbau der Böden, verstärkte Fruchtfolge, anpassungsstarke und standortgerechte Pflanzensorten etc.) sowie Verwendung wassersparender Technologien
  • Schonender Umgang mit den vorhandenen Ressourcen
  • Bau von Speicherteichen
  • Monitoring und Management aller Wasserentnahmen

Unterschrift(en):
LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)