LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 771/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.09.2020, 12:12:40


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)
Fraktion(en): KPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Corona-Hotline für Fragen rund um die Kinderbetreuung

Die Arbeitsbedingungen der ElementarpädagogInnen, KinderbetreuerInnen und Nachmittags- bzw. FreizeitpädagogInnen haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert.

Unfreiwillige Teilzeitarbeit ist zur Regel, die Aufgaben sind immer mehr geworden, der Verdienst blieb aber vergleichsweise gering. Die seit Jahrzehnten geforderte Senkung der Gruppengröße bzw. Erhöhung des Personalschlüssels wird bei jeder Novellierung verschoben und die PädagogInnen ein ums andere Mal vertröstet.

Eine Studie, die im Auftrag der Arbeiterkammer die Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastungen von KindergartenpädagogInnen in der Steiermark untersucht hat, zeigt nun auf, dass die Arbeitsbedingungen für die PädagogInnen leider sehr belastend sind. 30 % der befragten PädagogInnen sind ernsthaft Burnout-gefährdet, weitere 21,8 % sind bereits in einer niedrigen Burnout-Stufe, etwa 3 % sind aufgrund von Burnout bereits arbeitsunfähig. Als Grund für die Überlastung werden u.a. folgende Gründe angegeben:

·         zu wenig Vertretungspersonal

·         zu wenig Personal insgesamt

·         nicht genügend Vorbereitungszeit

·         Mehrarbeit/Überstunden.

Alarmierend sollte gerade für politische VerantwortungsträgerInnen sein, dass die PädagogInnen speziell von Trägern und Politik nicht viel Rückhalt erleben; es gibt viele Vorgaben, aber wenig empathische Unterstützung.

Die Einkommenssituation wird als sehr unbefriedigend empfunden. 47,4 % sind mit dem Gehalt unzufrieden, der Leitungszuschlag ist äußerst unattraktiv. Grund für das geringe Einkommen ist vor allem auch die unfreiwillige Teilzeitarbeit: Rund 80% der Teilzeitangestellten wollen eigentlich mehr arbeiten.

Nicht nur für LeiterInnen-Stellen finden sich daher kaum noch BewerberInnen, sondern im gesamten Kinderbildungs- und –betreuungsbereich ist das Personal knapp. Viele PädagogInnen wechseln lieber in andere Bereiche, als den erlernten Beruf unter diesen Bedingungen weiter auszuüben.

Mit der Corona-Pandemie hat sich die Lage, die ohnehin schon herausfordernd genug ist, noch weiter verschärft.

Der Start des neuen Kindergartenjahres 2020/21 wirft angesichts der aktuellen Corona-Situation zahlreiche Fragen für Eltern, PädagogInnen, Tagesmütter/-väter und ErhalterInnen auf. Um eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen, wurde deshalb in Wien eine eigene "Kinderbetreuungs-Corona-Hotline" eingerichtet. Unter der Telefonnummer 90 141 ist die Hotline wochentags jeweils von 7.30 bis 18.00 Uhr erreichbar.

Auch in der Steiermark wäre eine solche Hotline notwendig. In der aktuellen Situation ist es dringend erforderlich, Klarheit und transparente Rahmenbedingen zu schaffen, um den Kindern, Familien und PädagogInnen einen möglichst reibungslosen Ablauf im Kindergartenalltag zu ermöglichen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, nach Wiener Vorbild eine kostenfreie Corona-Hotline für alle Fragen von Eltern, PädagogInnen und Trägern rund um die Kinderbetreuung einzurichten. 

 


Unterschrift(en):
LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)