LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 6

EZ/OZ 321/7

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Klimaschutz

Betreff:
Klimaneutrale Landesverwaltung

 

zu:
EZ 321/1, Klimaneutrale Landesverwaltung (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Klimaschutz" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 16.03.2021 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Im Regierungsprogramm „Agenda Weiß-Grün – Steiermark gemeinsam gestalten“ wird dem Klimaschutz eine zentrale Bedeutung in dieser Legislaturperiode eingeräumt. So ist in der „Agenda Weiß-Grün“ die Installierung eines Klimakabinetts festgehalten, um den Klimaschutz als Querschnittsmaterie aller Ressorts zu verankern. Das Klimakabinett hat am 6. Februar 2020 seine Arbeit aufgenommen und eine Steuergruppe auf Abteilungsebene beauftragt, einen Plan zur Umgestaltung auf eine klimaneutrale Landesverwaltung auszuarbeiten. Wesentliche Maßnahmen, die Gegenstand dieses Antrages sind, werden daher bereits vorbereitet. Dazu zählen insbesondere ein umfassendes Gebäudemonitoring samt Umsetzungsplan zur Energieeinsparung sowie Nutzung der landeseigenen Gebäude für erneuerbare Energien, die schrittweise Umrüstung des Fuhrparkes im Sinne des Regierungsprogrammes auf CO2-freie Antriebstechnologien sowie die Ausarbeitung eines Klimabilanzierungstools für die Landesverwaltung.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer:

Abteilung 1

Bei Ausschreibungen von IT-Geräten fließen klimaspezifische Bewertungsfaktoren, unter anderem durch Berücksichtigung der TCO (z.B. durch Stromverbrauch, Entsorgung, Ausweis von Fahrtkosten) oder durch Aufnahme von Umweltkriterien - z.B. durch die Forderung entsprechender Zertifikate - ein.

Abteilung 2

Im Rahmen der Zuständigkeiten gemäß Geschäftseinteilung des Amtes erfolgen die Bewirtschaftung der Gebäude, die Beschaffung von Arbeits- und Betriebsmitteln sowie die Bereitstellung der Infrastruktur durch die Abteilung 2 Zentrale Dienste nach Maßgabe der rechtlichen und budgetären Möglichkeiten schon seit vielen Jahren nachhaltig und energieeffizient. In einem der zum Globalbudget der Abteilung formulierten Wirkungsziele ist ausdrücklich festgehalten, dass die Versorgung und Ausstattung der Dienststellen nach den Grundsätzen der Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz vorzunehmen und dabei die entsprechenden Vorgaben (Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030, Österreichischer Aktionsplan für die nachhaltige Beschaffung) einzuhalten sind.

In Verfolgung dieses Ziels wurde und wird, beispielsweise im Rahmen der Gebäudezuständigkeit bzw. der Erstellung der jährlichen Bau- und Instandhaltungsprogramme, stets ein beachtlicher Teil der Budgetmittel für Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz gewidmet. So wurden seit 2004 bis dato, bzw. unter Berücksichtigung der im Bauprogramm 2020 vorgesehenen und in Umsetzung befindlichen Maßnahmen, in Summe rd. 10,84 Mio. EURO in die thermische Verbesserung der Fassaden, die Anbringung von Dämmungen und die Erneuerung oder Sanierung von Fenstern, sowie rd. 1,5 Mio. EURO in haustechnische Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz, wie dem Einbau von Thermostatventilen und der Verbesserung der Mess- und Regeltechnik, allein in die LIG-eigenen Häuser investiert, für Photovoltaik-Anlagen wurden 150.000,- EURO zur Verfügung gestellt. Für die landeseigenen, von der Abteilung 2 verwalteten Häuser wurden in diesem Zeitraum in Summe rd. 3 Mio. EURO in energieeffiziente, bauliche und haustechnische Maßnahmen investiert.

Zurzeit werden die von der Abteilung 2 verwalteten landes- und LIG-eigenen Häuser einer externen Evaluierung mit dem Ziel der Optimierung der Energieverbräuche unterzogen. Dieses im Jänner 2019 gestartete Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Hochbaureferat der Abteilung 16 und der LIG durchgeführt, erste Ergebnisse sollen im August 2020 vorliegen.

In Umsetzung eines entsprechenden Maßnahmenplanes ist der überwiegende Teil der von der A2 verwalteten Häuser bereits auf Fernwärme umgestellt. Für zwei noch mit Öl beheizte kleinere Objekte laufen die Vorbereitungen zur Umstellung auf Fernwärme bzw. Pelletsheizung.

Die Stromversorgung in LIG-eigenen und landeseigenen Gebäuden erfolgt – im Sinne der Verpflichtung der vertraglichen Stromversorger Energie Steiermark, Energie Graz und Energy Services – zu 100% mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern.

Bereits seit Jahren wird in Bezug auf den von der Abteilung 2 Zentrale Dienste verwalteten Fuhrpark auf die Grundsätze der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz großes Augenmerk gelegt. Über einen eigenen, zum Globalbudget der Abteilung definierten Indikator wird regelmäßig der CO2-Flottenschnitt im Fuhrpark ausgewertet, mit der Zielsetzung, den CO2-Flottenschnitt im Fuhrpark durch nach Maßgabe der budgetären Möglichkeiten durchgeführte, konsequente Reinvestitionen mit emissionsarmen Fahrzeugen, sowie darüber hinaus mit alternativ betriebenen Fahrzeugen sukzessive zu reduzieren.

Der gegenwärtige Bestand von 11 E-Fahrzeugen wird sich aufgrund bereits vorgenommener Bestellungen bis zum Jahresende auf 16 erhöhen, zusätzlich ist noch für 2020 die Bestellung weiterer 8 E-Fahrzeuge geplant. Parallel zur Anschaffung der E-Fahrzeuge und in Vorbereitung eines verstärkten Einsatzes derselben, wurde in den letzten Jahren die Ausstattung der Dienststellen mit E-Ladestationen intensiv vorangetrieben. Aktuell stehen in diesen Dienststellen bereits 37 Ladestellen zur Verfügung.

Die beschriebenen (und andere) Maßnahmen im Bereich der Gebäude- und Fuhrparkverwaltung im Zuständigkeitsbereich der Abteilung 2 werden im Rahmen der budgetären Möglichkeiten und der technischen Umsetzbarkeit, sowie vor allem auch im Bewusstsein der großen Bedeutsamkeit der Vorbildwirkung der öffentlichen Hand in allen Bereichen des Klimaschutzes weiterhin mit Nachdruck und Konsequenz verfolgt.

Anlässlich der Sitzung des Klimakabinetts am 29.10.2020 erging der Auftrag, den Bestellvorgang von 20 elektrisch betriebenen Fahrzeugen in den Fuhrparken des Landes mit Zahlungsziel 2021 in die Wege zu leiten und die Finanzierung sicher zu stellen, um damit den Vorgaben der Elektromobilitätsstrategie möglichst entsprechen zu können (10 % elektrisch betriebener Fahrzeuge). 15 Fahrzeuge wurde bereits bestellt (14 für die A2 und 1 für die STED). Darüber hinaus soll, hinsichtlich der Technologieoffenheit, auch die Anschaffung von Fahrzeugen mit anderen alternativen Antrieben geprüft werden.

Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang

Abteilung 16

Grundsätzlich darf festgehalten werden, dass der Straßenerhaltungsdienst stark bestrebt ist, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Zu den einzelnen Bereichen:

Gebäude des Straßenerhaltungsdienstes

Hier wurde im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten schon in den letzten Jahren auf Energieeinsparung und erneuerbare Energien Rücksicht genommen. So wurden beispielsweise dort, wo es im Rahmen einer Neuinvestition machbar war, Biomasse-Heizungen eingebaut oder Photovoltaik Anlagen - vor allem im Bereich von Tunnels – installiert. Auch thermische Sanierungen von Gebäuden wurden teilweise bereits umgesetzt. Der angekaufte Strom ist zu 100 % CO2-frei.

Zu den PV-Anlagen muss gesagt werden, dass nach derzeitigem Stand der Technik die Wirtschaftlichkeit für unseren Betrieb aufgrund nachfolgender Punkte nicht gegeben ist.

  • Großer Energiebedarf im Winter (Winterdienst)
  • Niedrige Einspeisetarife und keine Möglichkeit der Gegenrechnung der Einspeisung mit dem Verbrauch an anderen Standorten
  • Teilweise sind Dächer statisch nicht für die Montage einer PV-Anlage geeignet.

Es gibt jedoch bereits erste Überlegungen und Gespräche mit Energieproduzenten, ob es hier in Zukunft eine vertiefte Kooperationsmöglichkeit geben könnte.

Personenkraftwagen des Straßenerhaltungsdienstes

Die bei der Fachabteilung Straßenerhaltungsdienst eingesetzten Personenkraftwagen sind mit einer Ausnahme Fahrzeuge mit Dieselmotorantrieb. Diese Fahrzeuge werden im Wesentlichen von den Straßenmeistern, Regionalleitern, Geologen und bauausführenden Mitarbeitern verwendet. Speziell im Winterdienst oder im Katastrophenfall sind die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der Fahrzeuge sowie die Langstreckentauglichkeit unentbehrlich. Als Pilot-Versuch wird seit drei Jahren ein Straßenmeisterfahrzeug mit Elektroantrieb (VW e- Golf) in der Straßenmeisterei Graz-Süd getestet. Wie die Erfahrungen gezeigt haben, ist dieses Fahrzeug nur bedingt einsetzbar. Besonders in den Wintermonaten stellen sich bei diesem Fahrzeug die begrenzte Reichweite und die schwache Heizleistung als größtes Manko heraus. Abgesehen von der begrenzten Einsatzmöglichkeit im Straßenerhaltungsdienst, stellen auch hier die zusätzlichen finanziellen Erfordernisse (wesentlich höhere Anschaffungskosten der Fahrzeuge, Herstellung der Ladeinfrastruktur inkl. Verstärkungsmaßnahmen bei den elektrischen Zuleitungen) im Falle einer Umstellung auf E-Fahrzeuge ein großes Problem dar.

Landesrätin Mag.a Dr.in Juliane Bogner-Strauß

Abteilung 6

zu 2.

Alle Gebäude, in denen sich Landesberufsschulen und Lehrlingshäuser befinden, stehen im Eigentum der LIG und werden von der Fachabteilung Berufsbildendes Schulwesen angemietet. Die LIG ist in Abstimmung mit der A16 und der A15 bemüht, Maßnahmen für den Klimaschutz zu setzen. So laufen bereits Programme zur Schaffung von E-Tankstellen auf den Arealen der Landesberufsschulen und zum vermehrten Einsatz von Photovoltaik an Landesberufsschulen und Lehrlingshäusern. Je nach Verfügbarkeit finanzieller Mittel der LIG wurden und werden thermische Sanierungen der Gebäude umgesetzt. Aktuell laufen Sanierungen von Fenstern und Fassaden in Graz (Gebäude der Landesberufsschule Graz 1 und 2), in St. Barbara im Mürztal (Mitterdorf) und in Bad Radkersburg. Auch Beleuchtungen werden sukzessive auf LED umgestellt. Darüber hinaus sind auch die Landesberufsschulen selbst bemüht, in ihrem Bereich Maßnahmen zu setzen. Als ein Beispiel sei die Landesberufsschule Voitsberg genannt, an der der Lehrberuf Elektrotechnik mit Schwerpunkt Erneuerbare Energie unterrichtet wird. Hier finden regelmäßig „Klimaschutztage“ statt, an denen Schüler/innen in Workshops wichtige Impulse erhalten.

zu 2b.

Alle Gebäude, in denen sich Landesberufsschulen und Lehrlingshäuser befinden, stehen im Eigentum der LIG und werden von der Fachabteilung Berufsbildendes Schulwesen von dieser angemietet. Mit den jährlich zugeteilten Instandhaltungsmitteln der LIG können energetische Sanierungen dieser Gebäude nicht abgewickelt werden, da diese kostenintensiv sind. Die LIG erstellt in Abstimmung mit der Fachabteilung Berufsbildendes Schulwesen und der A16, in der die Objektbetreuer der Gebäude beschäftigt sind, in regelmäßigen Abständen Baurevisionen, aus denen der Finanzbedarf für diverse klimatechnisch relevante und/oder energetische Sanierungen hervorgeht. Auch in den vergangenen Jahren wurden – je nach Verfügbarkeit finanzieller Mittel - Sanierungen angegangen. Aktuell laufen Sanierungen von Fenstern und Fassaden in Graz (Gebäude der Landesberufsschule Graz 1 und 2), in St. Barbara im Mürztal (Mitterdorf) und in Bad Radkersburg. Für einen Stufenplan zur energetischen Sanierung von weiteren Landesberufsschulen und Lehrlingshäusern wäre eine entsprechende Dotierung der Gesellschafteranteile der LIG durch das Land Steiermark erforderlich. Eine Umsetzung ist aus budgetären Gründen sicherlich nur mittelfristig möglich.

zu 2c.

Die bauliche Ausführung liegt in der Verantwortung der LIG und der A16. Die Fachabteilung Berufsbildendes Schulwesen vertritt in ihrer Rolle als Schulerhalter die Interessen der Schulen und Lehrlingshäuser.

zu 2d.

Die bauliche Ausführung liegt in der Verantwortung der LIG und der A16. Beide sind bemüht, wo es möglich ist, entsprechende Maßnahmen zu setzen.

zu 2g.

Die Fachabteilung Berufsbildendes Schulwesen verfügt über zwei direkt zugeordnete Pkw als Dienstfahrzeuge, da ihre Aufgabenstellung mit zahlreichen Fahrten zu Berufsschulen und Lehrlingshäusern verbunden ist. Aufgrund der täglich zurückzulegenden, langen Strecken und teilweise notwendiger Transporte ist der Einsatz von Elektrofahrzeugen im Moment nicht möglich.

Landesrat Mag. Christopher Drexler

Abteilung 9

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden im Zusammenhang mit dem Klimaschutz Veranstaltungseinladungen mit einem Passus zur klimafreundlichen Anreise versehen. Seit Frühling 2020 gibt es gemeinsam mit der Abteilung 15 ein „KlimaFit-Projekt“ für das gesamte Gebäude in der Landhausgasse 7, in dem nach einer Auftaktveranstaltung in weiteren Workshops ein Maßnahmenpaket erarbeitet und mit Prioritäten versehen umgesetzt werden soll. Die Steiermärkische Landesbibliothek ist weitgehend in denkmalgeschützten Räumen der LIG eingemietet, daher ist der Gebäudeeigentümer gefordert, nach Maßgabe der Möglichkeiten für klima- und ressourcenschonende Gegebenheiten zu sorgen. Wo es im Joanneumsviertel einen Einfluss seitens der Haustechnik auf klima- und energieschonendere Maßnahmen gibt, werden diese umgesetzt. So werden die Anlagen für die klimatisierten Bereiche im Joanneumsviertel regelmäßig auf ihren Verbrauch geprüft und die Temperaturen allenfalls um Nuancen angepasst, um zum Beispiel weniger Strom zu verbrauchen.

Landesrätin MMag.a Barbara Eibinger-Miedl

Ergeht eine Leermeldung

Landesrätin Mag.a Doris Kampus

Abteilung 11

Die Abteilung 11 ist Trägerin der Sozialen Betriebe des Landes Steiermark und damit für das Ausbildung- und Kompetenzzentrum des Landes Steiermark - Lehrwerkstätten Graz-Andritz, das Förderzentrum für Hör- und Sprachbildung sowie für die Landessonderschule/Hort Hirtenkloster, Aufwind - Das Zentrum für Wohnen und Ausbildung, das Lehrausbildungszentrum Hartberg und das Heilpädagogische Zentrum zuständig.

Die Gebäude, in denen die Sozialen Betriebe des Landes Steiermark untergebracht sind, befinden sich mit Ausnahme der Landessonderschule/Hort Hirtenkloster, das im Eigentum des Vereines „Steirische Vereinigung für Menschen mit Behinderung“ steht, im Eigentum der Landesimmobiliengesellschaft (LIG). Eine direkte Einflussnahme auf bauliche Maßnahmen der gegebenenfalls möglichen klimaschutztechnischen Umgestaltung der Gebäude ist somit seitens der Abteilung 11 nur eingeschränkt möglich.

Für die genannten Liegenschaften wird seitens der LIG eine eigene „Klimastrategie“ entwickelt, um langfristig und konsequent emissionssenkende Maßnahmen setzen zu können. Für den Bereich der energetischen Sanierung wird im Rahmen dieser neuen Klimastrategie beispielsweise beabsichtigt, die Möglichkeiten der Installierung von Photovoltaikanlagen zu prüfen und in weiterer Folge diese Anlagen auch zu installieren.

Naturgemäß ist mit der neuen Strategie auch die Überlegung verbunden, den eigenen KFZ-Fuhrpark der Sozialen Betriebe des Landes Steiermark nach Möglichkeit auf Elektrofahrzeuge bzw. Hybridfahrzeuge umzustellen.

Grundsätzlich darf festgehalten werden, dass die Abteilung 11 auch bei sehr eingeschränkten Möglichkeiten stets darauf bedacht ist, klimabewusste Entscheidungen zu treffen, sowie alle weiteren Vorhaben des Landes Steiermark betreffend Klimaschutz zu unterstützen.

Landesrätin Mag.a Ursula Lackner

Abteilung 15

Die Abteilung 15 und Fachabteilung Energie und Wohnbau sind für die strategische Planung sowie die Koordinierung der Klimawandelanpassung-Strategie Steiermark 2050, der Landesstrategie Elektromobilität Steiermark 2030, der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 (KESS 2030) und dem darauf basierenden Aktionsplan 2019-2021 federführend verantwortlich. Die Vorbildwirkung der öffentlichen Hand wird dabei in allen Strategien und darauf basierenden Aktionsplänen durch entsprechende Maßnahmen angesprochen.

Bezugnehmend zu den angeführten Punkten wird nachfolgende Stellungnahme seitens der Abteilung 15 abgegeben:

Ad 1.)

Im Rahmen des Klimakabinetts und der Steirischen Klimagespräche der Steiermärkischen Landesregierung wurde beschlossen, die Landesverwaltung klimaneutral zu gestalten. In Vorbereitung dazu wird aktuell eine Erhebung aller Landesgebäude und des Landesfuhrparks durchgeführt, um mögliche Reduktionspotentiale für die Treibhausgasemissionen und den Energieverbrauch zu erfassen. Ebenso in Vorbereitung ist die Einführung eines Klimachecks, der gemeinsam mit den österreichischen Bundesländern erarbeitet wird und im Rahmen der LandesklimaschutzreferentInnenkonferenz im Oktober dieses Jahres konkretisiert wurde.

Es wurde im Zuge dieser Konferenz der Beschluss gefasst, dass Klimachecks grundsätzlich wichtige Instrumente in der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen sind. Um sehr rasch geeignete, zwischen Bund und Ländern abgestimmte Instrumente zur Verfügung zu haben, wird das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie ersucht, gemeinsam mit den KlimaschutzkoordinatorInnen der Länder einen ersten Entwurf für eine Systematik- und Bewertungsmethode zu erarbeiten. Über den Fortschritt und konkrete Ergebnisse soll bei der nächsten Tagung der LandesklimaschutzreferentInnenkonferenz berichtet werden.

In der Steiermark wurde das Wirkungscontrolling des Landes bereits über im Sommer um die Dimension Umwelt/Klima erweitert. Nun wird eine erste Methodik erarbeitet, um diese Dimension bewertbar zu machen. Ziel ist es, ab 2021 eine vereinfachte Methodik zur Anwendung zu bringen, sich in die Gespräche mit dem Bund einzubringen und bei Vorliegen einer gemeinsamen Vorgangsweise diese auch in der Steiermark einzuschleifen.

Im Aktionsplan zur Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 sind für den Zeitraum 2019-2021 bereits weitere konkrete Maßnahmen, wie „V03 Förderungen an Klima- und Energiekriterien knüpfen“, „V07 Die Nutzung von umweltfreundlichen Mobilitätsangeboten für den Arbeitsweg der Landesbediensteten stärken“, „V09 Umweltmanagement, Energiebuchhaltung und -controlling für Landesgebäude ausweiten“, „V10 Energieverbrauch der öffentlichen Gebäude analysieren und ein Umsetzungsprogramm für vorbildliche Sanierungen entsprechend dem Kommunalgebäudeausweis erarbeiten oder beispielsweise“, „V11 Klimafreundliche und energiesparende Beschaffung forcieren“, in Vorbereitung/Umsetzung befindlich.

Eine Bewertung der eingesparten Emissionen zu Preisen, die eine hinreichende Lenkungswirkung erzielen, ist im jetzigen Aktionsplan nicht vorgesehen.

Ad 2.:

Die Abteilung 15 Fachabteilung Energie und Wohnbau unterstützt die zuständigen Landesabteilungen bei der Umstellung auf erneuerbare Energieträger wie folgt.

Ad d.) Die Nutzung geeigneter Dachflächen der Landesgebäude für Solar- und Photovoltaikanlagen ist geplant. Das Nutzungskonzept für den Ausbau von PV-Anlagen auf Landesgebäuden ist derzeit in der Ausarbeitungsphase. Für sämtliche Landesgebäude wurden die Energiekennzahlen erhoben.

Bis Mai 2021 werden Daten zu allen für PV in Frage kommende Gebäude vorliegen. Darüber hinaus wird ein Zeitplan erarbeitet und vorgelegt, mit dem Ziel, alle Ölheizungen in Landesgebäuden bis Ende 2022 zu tauschen. In Angriff genommen wird dazu noch 2020 ein Pilotprojekt, bei dem 15 Gebäude der A10 und STED einer bautechnischen Analyse unterzogen werden, um den Aufwand für die Installation von PV-Anlangen abschätzen zu können.

Ad e.) Zum größten Teil werden die Landesgebäude bereits mit einem Strommix aus Wasserkraft, fester oder flüssiger Biomasse, Windenergie, Erdgas und sonstigen Ökoenergie versorgt, wobei der Energieträger Wasserkraft mit über 70% den größten Teil ausmacht. Durch direkten Austausch mit den steirischen Energieversorgungsunternehmen liegt der Schwerpunkt in der Steiermark klar bei der Abdeckung des Strombedarfes durch 100% erneuerbare Energiequellen.

Ad f.) Um im Bereich der Landesgebäude sämtliche benötigten Energien durch erneuerbare Energien decken zu können. Sind - basierend auf der Klima-Energiestrategie des Landes Steiermark 2030 - in der Steiermark bereits zahlreiche Maßnahmen unter fachlicher Einbindung der Abteilung 15 in Planung bzw. Umsetzung.

Im Maßnahmenbereich „Vorbildfunktion öffentlicher Bereich“ forcieren nachfolgende Bereiche speziell auf die Landesgebäude:

  • Im Zuge der „Klimaneutralen Landesverwaltung – Vorbild öffentlicher Dienst“ wurde fundierend auf der Agenda Weiß-Grün, die Steuerungsgruppe des Klimakabinetts damit beauftragt, den steirischen Gebäude- und Fahrzeugbestand zu erheben.
  • Forciert wird der Austausch aller bestehenden Ölkessel durch Anlagen auf Basis erneuerbarer Energieträger bis 2030. Der Großteil der fossilen Anlagen wurde bereits ersetzt. Die weiteren Umrüstungen sind in Planung.
  • Die Umstellung der bestehenden Erdgasanlagen auf „Erneuerbare Fernwärme“ bzw., sofern keine Alternative besteht, auf „Erneuerbares Gas“ wird avisiert – Angebote der Energieversorgungsunternehmen wurden von den zuständigen Abteilungen eingeholt.
  • Die verstärkte Nutzung der Dachflächen der Landesgebäude für Solar- und Photovoltaikanlagen ist geplant. Das Nutzungskonzept für den Ausbau von PV-Anlagen auf Landesgebäuden ist derzeit in der Ausarbeitungsphase. Schwerpunktprojekte für den Ausbau von PV und PV-Gemeinschaftsanlagen sind ab Herbst 2020 angedacht.
  • Deckung des gesamten landeseigenen Strombedarfs zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Quellen – siehe Punkt e.)
  • Implementierung einer neuen, attraktiveren Energiemonitoringanwendung für die komplette Landesverwaltung einschließlich der steirischen Gemeinden. Ziel ist es, anhand der Verbräuche einerseits die eigenen MitarbeiterInnen (organisiert durch die Klima-Energie-Coaches) des Landes zu motivieren, weiterhin Energie zu sparen, und andererseits durch die automatisierte Erfassung, inkl. Analyse der Energiedaten, Einsparungspotenziale zeitnah aufzuzeigen und daraus Maßnahmen zu setzen. Die Kenntnis über die Energiebedarfsstruktur von Gebäuden ist die Grundlage für Maßnahmen zur Änderung des Nutzungsverhaltens. Sie trägt entscheidend zur schnelleren Amortisation der zur Reduktion des Energieverbrauches getroffenen Investitionen bei.

Ad g) Die Landesstrategie Elektromobilität Steiermark 2030 bildet den Rahmen und definiert Maßnahmen zur Umrüstung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge. Im Kapitel „Vorbild öffentlicher Bereich“ sind diesbezüglich 5 konkrete Maßnahmen, wie z.B. Beschaffung von Elektrofahrzeugen in der Landesverwaltung oder der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur, vorgesehen.

Ad 3.:

Die Aktionspläne zur Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 werden laut Regierungssitzungsbeschluss vom August 2019 alle 3 Jahre überarbeitet, um auf aktuelle Entwicklungen - hinsichtlich Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen - reagieren zu können. 2021 wird daher der aktuelle Aktionsplan überarbeitet werden und basierend auf den Ergebnissen des jährlich durchgeführten Maßnahmenmonitoring, sofern erforderlich, angepasst werden.

Die EU-Kommission hat als ein Hauptziel den sogenannten „Green Deal“ ausgerufen, welcher bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität in der Europäischen Union erreichbar machen soll. Die österreichische Bundesregierung setzt darüber hinaus ambitionierte nationale Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Energie im Regierungsprogramm 2020–2024, wie zum Beispiel mit den Zielen einer Klimaneutralität bis 2040, einer klimaneutralen Verwaltung und 100 % Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Mit Blick auf die zu erwartende Erhöhung der EU-Ziele und der Novellierung des Österreichischen Klimaschutzgesetzes soll der „Nationale Energie- und Klimaplan“ unmittelbar nachgebessert und konkretisiert werden. Bedingt durch die zu erwartenden neuen Vorgaben auf Europäischer- und Bundesebene, wird es zu Anpassungen in der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 kommen.

Ad 4.:

Der Stand der Umsetzung zu den Maßnahmen des Aktionsplans der Klima- und Energiestrategie Steiermark bzw. der Landesstrategie Elektromobilität Steiermark 2030 werden der Steiermärkischen Landesregierung bzw. dem Landtag Steiermark bereits jährlich durch den Energiebericht, Klimastatusbericht bzw. KESS 2030 Maßnahmenmonitoringbericht berichtet.

Landesrat Ök.-Rat. Johann Seitinger

Abteilung 10

Ad 2. a):

Alle Gebäude der Abteilung 10 am Standort Haidegg werden mit Erdgas beheizt. Die ursprüngliche Idee des Baues eines Biomasseheizwerks wurde aufgrund der damaligen Diskussion über die Feinstaubbelastung fallen gelassen.

In Bezug auf die landeseigenen Gebäude im Bereich landwirtschaftliches Schulwesen erfolgt die Wärmegewinnung ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern.

Ad 2. b):

Bei elf Schulstandorten, deren Gebäude im Eigentum des Landes stehen, handelt es sich nicht um Wohn- bzw. Unterrichtsräumlichkeiten, sondern um Wirtschafts- und Betriebsgebäude, wie Stallungen, Praxis- und Verarbeitungsräume, etc.

Eine Ausführung von Neubauten als Niedrigenergiegebäude wäre hier daher nicht zweckmäßig.

Bei der Fachschule Neudorf, welche 2018 vom Land Steiermark käuflich erworben wurde, werden künftige Zu- und Umbauten, gebäudetechnische Veränderungen sowie Renovierungen nach den neuesten wärmetechnischen Standards erfolgen.

Die Energiebereitstellung für zwölf landeseigene Schulstandorte erfolgt somit ausschließlich durch erneuerbare Energieträger.

Ad 2. c):

Derzeit sind auf dem Standort Haidegg keine neuen Gebäude notwendig, bezüglich landeseigenen Gebäude im Bereich der landwirtschaftlichen Schulen darf auf die Beantwortung zu 2. b) verwiesen werden.

Ad 2. d):

Am Standort Haidegg wurden zwei Photovoltaikanlagen mit je 28 kWp Leistung installiert. Die gesamt 56 kWp werden im Jahresschnitt zu 90 % am Standort verbraucht. Die hohe Eigenverbrauchsquote war ein Planungsziel, die Berechnungen wurden von der Energie Steiermark durchgeführt.

An neun Schulstandorten werden Photovoltaik-Anlagen eingesetzt.

Im Jahr 2020 ist an 3 Schulstandorten eine Vergrößerung der PV-Anlagen geplant, bzw. wird zusätzlich an einem Standort eine Photovoltaik-Anlage neu errichtet.

Zurzeit beträgt die Gesamtleistung der Photovoltaik-Anlagen aller Schulen 189 kWp – Tendenz stark steigend.

Zur Erreichung der Klimaziele wurde in jeder Schule ein Klima-Energie-Coach eingerichtet.

Schon jetzt werden standardmäßig bei Um- bzw. Neubauten und Sanierungen nach Möglichkeit unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, der Dachneigung, etc., Photovoltaik-Anlagen installiert, wie die Beispiele für 2018/2019, der Stallneubau am Grottenhof und Grabnerhof sowie an den Standorten Kobenz und Hatzendorf, zeigen.

Ad 2. e):

Diese Forderung liegt nicht im Einflussbereich der Abteilung 10.

Ad 2. f):

Diese Forderung liegt nicht im Einflussbereich der Abteilung 10.

Ad 2. g):

Die eigenen Dienst-Kraftfahrzeuge werden in den Wirtschaftsbetrieben Haidegg und Wies eingesetzt und häufig als Zugfahrzeuge genutzt. Alle Transportfahrzeuge sind notwendigerweise mit Allradantrieb ausgestattet, weil eine Geländegängigkeit im Gemüse-, Obst- und Weinbau für die Bewirtschaftung notwendig ist. Sobald die Bundesbeschaffungsagentur Alternativen zum Dieselantrieb in diesen Fahrzeugkategorien anbieten kann, werden diese ernsthaft in Erwägung gezogen.

Die Anschaffung der eigenen Dienst-PKWs liegt nicht im Einflussbereich der Abteilung 10 sondern erfolgt über die Abteilung 2.

Für den Transport von Schülerinnen/Schülern werden ausschließlich PKWs (Busse) mit 9 Sitzplätzen angekauft; es gibt zurzeit noch keine adäquaten Elektrofahrzeuge.

Bei der Anschaffung aller anderen PKWs wird der Markt für E-Autos genau beobachtet.

Für beide Fahrzeugtypen gilt das Prinzip der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit.

Bei selbstfahrenden Arbeitsmaschinen wie Traktoren, Staplern, Hoftracs, etc. wird sehr viel Leistung in kurzer Zeit benötigt. Hier ist die Technik leider noch nicht ausgereift.

Abteilung 14

Im Aufgabenbereich der Abteilung 14 werden die Klimaschutzziele in verschiedenen Bereichen berücksichtigt. Konkret wurde im Zuge der von der Abteilung 2 bzw. der LIG veranlassten Dachsanierungsarbeiten am Bürostandort in der Wartingergasse mit Unterstützung der Abteilungen 14 und 15 eine Photovoltaikanlage errichtet. Bereits mit dieser Anlage kann ein Großteil des Strombedarfs am Standort abgedeckt werden. Es wird nun angestrebt, im Zuge der weiteren Sanierung des Daches auch die Photovoltaikanlage zu vergrößern, um damit einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Einen weiteren wesentlichen Beitrag kann das im Rahmen des Beratungsschwerpunktes der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit entwickelte “Klimabilanzierungstool“ leisten. Die Bilanzierung des CO2- Ausstoßes von Dienstleistungen oder auch Verwaltungsstandorten ist ein erster Schritt, um Potenziale zur Verbesserung der Ressourceneffizienz und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu realisieren. Mit dem Webtool "ESG-Cockpit"-Klimarechner können Klimabilanzen einfach und effizient erstellt werden. Dieses Tool wird derzeit auch zur Bilanzierung von Verwaltungsstandorten zweier Abteilungen verwendet.

Mit dem Beratungsschwerpunkt „Klimaangepasste Außenbegrünung“ im Rahmen der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit werden aktuell am Verwaltungsstandort Karmeliterhof Maßnahmen zu einer kleinräumigen Klimawandelanpassung und Verbesserung der Arbeitsplatzumgebung definiert. Fassaden- und Dachbegrünungen mindern im Sommer die Kühllasten, da sich die begrünten Bereiche nicht so stark aufheizen. Dauergrüne Kletterpflanzen können im Winter einen Wärmedämmeffekt bewirken und den Heizaufwand reduzieren. 150 Unternehmensberatungen wurden 2020, trotz Corona, durchgeführt. Eine intensive Weiterbearbeitung ist geplant.

Weiteres sind Maßnahmen im Bereich der Abfallvermeidung bzw. Abfalltrennung im Sinne eines zeitgemäßen Ressourcenmanagements und die dazu vorgesehenen Maßnahmen in der Landesverwaltung wichtig für den Klimaschutz.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Klimaschutzausschusses zum Antrag EZ 321/1 betreffend "Klimaneutrale Landesverwaltungwird zur Kenntnis genommen.

 

 

Der Obfraustellvertreter:
Franz Fartek