LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 8

EZ/OZ 738/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gemeinden

Betreff:
Landflucht junger Frauen in der Steiermark

 

zu:
EZ 738/1, Landflucht junger Frauen in der Steiermark (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Gemeinden" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 08.11.2016 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Die Landflucht junger Frauen einzudämmen ist ein wesentliches Ziel der Landes- und Regionalentwicklung und hat in einer Vielzahl von Strategien und Projekten ihren Niederschlag gefunden. Aufgrund der sehr unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen werden in der Steiermark Strategien und Maßnahmen zur Reduktion der Trends zur Abwanderung aus den ländlichen Räumen vorwiegend auf Regionsebene erarbeitet bzw. umgesetzt.

Regionale Entwicklungsleitbilder

Aufgrund der sehr unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen werden in der Steiermark Strategien und Maßnahmen zur Minimierung der Trends zur Abwanderung aus den ländlichen Räumen überwiegend auf Regionsebene erarbeitet bzw. umgesetzt.

Zur Vorbereitung auf die EU-Programmplanungsperiode 2014 – 2020 und als Arbeitsprogramm für die Regionalmanagementstrukturen wurden in den 7 Regionen der Steiermark unter Federführung der Regionalvorstände sogenannte Regionale Entwicklungsleitbilder erstellt, die sich mit den aktuellen Trends der Entwicklung der Regionen und geeigneten Maßnahmenpaketen zur Steuerung beschäftigen.

Leitziel aller Regionalen Leitbilder ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der steirischen Regionen im Sinne einer räumlich ausgewogenen, eigenständigen Entwicklung. Unter den Rahmenbedingungen der prognostizierten demografischen Entwicklungen in den Regionen der Steiermark sowie aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besteht hoher Bedarf an strategischer Ausrichtung der Regionalen Entwicklungspolitik mit entsprechenden Projekten.

Diese Leitbilder wurden unter breiter Beteiligung von Stakeholdern in der jeweiligen Region (Zum Beispiel VertreterInnen aus den Bereichen Wirtschaft, Jugend, Soziales,…) und in Abstimmung mit den Strategien des Landes (unter anderem Steirische Frauen- und Gleichstellungsstrategie 2020, Wirtschafts- und Verkehsstrategie,…) erarbeitet.

Die demografische Entwicklung der Region wurde in allen Entwicklungsleitbildern behandelt, wobei auf unterschiedliche Aspekte der Bevölkerungsentwicklung fokussiert wurde: Abwanderung junger Bevölkerungsschichten generell sowie junger Frauen, Erhöhung der Anteile älterer Bevölkerungsschichten, Wanderungsbewegungen (Faktoren zur Förderung von Zuzug), etc.

Mit konkretem Bezug zum Thema des ggst. Antrages enthalten die Regionalen Entwicklungsleitbilder folgende Analysen, Ansätze und Maßnahmen:

Regionales Entwicklungsleitbild Südweststeiermark

Folgende spezifische Leitthemen wurden festgelegt:

Leitthema“Zukunftskapital Jugend & Bildung“

Die jungen Menschen sind das wichtigste Kapital für die Zukunft der Südweststeiermark. Sie sollen ein Lebensumfeld vorfinden, das ein Bleiben in der Region oder eine Rückkehr nach der Ausbildungsphase erstrebenswert macht. Eng verknüpft mit der Jugend ist die Zukunftsressource Wissen durch Bildung. Jugend & Bildung stellen daher ganz bewusst ein gemeinsames Leitthema dar. Folgende Ziele werden verfolgt:

  • Junge Erwachsene bleiben in der Region oder kehren nach der Ausbildung wieder in die Region zurück

  • Jugendliche und junge Erwachsene beteiligen sich an Entscheidungsprozessen und Aktivitäten in der Region

  • Kinder und Jugendliche mit Problemen bekommen Hilfe

  • Jugendliche finden die für sie passenden Aus- und Weiterbildungsangebote, Lehrstellen und Arbeitsplätze

  • Bildungseinrichtungen und Standorte werden in der Region gehalten und in ihrer Qualität verbessert

  • Es entstehen weitere regionale Angebote in der Erwachsenenbildung

  • Mobilitätschancen für Jugendliche werden verbessert

  • Das Bewusstsein über die Qualität der Natur in der Region wird bei Kindern und Jugendlichen gestärkt

  • Mädchen und junge Frauen werden in Ihren Aktivitäten besonders unterstützt

Folgende Leit- und Schlüsselprojekte sollen umgesetzt werden:

  • Regionaler Jugendbus

  • WIR-Eltern- und Kinderberatung

  • Regionale BBO-Koordination

  • Junges Schilcherland – sozialraumorientiertes Kinder- und Jugendangebot

  • Regionale Bildungsstandorte (BILDST)

  • Naturparkschulen und Kindergärten

  • Bildungsregion Hengist und Arnfels

  • Öffis für Jugendliche und SeniorInnen

  • Naturerlebnisse im Naturpark

  • Strukturgruppe Jugendbeteiligung

Des Weiteren werden im Rahmen des „Leitthemas Integration & Inklusion“ u.a. folgende Ziele verfolgt:

  • Ermöglichung von Erwerbstätigkeit von Frauen

  • Entlastung von pflegenden Angehörigen

  • Unterstützung bei der Kinderbetreuung und außerhalb von Kindergarten- und Hortbetreuungszeiten

  • Verlängerung der Wohnmöglichkeit zu Hause für pflegebedürftige Personen

  • Verbesserung des Zusammenlebens zwischen den Generationen

  • Mobilitätschancen für Personen ohne Führerschein oder ohne Kfz werden erhöht

Um Jugendliche bestmöglich in den Leitbildprozess einzubinden, wurde der Beteiligungsprozesses „Zukunft Jugend“ initiert. Zukunft Jugend hatte verschiedene Ansätze. Im Vorfeld wurde öffentlich über verschiedene Medien - Online, mit Video, mit Radio - und in Workshops mit Schülern und Schülerinnen, sowie der offenen Jugendarbeit gearbeitet. Aufbauend auf den Ergebnissen fand in Zusammenarbeit mit Jugendlichen eine gemeinsame Zukunftswerkstatt statt. Die Veranstaltung war eine zusätzliche Möglichkeit für Jugendliche unkompliziert an der Entwicklung des Regionsleitbilds mitzuarbeiten und in direkten Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern zu treten.

Regionales Entwicklungsleitbild Obersteiermark Ost

Folgende Ziele werden verfolgt:

  • Junge Erwachsene bleiben in der Region oder kehren nach der Ausbildung wieder in die Region zurück.

  • Jugendliche und junge Erwachsene beteiligen sich an Entscheidungsprozessen in der Region.

  • Der Obersteirische Zentralraum ist attraktiv für junge Familien

  • Mädchen und junge Frauen werden in ihren Aktivitäten besonders unterstützt.

  • Jugendliche werden für die Arbeitsmöglichkeiten und Arbeitsplatzangebote in der Region

  • durch gezielte Ausbildungs- und Beratungsangebote begeistert.

Folgendes Leitprojekt wurde festgelegt: „Stärkung der Frauenerwerbsarbeit“

Ziele:

  • Sensibilisierung der Unternehmen betreffend Working-Family- Balance

  • Imageverbesserung „Frau-Karriere-Obersteiermark Ost“

  • Erhöhung der Frauenerwerbsquote

Das Projekt beinhaltet 3 Module:

1. Bedarfserhebung:

Basierend auf den Ergebnissen der Strukturanalyse des Leitprojektes zur Koordination von Bildungs- und Berufsorientierung wird der Bestand der erwerbsunterstützenden Strukturen, speziell der Kinderbetreuungseinrichtungen analysiert. Als weiterer Schritt wird ein Fragebogen erstellt, der an alle in der Region lebenden Frauen zwischen 16 und 65 ausgesendet wird. Diese Marktforschung erhebt das Erwerbs- als auch Familien- und Freizeitverhalten. Fokus wird auf die individuelle Sicht des Ist-Standes sowie des Wunsch-Zustandes von erwerbsunterstützenden Strukturen, Erwerbstätigkeiten, Berufswünsche sowie Aus- und Weiterbildung gelegt. Die Ergebnisse beider Erhebungen werden ausgewertet und verglichen. Handlungsempfehlungen hinsichtlich Infrastruktur für Verwaltung und Politik werden erarbeitet.

2. Working-Family-Balance:

Fortführung der Round-Table-Reihe des regionalen Beschäftigungspaktes Obersteiermark Ost. Inhaltlicher Fokus auf Family-Work-Balance. Kostenloser Workshop für regionale Unternehmen aller Wirtschafts- bzw. Gewerbebereiche mit jeweils ein bis zwei Inputs von ExpertInnen zu Themen wie z.B.: Arbeitszeitregelungen, betriebliche Kinderbetreuung, Förderprogramme, Qualifizierung von Mitarbeiterinnen etc.) Das Fachwissen der ExpertInnen wird auch via Newsletter/Website und Kooperation mit der Wirtschaftszeitung publik gemacht. Die Veranstaltungsreihe unterstützt die Sensibilisierung von Unternehmen zu zielgruppenorientierter Personalentwicklung und Unternehmensführung.

3. Image – Wissen - Kompetenz:

Aus den Ergebnissen der „Frauen-Regionsbefragung“ werden jene Themen herausgefiltert, welche die „Hochsteirerin“ ansprechen. Basierend darauf wird eine Imagekampagne gestartet, die die Möglichkeiten von Arbeit und Familie in der Region Obersteiermark Ost in den Vordergrund rückt.

Parallel dazu können mit Kooperationpartnern wie AMS, AK, WK, ZAM, WBI Leoben, BIG Bruck, REV-Mürzzuschlag bedarfsorientierte Qualifizierungsmaßnahmen (Bedarf Wirtschaft/Bedarf Frauenbevölkerung) für Frauen konzipiert werden (z.B.: Gründerinnen-Workshops etc.).

Regionales Entwicklungsleitbild Obersteiermark West

Folgendes Leitthema wurde festgelegt: Dem demographischen Wandel begegnen
(Leitprojekt: Lebenswelten und lebenslanges Lernen)

  • Regionale Wissensbilanz

  • Jugendliche Lebenswelten

  • Beschäftigungspakt und BBO

  • Kraft. Das Murtal

Im Leitbildprozess Jugend wurde – im Rahmen eines vom Regionalen Jugendmanagement geleiteten Beteiligungsprozesses – mit jungen Menschen im Alter zwischen 8 und 29 Jahren sowie mit ExpertInnen und MultiplikatorInnen der offenen, verbandlichen und kommunalen Jugendarbeit gearbeitet. Fokussiert wurden dabei die für Jugend und Jugendarbeit wichtigen Schwerpunktthemen: „Freizeit“; „Beteiligung“; „Mobilität“; „Kunst, Kultur und kreative Ausdrucksformen“; „Bildung, Ausbildung und Beruf“; „Jugendinformation -beratung und Prävention“; „Lebenswelt Jugend“.

Regionales Entwicklungsleitbild Liezen

Folgende Ziele wurden festgelegt:

  • Gewährleistung der Chancengleichheit und Gleichbehandlung und Unterbindung der Geschlechterdiskriminierung

  • Zugang zu Kinderbetreuungsmöglichkeiten und die Work-Life-Balance muss erleichtert werden

  • Durch geeignete Maßnahmen und Dialoge sollen Frauen ermutigt werden, sich auch für nicht traditionelle Bildungswege und Arbeitsbereiche mit hoher Anerkennung zu interessieren

  • Die Stärkung der Familienstruktur mit einer optimalen work-life-balance (Einklang von Arbeits- und Privatleben) gemeinsam mit Unternehmen und Organisationen

  • Vor allem junge Frauen wollen bevorzugt in die größeren Städte, weil das Bildungs- und Jobangebot und in weiterer Folge die Aufstiegschancen am Land unzureichend sind.

    Um einer Abwanderung entgegenzuwirken, ist es unumgänglich, Perspektiven für Jugendliche zu schaffen

  • Eine enge Bindung zu Familie und Freunden, Engagement in Ehrenämtern und Vereinen sowie die Mitsprache bei der zukünftigen Entwicklung der Region - all das schafft eine Regionsbindung, welche junge Menschen zum Bleiben bewegen kann

Um einer Abwanderung entgegenzuwirken, muss unter anderem die Vielfalt im ländlichen Raum erhalten und die Stärken und Wirtschaftskraft der Region gefördert werden. Dazu ist es unumgänglich, Perspektiven für Jugendliche zu schaffen - denn diese entscheiden auch über die Zukunft der ländlichen Regionen.

Weitere Ziele:

  • Engagement junger Menschen wird gefördert

  • Erhöhung der Identifikation mit der Region, Gemeinde, der Schule usw. durch Beteiligung

  • Verstärkung der generationsübergreifenden Kommunikation

  • Die Generationen lernen mehr über die Ideen, Visionen, Erfahrungen und Bedürfnisse der jeweils anderen.

  • Mehr Eigenverantwortung für Jugendliche

Regionales Entwicklungsleitbild Oststeiermark

Das Oststeirische Leitbild orientiert sich in der Querschnittsmaterie „Jugend“ an der „Strategischen Ausrichtung der Kinder- und Jugendarbeit 2020 - Strategie des Landes Steiermark“.

Die Oststeiermark soll als familien- und jugendfreundliche Region etabliert werden, in der Jugendliche und Kinder nicht nur Teil der Gemeinschaft sind, sondern sich auch tatsächlich ernstgenommen fühlen. Diese emotionale Bindung und regionale Identität kann durch jugendgerechte Angebote und eine aktive Einbindung der Jugendlichen gestärkt werden. Vor allem für junge Frauen ist dieses emotionale Verwurzelt sein mit dem Ort, in dem man aufgewachsen ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Wahl des späteren Lebensmittelpunktes. Die Kinder- und Jugendarbeit der Oststeiermark möchte verschiedene Altersgruppen, Herkunftsländer und Gesellschaftsschichten zusammen bringen, die anderweitig kaum miteinander in Kontakt kommen und so das Lernen eines sozialen Miteinanders über alle Alters und Herkunftsgrenzen hinweg ermöglichen.

Folgende Projekte wurden festgelegt:

  • Tag der Vereine: Breite Palette an verbandlichen Organisationen aufzuzeigen und den jungen Leuten zu präsentieren

  • JAKOS – Jugendarbeitskreis Oststeiermark: Austausch und die Zusammenarbeit im Bereich Jugendarbeit

  • Jugendbeteiligung LAG Joglland

Folgende weitere Maßnahmen wurden definiert:

  • Ausbau der Kinderbetreuung

  • Fachkräfte gewinnen: Verbesserung der Qualifikation der SchulabgängerInnen; Das Angebot und die Attraktivität fachlicher Aus- und Weiterbildungen stärken; Erhaltung aller bestehenden Schulen und Neuausrichtung auf den regionalen Bedarf; Verbesserung und gendersensible Gestaltung der Berufsorientierung unter Berücksichtigung des regionalen Bedarfs

  • Mädchen und Frauen ermöglichen, sich verstärkt für technisch orientierte Berufe mit höherer Nachfrage, besseren Arbeitsbedingungen und Einkommensmöglichkeiten zu entscheiden in denen nachhaltiger Bedarf zu erwarten ist

  • Emotionale Bindung an die Region

Regionales Entwicklungsleitbild Steirisches Vulkanland – Südoststeiermark

Leitthema: „Qualifizierung und Fachkräfte mit Zukunft“

Regionale Bildung verfolgt nicht nur wirtschaftliche, Arbeitsmarktpolitische Zielsetzungen, sondern definiert vor allem vernetzte Bildung als wesentlichen Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben. Qualifizierung- und Weiterbildung umfasst sämtliche Alters- und Qualifikationsgruppen, insbesondere Potenziale von Frauen und älteren Menschen.

Regionale Wissensarbeit und Qualifizierungsangebote ergänzen einander durch Inhalte, die Fachwissen mit sozialer Kompetenz zunehmend verweben. Die Region zielt darauf ab, explizite und vor allem aber implizite Wissensbereiche vermehrt in regionale Bildungsangebote zu integrieren, und damit den Aspekt von ganzheitlicher Entwicklung junger Menschen zu stärken, und spezifische Fachwissensbereiche durch soziale Kompetenz zu vertiefen, um vielfältige Entwicklungschancen zu sichern.

Regionale Berufsinformationsmessen als wichtige Aufgabe der Schulerhalter werden gemeinsam mit Kompetenzträgern im Bereich Bildung, Jugend, Arbeit und Wirtschaft als wichtiges Instrument der Information und des Wissenstransfers eingeführt.

  • Leitprojekt „Ausbau Breitbandinternet“ für flexible Arbeitsplätze

Der Ausbau schneller Internetverbindungen stellt für ländliche Regionen einen zentralen Faktor im Standortwettbewerb dar. Unter Ausnützung bestehender Finanzierungsinstrumente soll in diesem Arbeitspaket auf Basis eines konkreten Planes bis 2020 eine vollständige Erschließung auf technisch modernstem Stand erreicht werden.

  • Leitbild „Inwertsetzung der Lebenskultur“: Umsetzung der Frauengleichstellungsstrategie

Regionales Entwicklungsleitbild Steirischer Zentralraum

Folgendes Leitthema wurde festgelegt:

Regionale Jugendarbeit - stärkere Berücksichtigung der Jugendlichen:

Gut ein Drittel der Bewohner des Zentralraumes sind Jugendliche (1-29 Jahre); unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in Zukunft einerseits eine verstärkte Zuwanderung Jugendlicher in der Stadtregion Graz / Graz-Umgebung erfolgt und gleichzeitig der ländliche Raum und der Teilraum Voitsberg von einer Abwanderung betroffen sein wird, wird eine verstärkte regionale Jugendarbeit ein Schlüsselthema sein. Die Grundlage für dieses Programm bildet das Aktionspapier „Strategische Ausrichtung der Kinder- und Jugendarbeit 2020 – Strategie des Landes Steiermark“.

Zusätzlich zur Umsetzung der regionalen Entwicklungsleitbilder und ihrer Schwerpunktsetzungen gibt es laufende Projekte im Rahmen von Regionalentwicklungsförderung, aus den Förderprogrammen INTERREG und LEADER bzw. integrierte Regionalentwicklung und Stadt – Umlandkooperationen:

Bildungspotentiale Südweststeiermark (LEADER)

Inhalt ist die Konzeption und Durchführung von 6 aufeinander abgestimmten regionalen Bildungs- und Berufsorientierungsmessen. Durch weitere Veranstaltungen, Vorträge und Workshops sollen viele Bewohner erreicht werden, um frühe Berufs- und Bildungsorientierung für Kinder zu ermöglichen.

WOHNST – Wohnstandortentwicklung (Integrierte Regionalentwicklung)

Kleinregionen der Südweststeiermark, welche von Abwanderung bedroht sind, haben im Projekt ausgearbeitet, was sie anbieten müssen um als Wohnstandort eine Zukunft zu haben – sowohl für in der Region lebende Menschen als auch für solche, die in die Region ziehen. Die Bedürfnisse von jungen Frauen und Familien, insbesondere Mobilität und Kinderbetreuung, spielten dabei eine besondere Rolle. Dadurch wurden Lösungsansätze dazu entwickelt und umgesetzt.

Regiovitalis (INTERREG)

Der Schwerpunkt des Projektes ist es, Jugendliche der Region für Tourismusberufe, vor allem im Bereich Gastronomie, zu interessieren und diese Berufe in einem positiven Image zu präsentieren. Der Tourismus der Region braucht verstärkt Arbeitskräfte und bietet jungen Menschen, vor allem jungen Frauen, Arbeitsplätze in der Region. Das Projekt versuchte mit verschiedenen Initiativen (z.B. Tag der offenen Tür in der Landesberufsschule für Tourismus) touristische Berufe für die Zielgruppe interessant zu machen.

Kreative Lehrlingswelten – Berufe zum Ausprobieren (LEADER)

Die über LEADER gestartete, erfolgreiche Berufsorientierungsoffensive "Kreative Lehrlingswelten" mit Mini-Werkbänken hat bisher rund 50 Schulen unter Einbeziehung von rund 500 Unternehmen erreicht. Beim Weiterentwicklungsprojekt wird das Berufsspektrum um 8 auf insgesamt 20 Handwerksberufe ausgebaut und werden auch SchülerInnen unterer Schulstufen erreicht.

Lehrlingsinitiative 2020 (LEADER)

Informationsveranstaltungen für SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und Betriebe. Vernetzung von Schule und Wirtschaft durch aktive Einbindung der 170 Ausbildungsbetriebe der Region. Ziel ist es, dass die Lehre als wertvolle Ausbildungsvariante gesehen wird und auch in Zukunft noch genügend Facharbeiter, vor allem aber auch Facharbeiterinnen, der regionalen Wirtschaft zur Verfügung stehen.

Ausgezeichnete Lehrbetriebe im Tourismus (LEADER)

Der Tourismus in der Region Oststeiermark-Thermenland als wichtiger Arbeitgeber und Chance für Jugendliche auf Berufsausbildung und Beschäftigung vor Ort. Aufbau eines Netzwerkes von Lehrlingen, AusbildnerInnen und Lehrbetrieben zur Hebung der Ausbildungsqualität, Unterstützung bei der Berufsorientierung und Förderung von Zusatzausbildung.

FEMCOOP – Female Cooperation HU-AT (INTERREG)

Ziel des Projektes ist es, junge Frauen und Mädchen als weiblichen Nachwuchs für Berufe in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen (Metall- und Elektroindustrie) zu begeistern und dadurch dem Facharbeitermangel entgegenzuwirken und Frauen in der Region zu halten. Es erfogt eine starke Beteiligung regionaler Betriebe und großes Interesse von Mädchen und jungen Frauen.

10 Gründe in der Obersteiermark zu leben (LEADER)

Über ein Forschungsprojekt wurde 2014 bereits ein Argumentarium erarbeitet, das 10 gute Gründe anführt, warum Jugendliche in der Obersteiermark leben. Um der Abwanderung von Jugendlichen tatsächlich entgegenzuwirken, werden Bilder und sog. Freecards erstellt, Theaterworkshops durchgeführt, Videoclips gedreht und mit Role Models kooperiert.

Karrieren, made in Eisenstrasse (LEADER)

Erstellung eines Buches welches Persönlichkeiten und Karrieren aus der Region vorstellt und Essays junger Menschen über die Perspektiven der Region enthält. Durch die Entwicklung des Buches mit Schülern und Schülerinnen aus der Region in Zusammenarbeit mit Betrieben, werden den jungen Menschen die Möglichkeiten und Chancen der Region bewusst und zum Bleiben angeregt.

Chancen-Camp 2.0 – Regionale Verankerung (LEADER)

Das Projekt hat die Anwerbung von jungen Menschen, angepasst an den regionalen Arbeitsbedarf, zum Ziel. Gemeinsam mit Führungskräften generieren junge Talente Ideen für neue Projekte oder Dienstleistungen, die danach in bestehenden Betrieben, Start-ups/Spin-offs umgesetzt werden.

Stadt.Land.Obersteiermark (LEADER)

Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität junger Regionsbewohner. Aktivitäten sind eine Informations- und Imagekampagne, die Schaffung regionaler Beteiligungsangebote und die Förderung politischer Bildung und das Sichtbarmachen mobiler Jugendangebote, die Installierung eines Jugendtheaterclubs und die Förderung regionaler Mädchenangebote.

Stärkung des Wirtschaftsnetzwerkes Kraft. Das Murtal (LEADER)

Zentrales Thema des Wirtschaftsnetzwerkes Kraft. Das Murtal ist die Nachwuchsförderung. Jungen Menschen, insbesondere auch Mädchen, sollen Impulse zur Berufswahl in regionalen Unternehmen gegeben werden und so für ein Bleiben in der Region begeistert werden. Das Projekt zeigt Wirkung, messbar an der Steigerung der Qualität und Quantität an Bewerbungen für Lehrstellen.

Regiowin (INTERREG)

Das Projekt zielt auf die Erhöhung der grenzüberschreitenden (CB) Kooperation von Unternehmen zur Internationalisierung ab. Der Focus im Projekt liegt dabei auf weiblichem Unternehmertum in peripheren Regionen, da hier zum einen ein großes Potential und zum anderen die Notwendigkeit besteht, einen Zugang zu neuen Märkten und bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Die starke unternehmerische Vielfalt der Frauen ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor in den Regionen. Für das Thema Internationalsierung bedarf es einer schrittweisen Vorgehensweise, um die notwendigen Kompetenzen und Rahmenbedingungen von Unternehmerinnen aufzubauen. Die Maßnahmen werden ein mehrstufiger Prozess sein, um die Schaffung eines stabilen Umfeldes zur grenzüberschreitenden Kooperation zu unterstützen und somit neue internationale Märkte für die Unternehmerinnen sichtbar zu machen. Der Ansatz ist der Aufbau von inter-company networks – und zwar branchenübergreifend, um mögliche gemeinsame Internationalisierungspotentiale zu entwickeln.

Femcoop PLUS (INTERREG)

In Österreich und Ungarn sind die gemeinsamen Herausforderungen zum einen der bestehende Fachkräftemangel in technischen Berufen und zum anderen der niedrige Anteil an Frauen in der Technik (AT 15% und HU 10%). Die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften wird mehr noch als bislang zu einem Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Ein Ansatz ist das Potential von Frauen zu aktivieren für technische Berufsfelder zu interessieren. Angestrebte Ziele: Verminderung des Fachkräftemangels, Erhöhung des Frauenanteils in technischen Berufen, Intensivierung der Vernetzung von KMU/Intermediäre/Bildungseinrichtungen, Erhöhung des Images technischer Berufe. Gleichzeitig wird so den Frauen die Möglichkeit geboten, in den Regionen zu bleiben, da die Palette an möglichen ArbeitgeberInnen deutlich ausgeweitet wird.

Sowohl die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen, als auch die Umsetzung der regionalen Entwicklungsleitbilder stellen einen fortwährenden Prozess dar. Mit einer Überarbeitung der regionalen Entwicklungsleitbilder wird auch eine Evaluation derselben einhergehen. Gemeinsam mit der Evaluierung und Überarbeitung der regionalen Entwicklungsleitbilder sollten auch die bestehenden Prozesse und Projekte evaluiert werden. Diese Ergebnisse werden dem Landtag Steiermark nach Abschluss der Evaluation vorgelegt werden.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Gemeinden zum Antrag, EZ 738/1, "Landflucht junger Frauen in der Steiermark", der Abgeordneten der FPÖ wird zur Kenntnis genommen.

 

Der Obmann:
LTAbg. Erwin Dirnberger