LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 411/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 17.11.2015, 16:09:12


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Ing. Sabine Jungwirth (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): LTAbg. Mag. Christian Buchmann (ÖVP)

Betreff:
Rücknahme der Kürzungen für die Akademie Graz

Für die mehrjährigen Förderverträge im Zeitraum 2016 - 2018 gibt es im Kulturbereich massive Kürzungen. Die Akademie Graz musste den größten Einschnitt hinnehmen: 45.000 Euro weniger gibt es künftig für die an der Schnittstelle von Kunst und Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft agierende Institution, die seit 1987 das kulturelle und gesellschaftspolitische Leben in der Steiermark mitgestaltet.

Das Kulturkuratorium hatte die Kürzung empfohlen, weil das Programm zu bildungsorientiert sei. Der Vorsitzende des Kuratoriums Igo Huber meinte auf die Frage, wo für ihn die Grenze zwischen Kultur und Bildung verlaufe: "Wenn ich mich auf diese Diskussionsebene einlasse, bin ich bald für alles zuständig". Auch Landesrat Buchmann sagt dazu in einem Interview im November 2015: “Legt man den Kulturbegriff der Akademie Graz an, bin ich als Kulturreferent für das gesamte Budget zuständig – weil: Was ist nicht Kultur? Auch gesunde Ernährung wird da zur Kulturfrage.“

Eine Petition zum Erhalt der Akademie Graz erhielt bisher schon über 800 Unterschriften, darunter wichtige VertreterInnen der heimischen Kulturinstitutionen. Mit dem „Zu viel Bildung im Programm“ sieht sich die Akademie Graz nicht nur in ihrer Existenz, sondern auch in ihrem Grundverständnis in Frage gestellt. Die InitiatorInnen halten in der Petition fest, dass gerade in einer Zeit zunehmender Orientierungslosigkeit ein gemeinsamer Bildungs- und Kunstbegriff als Grundlage für Wert- und Sinnstrukturen unabdingbar ist. Konkret kritisiert der Philosoph Konrad Paul Liessmann, der die Petition unterstützt: „Man kann ob der sich hinter solch einer Argumentation verbergenden Unbildung nur erstaunt sein. Als ob Bildung ihrer ganzen Geschichte und Idee nach nicht untrennbar mit Kunst verbunden gewesen wäre, als ob Bildung nicht die Voraussetzung für Kunst und die Auseinandersetzung mit Kunst eine zentrale Dimension von Bildung gewesen wären, als ob Schillers Briefe über die ästhetische Erziehung nie geschrieben worden wären, als ob „zu viel“ Bildung überhaupt je einen Gegensatz zu Kunst bilden könnte.“


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die im mehrjährigen Fördervertrag für den Zeitraum 2016 - 2018 vorgesehenen Kürzungen für die Akademie Graz zurückzunehmen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Ing. Sabine Jungwirth (Grüne)