LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1970/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.10.2017, 07:11:35


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Versorgung von Kindern nach schweren Erkrankungen sicherstellen

In den kommenden zehn Jahren werden bekanntlich 50 bis 60 Prozent aller derzeitigen Mediziner mit Kassenvertrag im pensionsfähigen Alter sein. Dieser Umstand ist umso erschreckender, als bereits heute viele Kassenstellen nicht nachbesetzt werden können. Diese Entwicklung äußert sich etwa darin, dass es in absehbarer Zeit nur noch drei niedergelassene Kinderärzte in der gesamten Obersteiermark geben wird, wie einem Bericht der „Kleine Zeitung“ vom 20. September 2017 entnommen werden kann. Insofern verwundert es auch wenig, wenn die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) vor massiven Problemen bei der Versorgung von Kindern, insbesondere nach schweren Erkrankungen, warnt.

So kritisierte deren Präsident, Wolfgang Sperl, im Rahmen der 55. Jahrestagung der Vereinigung, dass Kindern nach schweren Erkrankungen oft keine entsprechende Nachversorgung zuteilwird. „Ob Rehabilitations-, spezielle Pflegemaßnahmen oder auch Palliativbetreuung – ‚wenn Kinder nach schweren Erkrankungen aus dem Spital entlassen werden, geht für die Angehörigen der Betreuungsaufwand erst so richtig los. Und da stehen sie dann häufig alleine da oder sind auf die Hilfe von Freiwilligen Organisationen angewiesen‘, betonte Wolfgang Sperl.“ Der ÖGKJ-Präsident bemängelte zudem, dass es in Österreich keinen gesetzlichen Anspruch auf eine entsprechende Nachversorgung gebe, wie es etwa in Deutschland der Fall sei. „Es zeige sich außerdem, so der Experte, dass das Fehlen einer solchen psychosozialen Medizin nicht nur Kinder und ihre Familien belastet, sondern auch erhebliche Mehrkosten für das Gesundheitssystem mit sich bringe. Sperl: ‚Dort, wo es kein psychosoziales Angebot gibt, müssen Kinder beispielsweise länger im Krankenhaus behalten werden. Fehlt nach der Entlassung professionelle Nachsorge, verläuft der Heilungsprozess weniger optimal, die Wahrscheinlichkeit einer Wiedereinweisung ist deutlich größer.‘“ (Quelle: „Der Grazer“, Ausgabe 39 des Jahres 2017, Seite 33)

Die Mitglieder der steirischen Landesregierung und insbesondere ÖVP-Gesundheitslandesrat Christopher Drexler sollten die Mahnungen der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde jedenfalls ernst und zum Anlass nehmen, die im Bereich der Nachversorgung von kranken Kindern vorherrschenden Probleme in Zusammenarbeit mit den Experten der ÖGKJ zu beheben. Schließlich würden davon nicht nur die Kinder und deren Familien profitieren, sondern langfristig auch unser Gesundheitssystem entlastet werden.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, die Probleme, die derzeit in der Steiermark bei der Versorgung von Kindern nach schweren Erkrankungen bestehen, in Zusammenarbeit mit den Experten der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde zu erörtern, in weiterer Folge zu beheben und dem Landtag über die gesetzten Maßnahmen Bericht zu erstatten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)