LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 15

EZ/OZ 2106/2

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Kontrolle

Betreff:
Maßnahmenbericht an den Kontrollausschuss des Landtages Steiermark gemäß Art. 52 Abs. 4 L-VG zum Bericht des Landesrechnungshofes betreffend „Kunsthaus Graz“ (Einl.Zahl 1548/2, Beschluss Nr. 426)

 

Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler
zu:
EZ 2106/1, Maßnahmenbericht an den Kontrollausschuss des Landtages Steiermark gemäß Art. 52 Abs. 4 L-VG zum Bericht des Landesrechnungshofes betreffend „Kunsthaus Graz“ (Einl.Zahl 1548/2, Beschluss Nr. 426) (Maßnahmenbericht (Art 52 Abs. 4 L-VG))

 

Der Ausschuss "Kontrolle" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 03.05.2022 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Landtagsbeschluss Nr. 426 vom 28.09.2021 wurde der Bericht des Landesrechnungshofes betreffend „Kunsthaus Graz“ zur Kenntnis genommen. Gemäß Art. 52 Abs. 4 Landes-Verfassungsgesetz 2010 hat die Landesregierung spätestens 6 Monate nach Behandlung des Berichtes, für den Fall, dass der Bericht des Landesrechnungshofes Beanstandungen oder Verbesserungsvorschläge enthält, dem Kontrollausschuss im Landtag zu berichten.

Der gegenständliche Bericht enthält Anregungen und Empfehlungen des Landesrechnungshofes, denen die Abteilung 9 Kultur, Europa, Sport im Rahmen ihrer Kompetenzen Folge zu leisten bemüht ist.

Anregungen im Prüfbericht des Landesrechnungshofes betreffen auch den „eigenen Wirkungsbereich“ der Universalmuseum Joanneum GmbH bzw. der Kunsthaus Graz GmbH, weshalb die Abteilung 9 Kultur, Europa, Sport die Geschäftsführung der Universalmuseum Joanneum GmbH bzw. der Kunsthaus Graz GmbH um eine Stellungnahme zum Prüfbericht des Landesrechnungshofes ersucht hat.

Zu denjenigen Feststellungen und Empfehlungen des Landesrechnungshofes, die konkret seitens der Abteilung 9 und der Universalmuseum Joanneum GmbH bzw. der Kunsthaus Graz GmbH umgesetzt wurden oder deren Umsetzung geplant ist, wird folgende Stellungnahme abgegeben:

Seite 74 des Berichtes: Der LRH empfiehlt, im Rahmen der Besucherentwicklung bei der Auslastungsbetrachtung die Freikarten herauszurechnen und auch die Planzahlen entsprechend zu adaptieren, um keine Anreize zu setzen, durch vermehrte Freikartenausgabe das Auslastungsziel zu erreichen.

Die Geschäftsführung teilt mit, dass grundsätzlich alle Besucher*innen als relevant anzusehen sind, zahlende ebenso wie nicht zahlende. Auch in anderen vergleichbaren Ausstellungshäusern in Österreich ist es nicht üblich, innerhalb der Planzahl zu differenzieren. Differenzierungen in der Planzahl lässt die statistische Erfassung jedoch zu.

Ab 2023 werden auf Empfehlung des LRH die Planzahlen möglichst realistisch und nicht als angestrebte Orientierungszahl gesetzt. Pandemiebedingt sind die Zahlen allerdings zurzeit besonders schwer abzuschätzen.

Seite 76 des Berichtes: Der LRH stellt fest, dass der Besucheranteil an freien Eintritten für das Jahr 2019 bei 47,5 % der gezählten Besucher lag und die Zuordnung zu Besuchergruppen nur eingeschränkt nachvollziehbar war.

Der LRH empfiehlt in Anbetracht der zuletzt hohen Freikartenanteile in Hinblick auf eine Rechtfertigung gegenüber zahlenden Besuchern, die Ausgabe von Freikarten innerhalb des Kunsthauses zu reduzieren.

Gemäß Stellungnahme der Geschäftsführung werden die meisten Freikarten an jenen Tagen ausgestellt, an denen alle Besucher*innen freien Eintritt in Anspruch nehmen können. Zusätzlich zu den österreichweit bzw. in den Häusern des Universalmuseums Joanneum geltenden freien Eintrittstagen unterstützt die Privatwirtschaft staatlich geförderte Institutionen durch Sponsoring einzelner Tage, an denen Besucher*innen freier Eintritt gewährt wird. Diese Tage stehen im Zeichen jener breitenwirksamen Niederschwelligkeit, der sich die Institutionen verschreiben, und geschehen zum Wohl der Bevölkerung. Finanziell erwächst der Institution dadurch kein Schaden. Diese Tage dienen allein der Gemeinnützigkeit: das breite Publikum profitiert von ihnen ebenso wie Kultur, Wirtschaft und öffentliche Hand, deren Vernetzung hierbei sichtbar wird. Es zeigt sich darüber hinaus, dass das Kunsthaus beim Sponsoring besonders erfolgreich ist.

Den Empfehlungen des LRH folgt in Zusammenarbeit mit dem Universalmuseum Joanneum und der Abteilung für Besucher*innen ein Prozess der Evaluierung und konsequenter Transparenz bei der Freikartenausgabe (10/2021 - 10/2022). Erste Maßnahme: Ab 2021 nur noch ein freier Museumstag zum Endes des Jahres. Für mehr Transparenz sollen Sponsoringtage – soweit möglich – auf das Kalenderjahr verteilt werden.

Seite 81 des Berichtes: Der LRH stellt fest, dass bei den vorgelegten Leihverträgen sowohl bei der Leihgabe als auch bei der Leihnahme in rund der Hälfte der Fälle Leihverträge des Vertragspartners verwendet wurden.

Der LRH empfiehlt, bei Leihgaben und bei Leihnahmen nach Möglichkeit die eigenen Vertragsmuster anzuwenden, sofern für den Leihgeber dies zumutbar erscheint.

Die Geschäftsführung stellt in Bezug auf diese Empfehlung des LRH klar, dass das Kunsthaus ein Ausstellungs- und Produktionshaus mit nur bescheidener Sammlung ist. Dem Typus der Kunsthalle entsprechend, werden Wechselausstellungen mit neuen Produktionen und Leihgaben aus österreichischen und ausländischen Institutionen realisiert. Eine Ausleihe von Werken der eigenen Sammlung findet kaum statt, da sich in der Sammlung des Kunsthauses vor allem ortsspezifische, häufig am Ort physisch verankerte Werke befinden. Die Leihverträge, die das Kunsthaus mit den Partnerinstitutionen schließt, stammen daher meist von den leihgebenden Institutionen, was allgemein üblich ist. Zum großen Teil sind diese Verträge standardisiert. Sie unterscheiden sich meist nur in Details (Versicherung des Leihgegenstandes, Transport- und Ausstellungsbedingungen etc.) voneinander.

Im seltenen Falle einer Leihgabe seitens des Kunsthauses wird der eigene Leihvertrag verwendet.

Seite 87 des Berichtes: Der Landesrechnungshof empfiehlt im Hinblick auf die Mitfinanzierung des Landes an den Gesamtkosten des Kunsthauses, eine Besserungsvereinbarung für den Fall einer künftigen Veräußerung des Kunsthauses zu schließen.

Diesbezüglich hat die Abteilung 9 Kultur, Europa, Sport mit der Stadt Graz Kontakt aufgenommen. Seitens der Stadt Graz wird der Abschluss einer Besserungsvereinbarung abgelehnt und eine Neubewertung der Sach- und Rechtslage zum (hypothetischen) Zeitpunkt einer Veräußerung vorgeschlagen.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Maßnahmenbericht der Steiermärkischen Landesregierung zum Bericht des Landesrechnungshofes betreffend „Kunsthaus Graz“ (Einl.Zahl 1548/2, Beschluss Nr. 426) wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Der Obmann:
LTAbg. Mario Kunasek