LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 891/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 29.10.2020, 17:35:16


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)
Fraktion(en): NEOS
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Die Hälfte der Grippe Impfdosen für Risikogruppen zur Verfügung stellen

Das deutsche Robert Koch Institut, eines der europaweit führenden Institutionen im Bezug auf Krankheiten, stellte in seinem Epidemiologisches Bulletin 32/33 2020 auf Seite 28 fest, dass "die Epidemiologie" sowohl von Corona, als auch der Influenza "hin­sichtlich der Risikogruppen für schwere Krankheits­verläufe sehr deutliche Parallelen aufweist. Weiters ist das Robert Koch Institut davon überzeugt, dass für die kommende Influenzasaison 2020/21 eine hohe Impfquote in den Risikogruppen erreicht werden muss, um neben dem individuellen Schutz auch das Gesundheitssystem zu entlasten."

Beim Pressegespräch des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller am 21.10.2020 führte dazu der Infektiologe Dr. Christoph Wenisch der Klinik Favoriten aus, dass die Influenza-Impfung das Risiko für oft schwerwiegende Komplikationen durch Influenza bei Personen mit einer bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankung reduziere. Auch bei Personen mit Diabetes könne das Risiko an einer Influenza-bedingten Komplikation zu sterben, durch eine Influenza-Impfung deutlich gesenkt werden. Wie bei Covid-19 geht es auch bei der Influenza vor allem darum, Risikogruppen vor der Erkrankung zu schützen

Da die geburtenstarke "Baby-Boomer" Generation nun ein höheres Alter erreicht, handelt es sich hierbei um eine Risikogruppe beachtlicher Größe. So waren mit Stand 2019 über 250.000 Steirer_innen über 65 Jahre alt. Doch nicht nur ein hohes Alter kann Menschen zu einer Risikogruppe machen. Wie der Österreichische Gesundheitsbericht 2016 beschrieb, litten 36 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an einer dauerhaften Krankheit oder einem chronischen Gesundheitsproblem. Diese Co-Morbiditäten verschlechtern die Wahrscheinlichkeit eine Influenza-Infektion zu bewältigen entscheidend.

Das österreichische nationale Impfgremium empfiehlt daher für folgenden Gruppen eine Grippeimpfung: alle Personen mit erhöhter Gefährdung infolge eines Grundleidens (chronische Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen, Erkrankungen der Nieren, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten (einschließlich Diabetes mellitus) und Immundefekte), sowie Schwangere und Frauen, die während der Influenza-Saison schwanger werden wollen, sowie einigen andere Risikogruppen. 

Durch die Coronapandemie hat sich die Impfbereitschaft der steirischen Bevölkerung massiv erhöht, die Ärztekammer Steiermark warnte sogar medial vor einem Engpass des Grippeimpfstoffes. Gerade in dieser Situation ist es wichtig, dass für Risikogruppen ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Deshalb braucht es ein eigenes Kontingent für Risikogruppen, damit die Durchimpfungsrate für diese Gruppen erhöht werden kann. Wenn schon nicht jede Steierin, jeder Steirer eine Grippeimpfung bekommen kann, dann muss es zumindest für alle Angehörigen der Risikogruppen eine Impfung geben. Das entlastet das Gesundheitssystem als Ganzes und kann potentielle Folgeerkrankungen für Betroffene verhindern.


 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert:

  1. Beginnend mit November die Hälfte der Influenza-Impfdosen für Risikogruppen, also zum Beispiel Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung wie zum Beispiel Asthma, COPD, Diabetes, Herz-Kreislauf-, Nieren- oder Lebererkrankungen, etc. zu reservieren, da diese Patienten ein Risiko für schwere Verläufe einer Grippe haben und diese Impfung dringend benötigen. 
  2. Für das nächste Jahr eine Impfstrategie auszuarbeiten, die eine ausreichende Menge an Influenza Impfdosen für alle impfwilligen Steirerinnen und Steirer zu Verfügung stellt, sowie für Menschen mit chronischen Grundkrankheiten und andere Risikogruppen eine prioritäre Versorgung sicherstellt.

Unterschrift(en):
LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)