LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2240/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 15.02.2018, 15:27:54


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl

Betreff:
Schulskikurs-Offensive für das Schuljahr 2018/19

Am 10. Februar 2018 berichtete die „Kronen Zeitung“ auf ihrer Internetseite unter dem Titel „Steirische Studie - Immer mehr Schüler machen Bogen um Skigebiete“ über das Problem schwindender Zahlen von Kindern und Jugendlichen im Skisport: „62 Prozent der Österreicher fahren nicht mehr Ski, die Teilnahme an Skikursen hat sich seit den 1990er-Jahren halbiert. Auch in der Steiermark gibt es einen klaren Rückgang, wie eine Studie des Grazer Lehrers Gerd Egger zeigt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Haben 2005 in der Steiermark noch 19.596 Schüler an Wintersportwochen teilgenommen, waren es drei Jahre später 17.331 und im Schuljahr 2016/17 sogar nur mehr 15.909. Vor allem die Gymnasien halten noch an dieser Tradition fest, während bereits 30 von 165 Neuen Mittelschulen auf Wintersportwochen verzichten. Davon sind alleine 13 aus Graz – Schulen mit hohem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund. Hier ist es kaum mehr möglich, die Mindestteilnehmerzahl von 70 Prozent der Klasse zu erreichen. Doch Egger führt noch weitere Punkte an, die zum Abwärtstrend beitragen: zunehmende Klagen gegen Lehrpersonen, Desinteresse der Eltern, zu wenig Plätze für skisportliche Fortbildungen an der Pädagogischen Hochschule und natürlich die Kosten. […] Ebenfalls hinderlich ist die Regel, dass Skitage an Volksschulen nur fünf Stunden dauern dürfen. Gerade für Grazer Schulen ist es schwer, im Zeitrahmen zu bleiben. Im Falle eines Unfalls greift danach keine Versicherung…“ (Quelle: http://www.krone.at/1637152)

Seit Jahren ist ein eklatanter Rückgang an Schulskikursen zu verzeichnen, welcher einschneidende Auswirkungen auf den Tourismus hat. Gerade in Nebensaisonen waren Skikurs-Teilnehmer für viele Liftbetreiber eine existentiell wichtige Kundengruppe. Neben diesen Umsatzeinbußen, die der Tourismuswirtschaft zu schaffen machen, ist der langfristige negative Effekt viel schwerwiegender. Kinder, die das Skifahren nie gelernt haben, verbringen für gewöhnlich auch im späteren Lebensalter ihre Winterurlaube nicht bzw. nur sehr selten auf schneebedeckten Almen. Skifahren ist der Nationalsport Österreichs. Das Land Steiermark sollte daher wieder finanzielle Anreize schaffen, um Schülern die Teilnahme an Schulskikursen zu erleichtern.

Bezugnehmend auf einen Antrag der FPÖ Steiermark vom 25. November 2011 mit dem Titel „Wiedereinführung der Schulskikurs-Offensive“ (EZ 899/1) bestätigte auch der Landesschulrat für Steiermark die positiven pädagogischen Effekte von Wintersportwochen. Schüler betreiben dabei nicht nur Sport, sondern lernen auch, sich selbst zu organisieren, die eigenen Materialien zu warten und eignen sich eine Reihe von sozialen Kompetenzen an. Der Landesschulrat sieht in den Kosten sowie der notwendigen Teilnehmerzahl die Hauptgründe für die rückläufigen Skikurse: „Neben den Kosten der Schulskikurse wird als weiterer Hinderungsgrund der Umstand angeführt, dass die Schulveranstaltungsverordnung eine Mindestteilnehmerzahl von 70 % der Schülerinnen und Schüler einer Klasse vorschreibt. So kommt es immer wieder vor, dass ganze Klassen nicht auf Wintersportwoche fahren können, weil mehr als 30 % (das sind 8 von 25 Kindern) nicht teilnehmen wollen oder können."

Durch eine adäquate Förderung von Schulskikursen könnte dem Sterben kleinerer Skigebiete in der Steiermark effektiv entgegengewirkt werden. Die Beteiligung des Landes an den Kosten für Wintersportwochen würde einer großen Schüleranzahl die Teilnahme an ebendiesen ermöglichen, wodurch auch Gebiete abseits des Massentourismus wieder mehr Besucherzahlen verzeichnen könnten. Immer mehr steirische Skiorte können den Liftbetrieb aufgrund von massiven Gästerückgängen nicht aufrechterhalten und geraten in finanzielle Schwierigkeiten. Eine solche Offensive würde mit Sicherheit eine geeignete Maßnahme darstellen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Dadurch hätte eine Insolvenz von kleineren Gebieten, wie etwa dem Alpl, der Lammeralm oder der Stubalm, womöglich verhindert werden können.

Die positiven Auswirkungen auf kleine Skigebiete, die Stärkung der Wirtschaft sowie des Tourismus und insbesondere die Ermöglichung für Schüler, an Wintersportwochen teilzunehmen, um somit den österreichischen Nationalsport zu bewahren, sind Grund genug für die Einführung einer entsprechenden Schulskikurs-Aktion.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert,

  1. mit den jeweiligen Tourismusverbänden der steirischen Skiregionen Kontakt aufzunehmen, um ein Konzept zur Unterstützung von Schulskikursen und finanziellen Beteiligung an den Kosten dieser auszuarbeiten,

  2. die Ergebnisse dem Landtag Steiermark vorzulegen und

  3. basierend darauf für die Saison 2018/2019 eine Schulskikurs-Offensive im Interesse der Schüler österreichischer Bildungseinrichtungen zu initiieren.

 


Unterschrift(en):
LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)