LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 590/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 18.06.2020, 07:58:18


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Keine Einschränkungen des chirurgischen Leistungsspektrums am Spitalsstandort Deutschlandsberg

Im September 2016 informierten der damalige Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, Landesrätin Ursula Lackner sowie der KAGes-Vorstand mit Karl-Heinz Tscheliessnigg und Werner Fartek im Rahmen einer Bürgermeisterkonferenz in Voitsberg die Bürgermeister über die Zukunft des Voitsberger Standorts. Im Zuge dieser Veranstaltung wurde auch der künftige Verbund LKH Deutschlandsberg und Voitsberg thematisiert, der am 1. Jänner 2017 offiziell startete. Demnach sollte Deutschlandsberg den Schwerpunkt Chirurgie, Voitsberg die Interne Medizin und die Geriatrie erhalten. (Quelle: https://www.meinbezirk.at/voitsberg/c-politik/lkh-voitsberg-standort-und-notfallversorgung-sind-gesichert_a1875930)

Es stellt sich die Frage, inwiefern sich diese Pläne nun wieder geändert haben. So mehren sich Befürchtungen seitens der weststeirischen Bevölkerung, dass das chirurgische Leistungsspektrum am Standort Deutschlandsberg trotz aller Schwerpunkt-Bekundigungen in den kommenden Jahren Schritt für Schritt eingeschränkt werden soll. Zuletzt wurden diese Spekulationen durch einen Bericht der „Kleinen Zeitung“ vom 9. Juni dieses Jahres befeuert. In diesem wurde seitens der KAGes betont, dass es am LKH Deutschlandsberg keine Unfallchirurgie sondern lediglich eine Chirurgie gebe. „Am weststeirischen Standort sei es zudem bereits Usus, dass Patienten dort erstsondiert und wenn nötig nach Wagna in die traumatologische Abteilung gebracht werden. ‚Das ist nichts Neues. Es gehen also weder Arbeitsplätze verloren, noch wird die Versorgung medizinisch ausgedünnt. Ganz im Gegenteil, durch den neuen Fachbereich kommt es zu einer Verbesserung‘, betont Kages-Sprecher Reinhard Marczik. Dass die Orthopädie und die Unfallchirurgie zur Traumatologie im LKH Südsteiermark in Wagna zusammengelegt werden sollen, sei im Rahmen einer EU-Verordnung. Diese Neuordnung ist zudem laut Marczik in den ‚Regionalen Strukturplänen Gesundheit‘ (RSG) aus dem Jahr 2015 festgehalten. ‚Diese Zusammenlegung war immer so vorgesehen und wir arbeiten seit Jahren darauf hin‘, heißt es von der Kages.“ (Quelle: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/suedsuedwest/5824358/LKH-Deutschlandsberg_Aufregung-um-angebliche-Verkleinerung-der)

Tatsache ist, dass die weststeirischen Bürger auf die Bekundungen der schwarz-roten Landesregierung vertraut haben, wonach die Schließung der chirurgischen Abteilung in Voitsberg mit einer Stärkung der Chirugie am Standort Deutschlandsberg einhergeht. Wenn nun seitens der Landesregierung und der KAGes Pläne gewälzt werden, das lokale chirurgische Leistungsangebot durch eine Verlagerung hin zum LKH Südsteiermark, Standort Wagna weiter auszudünnen, so stellt dies zweifesohne einen Widerspruch dar. In diesem Zusammenhang darf zudem nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die Versorgungswege für die Patienten im Bezirk Deutschlandsberg weiter verlängern werden, zumal auch eine Einschränkung der Öffnungszeiten der chirurgischen Tagesambulanz in Voitsberg aktuell im Raum steht.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, Einschränkungen des chirurgischen Leistungsspektrums am Spitalsstandort Deutschlandsberg durch entsprechende Vorgaben insbesondere gegenüber der KAGes zu unterbinden.


Unterschrift(en):
LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ)