LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 724/1

Regierungsvorlage

eingebracht am 31.03.2016, 11:40:07


Geschäftszahl(en): ABT12-47308/2014-105; ABT06BS-00La1/2015-69; ABT11-V02-16/2016-330
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): LTAbg. Mag. Christian Buchmann (ÖVP), Landesrätin Mag. Doris Kampus, Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Beschluss Nr. 1153, betreffend Verbesserungen der Lehrlingsausbildung - Stellungnahme des Bundeskanzleramtes

Der Landtag Steiermark hat in der 56. Sitzung der XVI. Gesetzgebungsperiode vom 19. Mai 2015 den Beschluss Nr. 1153 gefasst, wonach unter Punkt 2 die Steiermärkische Landesregierung ersucht wird, im Sinn der Begründung an die Bundesregierung heranzutreten

a. das Konzept der polytechnischen Schulen im Sinn einer verbesserten Berufsorientierung und Berufsvorbereitung neu zu bewerten und

b. die betriebliche Lehrstellenförderung einer Evaluierung u.a. mittels einer Unternehmens- und LehrabsolventInnenbefragung zu unterziehen und darüber der Landesregierung bzw. dem Landtag zu berichten.

Mit der Federführung des gegenständlichen Beschlusses wurde die Abteilung 12 Wirtschaft, Tourismus, Sport unter Einbindung der Abteilung 6 Bildung und Gesellschaft sowie der Abteilung 11 Soziales, Arbeit und Integration, beauftragt.

Mit Regierungsbeschluss vom 29. Oktober 2015, GZ: ABT12-47308/2014-48, wurde der Briefentwurf an die Bundesregierung, zu Handen Herrn Bundeskanzler Werner Faymann, mit dem Ersuchen um Kenntnisnahme sowie um entsprechende Veranlassung, genehmigt.

Mit Schreiben vom 18. Februar 2016 wird seitens des Bundeskanzleramtes wie folgt Stellung genommen:

„Zu Ihrem Schreiben vom 9. November 2015, mit dem Sie einen Beschluss vom 19. Mai 2015 betreffend „Verbesserungen der Lehrlingsausbildung“ übermitteln, kann ich Ihnen auf Grundlage der bei den zuständigen Bundesministerien eingeholten Stellungnahmen folgende Antwort übermitteln:

 

a) Neubewertung der Polytechnischen Schulen

Zur Forderung, das Konzept der Polytechnischen Schulen (PTS) im Sinn einer verbesserten Berufsorientierung und Berufsvorbereitung neu zu bewerten, sei bemerkt, dass als Maßnahme betreffend das Ziel „Polytechnische Schule Plus“ des Regierungsprogramms derzeit in allen Bundesländern, an insgesamt 13 PTS-Standorten, der Schulversuch „PTS 2020“ läuft.

Ziel ist die Weiterentwicklung der Polytechnischen Schule, die Schaffung zusätzlicher Bildungs- und Ausbildungswege mit verstärkter Individualisierung, modularisiertem Unterricht, intensivierter Praxisorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Die Schwerpunkte und Elemente dieses Modells verfolgen die vom Landtag Steiermark angesprochenen Intentionen, den Schülerinnen und Schülern der Polytechnischen Schule eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Chancen zu ermöglichen und sie im Überleitungsprozess aus der Pflichtschulzeit in weiterführende Ausbildungswege, insbesondere in die duale Berufsbildung, zu begleiten.

Der Schulversuch läuft seit 2013/14, dauert bis zum Schuljahr 2016/17 und wird wissenschaftlich von der Pädagogischen Hochschule Salzburg begleitet. Evaluierungsergebnisse sind mit Ende 2017 zu erwarten. Entsprechende Erkenntnisse werden dann für die Weiterentwicklung bzw. für die Aufwertung der Polytechnischen Schule maßgebend sein.

Betreffend die ebenfalls im Beschluss angesprochene Thematik der gendersensiblen Berufsorientierung sei bemerkt, dass sich in Bezug auf die Polytechnischen Schulen gendersensible Aspekte bzw. Ansätze im Zusammenhang mit der Berufsorientierung beim Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ und beim Lehrplan im Pflichtgegenstand „Berufsorientierung und Lebenskunde“ finden.

 

b) Evaluierung der betrieblichen Lehrstellenförderung

Die im Jahr 2008 mit der Berufsausbildungsgesetz-Novelle BGBl. I Nr. 82/2008 eingeführte und stetig weiterentwickelte betriebliche Lehrstellenförderung dient der Stärkung der Ausbildungsmotivation der Unternehmen und stellt gleichzeitig eine Honorierung ihrer Ausbildungsbemühungen dar. Die mit den verschiedenen Förderarten induzierte weitere Qualitätssteigerung der betrieblichen Berufsausbildung soll außerdem dazu beitragen, dass möglichst viele Lehrlinge die Lehre erfolgreich abschließen.

Im Rahmen der betrieblichen Lehrstellenförderung werden neben der Basisförderung etwa die Teilnahme an Ausbildungsverbünden, die Weiterbildung von Lehrlingen und Ausbildern, ausgezeichnete Lehrabschlussprüfungen und betriebliche Maßnahmen zur Ausbildung von Mädchen in (vorrangig) technischen Berufen gefördert. Die Abwicklung und Vergabe der Förderungen erfolgt über die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.

Mit der Evaluierung sämtlicher Förderungsmaßnahmen gemäß § 19c BAG wurden das Österreichische Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft und das Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung beauftragt. Dieser laufende Forschungsauftrag umfasst u.a. auch eine Befragung von Unternehmen und Lehrabsolventinnen und Lehrabsolventen. Außerdem wurden auch Expertinnen und Experten aus Deutschland und der Schweiz in die Evaluierung eingebunden. Der Endbericht wird Anfang 2016 fertiggestellt und im Frühjahr 2016 im Rahmen einer Enquete präsentiert.“

 

Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 31. März 2016.

 

 

 

 

 

 

 

 


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung zum Beschluss Nr. 1153 des Landtages Steiermark vom 19.05.2015 betreffend Verbesserungen der Lehrlingsausbildung wird zur Kenntnis genommen.