LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 719/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 02.09.2020, 16:58:16


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ), LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ)
Fraktion(en): KPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Versorgung durch Hebammen verbessern

Während Schwangerschaft und Geburt sind Hebammen wichtige Ansprechpersonen für werdende Eltern. Auch in der ersten Zeit mit dem Neugeborenen kann die kompetente Beratung durch Hebammen unter anderem maßgeblich dazu beitragen, dass sich die Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind gut einpendelt. Hebammen erfüllen somit eine wichtige Funktion im Rahmen der Prävention und Gesundheitsförderung. 

Bei der Ausübung des Hebammenberufes sind laut Hebammengesetz neben der Geburtshilfe eigenverantwortlich insbesondere auch folgende Tätigkeiten durchzuführen:

  • Information über grundlegende Methoden der Familienplanung;
  • Feststellung, Beobachtung der Schwangerschaft,
  • Vorbereitung auf die Elternschaft, umfassende Vorbereitung auf die Geburt einschließlich Beratung in Fragen der Hygiene und Ernährung;
  • Pflege und Untersuchung des Neugeborenen und der Wöchnerin.

 Laut Gesetz muss jede Schwangere zur Geburt und zur Versorgung des Kindes eine Hebamme beiziehen. Eine Hebamme leitet in Deutschland und Österreich die regelrechte Geburt ab Wehenbeginn völlig selbständig und selbstverantwortlich ohne Arzt/Ärztin. 

Trotzdem gibt es z.B. in Graz momentan nur vier Hebammen mit Kassenvertrag. Der derzeitige Stundensatz im Kassenvertrag ist so niedrig, dass beinahe alle freiberuflichen Hebammen als Wahlhebammen tätig sind. Bei der Betreuung durch Wahlhebammen bekommen die Familien nur 80% des Kassentarifs zurückerstattet. Hebammenbetreuung ist deswegen für viele nicht leistbar. Auch  Geburtsvorbereitungskurse von Hebammenzentren sind keine Kassenleistung.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, mit der ÖGK Gespräche dahingehend zu führen, dass 

  • der Tarif für Hausbesuche im Wochenbett  deutlich angehoben wird,
  • Geburtsvorbereitungskurse als Kassenleistung anerkannt werden und
  • die Zahl der Kassenstellen für Hebammen deutlich erhöht wird.

Unterschrift(en):
LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ), LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ)