LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2180/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 22.04.2022, 09:00:57


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS), LTAbg. Robert Reif (NEOS)
Fraktion(en): NEOS
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Allergien wirksam vorbeugen und Therapien und Aufklärung verbessern

Mehr als 250.000 Steirerinnen und Steirer leidet an den Folgen einer Allergie und sind dadurch in ihrem täglichen Leben eingeschränkt (1). Für Betroffene hat dies eklatante Auswirkungen auf ihren Alltag. Neben Symptomen wie juckende Augen oder einer rinnenden Nase kommen gerade bei Pollen- und Gräserallergiker_innen auch Niedergeschlagenheit und Müdigkeit dazu. Dies führt häufig dazu, dass Allergiker_innen sowohl in ihrer Arbeit als auch ihrem Privatleben massiv beeinträchtigt sind. Während viele dieser Auswirkungen oftmals als "mild" abgetan werden, bergen selbst diese ein hohes gesundheitliches Risiko. So können sich Folgeerkrankungen wie Asthma oder Kreuzallergien entwickeln - es drohen bleibende gesundheitliche Schäden. Insbesondere Pollen-und Gräserallergiker_innen sind mit düsteren Aussichten konfrontiert. Denn der Klimawandel und die globale Erwärmung führen dazu, dass die Pollensaison früher beginnt und sich länger in den Herbst hinein erstreckt. So wird auch für das Jahr 2022 wieder mit einer außerordentlich langen Allergie-Saison gerechnet (2). 

Außerdem werden durch die veränderten klimatischen Bedingungen auch starke allergische Reaktionen auslösende Gräser wie das Bleifußblättrige Traubekraut (Ambrosia artemisiifolia; auch Ragweed genannt) immer weiter verbreitet. In der gesamten EU sind ca. 13,5 Millionen Menschen von Ragweedallergien betroffen, was neben den persönlichen Beschwerden auch volkswirtschaftliche Kosten in der Höhe von 7,4 Milliarden Euro jährlich verursacht. Durch gezielte Maßnahmen kann sowohl die Zahl der Betroffenen auf 2,3 Millionen Menschen massiv gesenkt werden, als auch die Kosten auf 1,1 Milliarden Euro und damit deutlich reduziert werden. (3). Dies war auch Anlass für den burgenländischen Landtag, ein Gesetz zur Eindämmung des Krauts zu erlassen und Allergiker_innen zu schützen (4).

Neben den langfristigen gesundheitlichen Herausforderungen sehen sich Betroffene aber auch mit kurzfristigen, lebensbedrohlichen Auswirkungen konfrontiert. Wird einE BienenallergikerIn beispielsweise von einer Biene gestochen, zählt oft jede Sekunde, bis die Spritze mit dem lebensrettenden Epinephrin ("EpiPen Auto-Injector") zum Einsatz kommen muss. Oftmals wird dieser EpiPen von den Betroffenen jedoch nicht mitgeführt oder sie sind nicht mehr in der Lage, den Aufbewahrungsort desselben den umliegenden Personen mitzuteilen. Mehrere Staaten in den USA haben aus diesem Grund bereits gesetzlich ermöglicht, EpiPen Auto-Injektoren an öffentlichen Orten zugänglich zu machen (5).

Allergiker_innen kann jedoch insgesamt auf mehreren Ebenen geholfen werden. So können Medikamente, aber auch Luftfilter gerade für Gräser- und Pollenallergiker_innen grundlegende Erleichterungen schaffen. Doch sollte bereits die Vermeidung von Allergien im Vordergrund stehen. In der Gesundheitsversorgung muss vor allem bei Kindern die Erkennung und Behandlung von Allergien verbessert werden. Von zentraler Bedeutung sind die Mutter-Kind Untersuchungen, bei denen Allergien schon früh erkannt werden können. Aus diesem Grund soll die Erkennung von Allergien gerade bei diesen Untersuchungen besser als bisher integriert werden. Personen, die bereits an Allergien leiden, sollen durch verstärkte Aufklärung und ausgebauten Therapiemöglichkeiten unterstützt werden. 

(1) Gesundheitsbericht 2020 für die Steiermark

(2) Bericht MeinBezirk vom 17.03.2022

(3) Biological weed control to reliefe millions from Ambrosia allergies in Europa; Nature; 21 April 2020

(4) Burgenländisches Ragweed-Bekämpfungsgesetz - Bgld. RBG vom 1. Juli 2021

(5) https://www.foodallergy.org/our-initiatives/advocacy/know-your-rights/public-access-epinephrine


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, einen Aktionsplan zu Allergien zu erarbeiten und dem Landtag noch vor Ablauf dieser Tagung zur Beschlussfassung vorzulegen, der insbesondere folgende Punkte enthält:

  1. ein Maßnahmenpaket zur Vorbeugung von Allergien und der Wachstumseindämmung stark allergener Kräuter am Beispiel des Burgenländischen Ragweed-Bekämpfungsgesetztes
  2. Verbesserung des Therapieangebots von Allergien in der Steiermark
  3. Aufklärungskampagne zum Thema Allergien für die steirische Bevölkerung
  4. ähnlich dem dichten Netz an Defibrillatoren, auch Epinephrin Pens ("EpiPen Auto-Injector") in jedem öffentlichen Gebäude gut sichtbar zugänglich zu machen

Unterschrift(en):
LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS), LTAbg. Robert Reif (NEOS)