LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1081/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 21.01.2021, 11:04:04


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Europa
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Radsport unterstützen – Radrennbahn in der Steiermark forcieren

In den letzten Wochen wurde bekannt, dass Österreich seine einzige Radrennbahn verlieren wird. Aufgrund einer Analyse der Wiener MA 51 wurde entschieden, das Dusika-Stadion durch eine neue, moderne Sportanlage zu ersetzen. Der Haken an der Sache: Die Neuerrichtung wird keine Radrennbahn mehr enthalten.

Das Ferry-Dusika-Stadion  war nicht nur die Trainingsstätte für viele Spitzensportler*innen, sondern bot auch Amateur- und Hobbyathlet*innen eine sportliche Heimat. Natürlich ist es begrüßenswert, dass die neue Arena neben Ballsportflächen auch Platz etwa für Leichtathletik oder Geräteturnen bieten und flexibel für Publikumsveranstaltungen anpassbar sein wird.

Der große Pferdefuß besteht darin, dass nun unseren heimischen Radsportler*innen, und zwar auch den Profis, die einzige Indoor-Trainingsmöglichkeit genauso wie die einzige überdachte Wettkampfanlage mit einem Schlag abhanden kommt. Das schwächt den Standort Österreich, denn zum einen müssen unsere Profi-Athlet*innen, um überhaupt trainieren zu können, ins Ausland abrücken und zum anderen geht der Nachwuchs verloren.

Es ist also keine Frage des Wollens, schnellstmöglich einen neuen Trainingsstandort zu finden, sondern eine Frage der Notwendigkeit. Gerade die Steiermark wäre aufgrund ihrer Lage innerhalb Österreichs prädestiniert. Konkret die Variante Schwarzl-Halle wurde auch schon als Möglichkeit in den Medien genannt. Tatsächlich wäre die vorhandene Halle relativ einfach und kosteneffizient zu adaptieren und der Standort ist veranstaltungserprobt. An Sportler*innen, die von einer Radrennbahn in der Steiermark profitieren würden, fehlt es der Steiermark jedenfalls nicht. Denn nicht nur Weltrekordhalter Christoph Strasser (941,873 km in 24h) ist in Graz beheimatet, auch beim Nachwuchs gibt es aktuell ein zunehmendes Interesse und großes Potential. Bahnradfahren war für viele Radsportler*innen auch eine entscheidende Station auf dem Weg zum Profi.  Darüber hinaus stellt (Indoor-)Radfahren ein perfektes Konditionstraining für alle Athlet*innen dar – egal, ob im Profi- oder im Hobbybereich. Mit einem innovativen und effektiven Betreiber*innenkonzept könnte das Radsport-Angebot auf verträgliche und auch kostengünstige Weise für Jahrzehnte nachhaltig ausgebaut werden.

Gerade jetzt, wo die Stadt Graz – und somit eine potentiell öffentliche Betreiberin – die Fühler nach dem Schwarzl-Areal ausstreckt, wäre eine Kooperation geradezu prädestiniert. Und auch Sportminister Werner Kogler steht in konkreten Gesprächen mit dem Österreichischen Radsport-Verband (ÖRV), um neue Sportstätten für den heimischen Radsport zu finden.

Die Zeit ist also – im wahrsten Sinne des Wortes – günstig, sich als Land Steiermark im Radsport aktiv zu positionieren. Gerade durch eine Co-Finanzierung wäre eine rasche und qualitativ angemessene, moderne Umsetzung einer Radsportanlage absolut möglich. Die Adaptierung würde einen wichtigen Beitrag zur sportlichen Wertschöpfung in der Steiermark leisten und wäre kein kostenintensiver Faktor. Gerade in Zeiten von Corona zeigte sich das steigende Interesse an – insbesondere auch aktiv ausgeübtem – Radsport in unseren Landen. Dieser Trend muss im Sinn des öffentlichen Interesses gefördert werden.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. verschiedene Varianten der Anpassung der bestehenden Schwarzl-Halle für den Radrennsport zu prüfen,
  2. gegebenenfalls weitere Möglichkeiten an anderen Standorten in die Prüfung miteinzubeziehen,
  3. ein innovatives, effektives Betriebskonzept auszuarbeiten, um die Öffnung sowohl für den Profi- als auch für den Hobby-Sport zu ermöglichen,
  4. dazu ergänzend auch mit dem Österreichischen Radsport-Verband (ÖRV) umgehend in Kontakt zu treten, um die bestehenden Möglichkeiten zu erörtern,
  5. baldestmöglich in Kooperation mit der Stadt Graz und dem Sportministerium hinsichtlich der Umsetzung einer Radrennbahn in der Steiermark insbesondere auch in Hinblick auf ein Co-Finanzierungsmodell zu treten,
  6. die Kosten verschiedener Varianten zu ermitteln und auch mit der Nutzungsdauer der Radrennbahn in Verhältnis zu setzen,
  7. dem Landtag darüber zu berichten.

Unterschrift(en):
LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)