LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 636/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 26.02.2016, 09:00:43


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Soziales
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Doris Kampus

Betreff:
Bedarfsprüfung steirischer Frauenhäuser

Derzeit gibt es quer verteilt über alle Bundesländer insgesamt 30 Frauenhäuser. Diese tragen dazu bei, dass Frauen, insbesondere aus schwächeren sozialen Schichten, ihre oftmals schwierige Lebenssituation bewältigen können. Die Einrichtungen bieten Frauen, die Gewalt durch ihren Lebensgefährten erleben und ihren Kindern eine sichere Wohnmöglichkeit, Schutz und Unterstützung sowie kostenlose und anonyme Beratung rund um die Uhr.

In der Steiermark befinden sich zwei Frauenhäuser in Graz und Kapfenberg. Jenes in Graz bietet Platz für 45 Personen, in Kapfenberg stehen 27 Unterkunftsplätze für Frauen und deren Kinder zur Verfügung. Beide Häuser werden vom gemeinnützigen Trägerverein „Frauenhäuser Steiermark“ betrieben. Die Frauenhäuser werden in Österreich überwiegend aus öffentlichen Mitteln der jeweiligen Bundesländer finanziert.

Die Einrichtungen sind so organisiert, dass Frauen und Kinder, die dort Zuflucht finden, möglichst eigenständig ihren Alltag bewältigen können. Die Bewohnerinnen erhalten psychologische und psychosoziale Betreuung und Beratung sowie Unterstützung in der Bearbeitung der Gewalterlebnisse bzw. Traumabewältigung. Zudem werden Frauen auch nach dem Frauenhausaufenthalt in vielen weiteren Bereichen, wie etwa Existenzabsicherung und Wohnungssuche unterstützt. Häusliche Gewalt hinterlässt nicht nur bei Müttern, sondern auch bei Kindern tiefe Spuren. Aus diesem Grund werden auch Kinder und Jugendliche hinsichtlich der erlebten Gewalt betreut. Zudem gibt es etliche Angebote, um die Mutter-Kind-Beziehung aufrechtzuerhalten bzw. wieder aufzubauen.

Der Beitrag der Frauenhäuser als Opferschutzeinrichtungen ist daher zweifelsohne von elementarer Bedeutung für unsere Gesellschaft. Allerdings wird die Arbeit und qualitative Ausgestaltung des Angebots sowie der tatsächliche Nutzen dieser Häuser nicht angemessen dargestellt. Der ausreichende Schutz von Familien durch die Schutzeinrichtungen wird oft in Frage gestellt. Auf Kritik stoßen Frauenhäuser im Hinblick auf die fehlende Kontrolle der Arbeitsweise sowie die nicht ausreichende Prüfung, ob eine Beherbergung notwendig ist und ob zum Wohle der Kinder gehandelt wird. Da es keine ausführliche Berichterstattung über die Tätigkeiten der „Frauenhäuser Steiermark“ gibt, kommen zunehmend Fragen auf, ob sich die Schwerpunktsetzungen dieser Einrichtungen bewähren und ob diese professionell arbeiten.

Um die Situation des Vereins „Frauenhäuser Steiermark“ und den beiden Standorten Graz und Kapfenberg festzustellen und den Nutzen der Einrichtungen bestmöglich zu evaluieren, ist eine Bedarfsprüfung der Frauenhäuser dringend erforderlich.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, eine Bedarfsprüfung der steirischen Frauenhäuser für das Jahr 2015, insbesondere im Hinblick auf folgende Aspekte durchzuführen

  • Aktuelle Zahl der beherbergten Frauen und Kinder sowie durchschnittliche Auslastung

  • Aufschlüsselung nach Altersgruppen und Nationalität der untergebrachten Personen

  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer

  • Zahl der behandelten Fälle durch persönliche, telefonische oder E-Mail-Beratung

  • Konkretes Leistungsangebot und tatsächlicher Nutzen der angebotenen Leistungen für Frauen und Kinder

  • Bedarf bzw. Nachfrage nach Plätzen in den steirischen Frauenhäusern

  • Bedarf bzw. Nachfrage nach Beratungsleistung (persönlich, telefonisch, per E-Mail)

  • Situation nach dem Frauenhausaufenthalt u.a. im Hinblick auf psychische und physische Gesundheit, Unterkunft, Familiensituation, Wohlbefinden der Kinder, Rückkehr zum Gewalttäter

  • Finanzierung und Förderung von Frauenhäusern (Gemeinde-, Landes- und Bundesmittel, Spenden etc.)

und dem Landtag darüber Bericht zu erstatten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)