LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 225/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.01.2020, 15:04:01


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Die Gehälter im elementarpädagogischen Bereich müssen deutlich erhöht werden

Die Arbeit mit Kindern im elementarpädagogischen Bereich ist eine sehr verantwortungsvolle und herausforderndeTätigkeit, trotzdem wird sie sehr schlecht bezahlt, und es gibt nicht einmal ein einheitliches Lohnschema. Die psychischen und physischen Belastungen z.B. durch Lärm, Infektionen und die oft gebückte Haltung sind hoch, und Burnout-Anzeichen sind bei mehr als der Hälfte von 1.000 Befragten gegeben, wie es eine steirische AK-Studie aus dem Jahr 2016 belegt.

Dass ElementarpädagogInnen und KinderbetreuerInnen die untersten Gehaltsstufen im Bildungssystem einnehmen, ist nicht gerecht. Das Argument, man könne mangels finanzieller Mittel die Gehälter nicht deutlich anheben, beinhaltet ein Bekenntnis zur Fortschreibung der Ungerechtigkeit in die Zukunft und spiegelt die fehlende Wertschätzung gegenüber der Berufsgruppe wider. 

Die monatlichen Einstiegsgehälter für 40 Stunden betragen für KinderbetreuerInnen um 1.600 € brutto, für KindergartenpädagogInnen um 2.250 € brutto. Sehr oft werden Stellen aber nur in Teilzeit mit entsprechend niedrigeren Gehältern ausgeschrieben, Vollzeitstellen gibt es viel zu wenige. Daher sind die Gehälter in der Regel zu niedrig, um davon selbstständig leben zu können, sodass viele PädagogInnen und BetreuerInnen auf einen Partner/eine Partnerin oder Eltern angewiesen sind. Laut der genannten Studie der AK Steiermark beträgt der durchschnittliche Monatslohn aufgrund der hohen Teilzeitbeschäftigungen 800 € netto.

Die gesellschaftliche Anerkennung des Berufes der KinderbetreuerIn und der ElementarpädagogIn muss deutlich steigen. Eine bessere Bezahlung und mehr Vollzeitstellen sind dringend erforderlich. Dafür haben nicht nur die Betreiber bzw. Dienstgeber, sondern auch der Landtag Steiermark als Gesetzgeber und die Steiermärkische Landesregierung als Fördergeberin eine Verantwortung. Dass diese Verantwortung nicht ausreichend wahrgenommen wird, zeigt sich daran, dass es zunehmend schwieriger wird, aufgrund der fehlenden Wertschätzung und der schlechten Gehaltssituation ausreichend Personal für Kinderbildungs- und -betreuungsorganisationen zu finden.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, zeitnah dafür Sorge zu tragen, dass die Gehälter im elementarpädagogischen Bereich deutlich erhöht werden und ein steiermarkweit einheitliches Gehaltsschema geschaffen wird.


Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)