LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 968/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 10.06.2016, 09:37:06


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Erste-Hilfe-Auffrischungskurse

Wie eine von der „Kleinen Zeitung“ am 19. Mai 2016 veröffentlichte österreichweite Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Marketagent.com“ offenbarte, bestehen bei einem großen Teil der Bevölkerung hohe Defizite bei der Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen. So schätzen lediglich 35 Prozent der Befragten ihre Befähigung in diesem Bereich als sehr gut bzw. gut ein. 40 Prozent beurteilten ihr Erste-Hilfe-Wissen hingegen als mittelmäßig, ein Viertel gestand ein, eher geringe bzw. keine Kenntnisse zu haben. Laut Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl verwundert das Umfrageergebnis wenig, liegt doch bei den meisten Menschen der letzte Erste-Hilfe-Kurs mindestens zehn Jahre zurück. Kaum überraschend ist dabei, dass jene, die innerhalb der letzten fünf Jahre einen Kurs absolviert haben, ihre Kenntnisse deutlich besser einschätzen.

Lediglich 25 Prozent der Befragten sehen sich auf jeden Fall in der Lage, in einer Notsituation Erste Hilfe zu leisten. Demgegenüber stehen die Angaben von 27 Prozent der Umfrageteilnehmer, die einen Menschen in einer Unfall- oder Notsituation (eher) nicht erstversorgen könnten. Die knappe Hälfte traut sich dies zumindest „eher“ zu. 65 Prozent fürchten zudem, bei einem Notfall etwas falsch zu machen. Die Frage, ob man an einem mehrstündigen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs in der Umgebung des Wohnortes teilnehmen würde, bejahte mit 88 Prozent ein Großteil der Befragten.

Bereits im Oktober des letzten Jahres zitierte der „Standard“ die Mahnungen des Innsbrucker Anästhesisten Michael Baubin, wonach in Österreich ein gewaltiger Aufholbedarf hinsichtlich des richtigen Verhaltens von Laien bei Herz-Kreislauf-Stillständen bestehe. So würden in Österreich nur 15 Prozent aller Patienten von Ersthelfern eigenständig Herzdruckmassagen erhalten. In Ländern wie Schweden und Dänemark seien es hingegen 60 Prozent. Durch eine häufigere Laien-Reanimation könnten laut Baubin bis zu 1.000 Menschen jährlich gerettet werden.

Die steirische Politik muss ein hohes Interesse daran haben, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung im Bereich der Erstversorgung über die nötigen Kenntnisse verfügt. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Steiermark aufgrund der geplanten Einschränkungen im Gesundheitsbereich zunehmend von der Unterstützung der Bürger abhängig sein wird. Gleiches gilt im Gebiet der Pflege, wo mehr als 80 Prozent der Pflegebedürftigen von Angehörigen – und damit zumeist medizinischen Laien – betreut werden. Das Land Steiermark wäre folglich gut beraten, das Angebot von Erste-Hilfe-Auffrischungskursen zu fördern und damit die steirische Gesundheitsversorgung zu verbessern.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die Teilnahme an Erste-Hilfe-Auffrischungskursen derart zu fördern, dass solche von allen Steirern kostengünstig und flächendeckend in Anspruch genommen werden können.


Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)