LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 9

EZ/OZ 625/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Wirtschaft

Betreff:
Wiederaufstellung des Tegetthoff-Denkmals in Graz und Überprüfung der Denkmalpolitik der Landeshauptstadt

 

zu:
EZ 625/1, Wiederaufstellung des Tegetthoff-Denkmals in Graz und Überprüfung der Denkmalpolitik der Landeshauptstadt (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Wirtschaft" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 21.06.2016 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Wirtschaft vom 08.03.2016 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht eine Stellungnahme zum Selbstständigen Antrag, Einl.Zahl 625/1, abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

„Die Entstehung des Denkmals  Wilhelm von Tegetthoff, geboren 1827 in Marburg, ist auf Veranlassung und Entschluss von Kaiser Franz Joseph I. für seinen Admiral - nach dessen Tod 1872  -auf Basis seines damaligen Wirkens im Geiste der Monarchie und als Teil der Geschichte der k.u.k. Kriegsmarine, in Auftrag gegeben worden.

Die Aufstellung des aus Kanonenmetall gegossenen Monuments fand am 20. Juli 1877 in Pula statt. Nach Ende des ersten Weltkrieges und  Demontage des Tegetthoff-Denkmals sowie Verbringung bzw. Deponierung desselben im Marinearsenal von Venedig, erfolgte die Überstellung – nach Beschluss der damaligen italienischen Regierung zur kostenlosen Überlassung –  nach Graz.

Das vom Wiener Bildhauer Carl Kundmann  entworfene Denkmal  wurde am 1. Dezember 1935 in Graz, am dafür umbenannten Tegetthoff-Platz (Beschluss vom 15.11.1935), vormals Elisabeth-Platz, aufgestellt.

Das Persönlichkeitsdenkmal mit Standort  am Tegetthoffplatz  in Graz/KG 63102 St. Leonhard, steht – als eines der unbeweglichen Denkmale der Stadt Graz – gemäß § 2a Denkmalschutzgesetz (Verordnung des Bundesdenkmalamtes betreffend die Stadt Graz) unter Denkmalschutz. Der Eigentümer des Denkmals ist die Stadt Graz (Kulturamt).

Der durch „Gefahr im Verzug“ veranlasste Abbau des Tegetthoff-Denkmals erfolgte 2013. Die geplante Restaurierung  wurde mit Bescheid § 5 Denkmalschutzgesetz (DMSG) vom 11.12.2015  genehmigt (ZI BDA 52812.obj/0004-Stmk/2015). Die für das Denkmal zuständige Stelle des Kulturamtes der Stadt Graz  trägt die Verantwortung für alle im Zusammenhang mit dem Denkmal erforderlichen Aufgaben,  Arbeiten und Auftragsvergaben.

Alle denkmalpflegerischen Tätigkeiten (Instandhaltung, Restaurierung etc.) haben in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt zu erfolgen. Dabei steht als maßgebende Richtschnur der denkmalpflegerische Grundsatz zur Bewahrung und Erschließung der historischen und ästhetischen Wertes eines Denkmals über allem. Dies bedeutet, dass ein Denkmal als Monument und Dokument in einem zu gelten hat. Die Denkmalwerte liegen in der historischen Zeugnishaftigkeit der überlieferten Substanz auf der einen Seite und in der schlüssigen ästhetischen Nachvollziehbarkeit der Erscheinung auf der anderen Seite. Im österreichischen Denkmalschutzgesetz ist dieser Maßstab durch die Schutzziele 1. der Bewahrung der Substanz, 2. der überlieferten Erscheinung und 3. der künstlerischen Wirkung sehr klar umrissen.

Seitens der Kulturabteilung der Stadt Graz wird festgehalten, dass auf Basis der Budgetbeschlüsse des Grazer Gemeinderates in den Jahren 2015 und 2016  sowie konkreter Organbeschlüsse zum Sanierungsprojekt des Standbildes Admiral Wilhelm von Tegetthoff in den Stadtsenatssitzungen vom 6.11.2015 sowie vom 4.3.2016 die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten voll im Gange sind. Der Abbau des Standbildes war wegen Gefahr im Verzug anlässlich einer Routineuntersuchung, veranlasst vom Kulturamt der Stadt Graz, notwendig geworden.

Die mit der Gesamtausführung von den Anboteinholungen über Detailplanung bis hin zur örtlichen Bauaufsicht, in engster Abstimmung zwischen Kulturamt und Bundesdenkmalamt, beauftragte Firma Zechner Denkmal Consulting GmbH definierte in einer gutachterlichen Stellungnahme am 29.02.2016, anlässlich der Behandlung eines dringlichen Antrages im Grazer Gemeinderat, „die Fertigstellung der Instandsetzungsmaßnahmen bis Ende August 2016“. Dies deshalb, da die restauratorische Behandlung der „an den Bronzeteilen vielfach vorhandenen Schadensphänomenen“ eine hochqualifizierte Bearbeitung gemäß den denkmalamtlichen Vorgaben bedinge und „erhebliche Zeitressourcen“ benötige.

Das Kulturamt wird gemeinsam mit den ausführenden Gewerken dieses besondere Sanierungsprojekt am Tag des Denkmals, am 25.09.2016, vorstellen.“

 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Wirtschaft zum Antrag, EZ 625/1, „Wiederaufstellung des Tegetthoff-Denkmals in Graz und Überprüfung der Denkmalpolitik der Landeshauptstadt“, der Abgeordneten der FPÖ wird zur Kenntnis genommen.

 

Die Obfrau:
Zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom