LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2388/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 13.04.2018, 09:57:00


Landtagsabgeordnete(r): Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Programm „Kunst in den Regionen“

Das Jahr 2018 ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr. Handelt es sich aus historischer Sicht gleich aus mehreren Gründen um ein Gedenkjahr, ist es aus kultureller Sicht seitens der Europäischen Union zum „Europäischen Jahr des Kulturerbes“ ausgerufen worden. Trotz aller Unterschiedlichkeit der Länder und der europäischen Regionen sind sie miteinander verbunden, etwa durch eine gemeinsame Geschichte, geteilte Werte und letztlich auch durch ein kulturelles Vermächtnis.

Natürlich handelt es sich beim kulturellen Erbe nicht nur um Bauten oder Denkmäler, denn ebenfalls geht es um menschliche Ausdrucksformen, um tradierte Sitten und Gebräuche und nicht zuletzt um Sammlungsbestände von Museen und ähnlichen Einrichtungen. Damit geht eine Vielzahl an Herausforderungen einher wie etwa Finanzierungsfragen, der Handel von Kulturgütern und ganz allgemein die Digitalisierung, die es zu beachten gilt, will man das Kulturerbe als riesigen Wirtschaftsfaktor, vor allem in touristischer Hinsicht, erhalten. Neben der Arbeit von Fachexperten in ihren jeweiligen Bereichen darf jedoch der vermutlich wichtigste Aspekt nicht außer Acht gelassen werden: Der Zugang zum Kunst- und Kulturerbe und die Verfügbarkeit von ebenjenem für breite Schichten der Bevölkerung.

Das Vorhaben und der Grundgedanke des „Europäischen Jahr des Kulturerbes“ lassen sich ohne jede Adaption auch auf Österreich und seine Bundesländer übertragen. Aufgrund der vielschichtigen Entwicklung der Habsburgermonarchie und seiner Herzogtümer sind regionale Unterschiede, aber auch sehr viele Gemeinsamkeiten festzustellen. Dennoch ist es oftmals der Fall, dass sich ein Großteil der Zeugnisse der Geschichte eines Bundeslandes in den Bundeseinrichtungen in Wien befindet.

Dieses Problem hat auch die türkis-blaue Bundesregierung erkannt und deshalb das „Programm ‚Kunst in den Regionen‘“ in das Regierungsprogramm (Quelle: https://www.fpoe.at/fileadmin/user_upload/www.fpoe.at/dokumente/2017/Zusammen_Fuer_Oesterreich_Regierungsprogramm.pdf, Seite 95) aufgenommen. „Die Sammlungsbestände der Bundeseinrichtungen sollen im Zuge von Kooperationen verstärkt in den Bundesländern ausgestellt und präsentiert werden können. Davon soll ein weiterer Impuls zur Stärkung des ländlichen Raums ausgehen.“

Gerade die Steiermark und Graz als ehemalige Habsburger-Residenz würden davon überproportional profitieren. Deshalb sollte baldigst ein Kooperationsvertrag mit dem Bund zur Minimierung von Leihgebühren einhergehend mit der Abklärung aller rechtlichen und wissenschaftlichen Aspekte abgeschlossen werden, wobei gleichzeitig eine Koordinierungsstelle zur terminlichen Planung eingerichtet werden müsste. Das Vorhaben der Bundesregierung kann darüber hinaus problemlos auf die Steiermark übertragen werden, da die Stadt Graz gegenüber den Regionen budgetär massiv bevorzugt wird. So sank der regionale Anteil von Kulturprojekten im Verhältnis zu Projekten in Graz auf 22,69 Prozent im Jahr 2017. Insofern wären auch den steirischen Regionen Exponate der Landeshauptstadt zur Verfügung zu stellen, um den von der Bundesregierung beabsichtigten Effekt, die Stärkung des ländlichen Raums, zu maximieren.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. sich der Bundesregierung als Partner zur Erarbeitung eines Konzepts für das Programm „Kunst in den Regionen“ anzubieten und alle dafür notwendigen Vorarbeiten zu leisten, um in weiterer Folge einen Kooperationsvertrag abzuschließen,

  2. eine Evaluierung der in der Steiermark bestehenden regionalen Kooperationen sämtlicher relevanten Museen durchzuführen,

  3. daraus ableitend ein Konzept zu erstellen, wonach Sammlungsbestände des Landes zur Stärkung des ländlichen Raumes schwerpunktmäßig den jeweiligen Regionen zur Verfügung gestellt werden können

  4. sowie dem Landtag darüber zu berichten.


Unterschrift(en):
Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)