LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3024/1

Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 11.01.2019, 11:38:37


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler
Frist: 11.03.2019

Betreff:
Kinderbetreuung in KAGes-Einrichtungen

Mit mehr als 17.500 Mitarbeitern gilt die KAGes als größter Arbeitgeber in der Steiermark. Der Krankenanstaltenbetreiber beschreibt sich auf seiner Homepage selbst als „besonders Frauen- und Familienfreundliches [sic!] Unternehmen“, das „bereits mehrfach, auch bundesweite, Auszeichnungen“ bekommen habe. Darüber hinaus gebe es „seitens des Unternehmens […] stetige Bemühungen entsprechende Arbeitsbedingungen zu schaffen, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. (Quelle: http://www.kages.at/cms/beitrag/10000218/2254)

Das Bekenntnis der KAGes ist zweifelsohne äußerst positiv zu beurteilen. Schließlich hat das Unternehmen aufgrund seiner Größe eine besondere Verantwortung. Umfassende Unterstützungsmaßnahmen für die Mitarbeiter, die der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie dienen, sind daher von enormer Wichtigkeit. Offensichtlich kommt es in der Steiermark jedoch maßgeblich darauf an, an welchem Spitalstandort man tätig ist. So berichtete die Zeitung „Meine Woche“ bereits im Juni 2017, dass die Kinderbetreuung für KAGes-Mitarbeiter nach wie vor ein Schwachpunkt sei. (Quelle: https://www.meinbezirk.at/steiermark/c-lokales/spital-ein-steirisches-vorzeigemodell-fuer-die-kinderbetreuung_a2159299#gallery=null)

Laut dem Bericht gab es nur an sieben der damals 20 LKH-Standorte entsprechende Angebote, in erster Linie in Form von Kindergärten und –krippen, wobei die Öffnungszeiten nicht immer perfekt mit den Spitalsarbeitszeiten zusammenpassen würden. Als positives Beispiel wird ein Pilotprojekt des Krankenhauses in Wagna beschrieben. Dort gebe es seit Februar 2017 keinen Kindergarten, sondern eine Betriebstagesmutter, die ab 6 Uhr früh Kinder von Krankenhausbediensteten ab 0 Jahren betreut. Die erste Bilanz sei durchwegs positiv ausgefallen. Laut dem Mitinitiator des Projekts Karlheinz Kornhäusl sei die Betreuung nahe des Arbeitsplatzes und die zeitliche Flexibilität für junge Mütter und Väter, die im Spital arbeiten, eine große Entlastung.

Kornhäusl sprach sich folglich für eine Ausrollung eines solchen Modells in der ganzen Steiermark und möglichst überall in Österreich aus. Schließlich nehme ein Krankenhaus mit einer guten Kinderbetreuung den Mitarbeitern viele Sorgen und werde als besserer Arbeitgeber wahrgenommen. Dies habe gerade in Zeiten des Ärzte- und Pflegekräftemangels einen hohen Wert. Seitens der KAGes-Führung wurde offensichtlich Unterstützung signalisiert. So stehen die Vorstände Karlheinz Tscheliessnigg und Ernst Fartek laut Berichterstattung hinter der Initiative im LKH Wagna.

Im Rahmen der gegenständlichen Anfrage soll geklärt werden, wie es um das Thema Kinderbetreuung bzw. anderweitige Unterstützungsangebote für KAGes-Mitarbeiter an den jeweiligen Standorten tatsächlich bestellt ist.


Es wird daher folgende

Schriftliche Anfrage

gestellt:

  1. Welche Unterstützungsangebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt die KAGes ihren Mitarbeitern zur Verfügung (bspw. Betriebskindergärten, Kinderkrippen, Betriebstagesmütter, Nachmittagsbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle nach Karenzzeit etc.)?

  2. Welche dieser Angebote werden an den jeweiligen Standorten der einzelnen KAGes-Einrichtungen zur Verfügung gestellt?

  3. Welche Öffnungszeiten weisen die an den jeweiligen Standorten angebotenen Kinderbetreuungseinrichtungen auf (Aufgliederung nach den einzelnen Standorten und den Arten der betrieblichen Kinderbetreuung)?

  4. Besteht an bestimmten Standorten auch die Möglichkeit einer Kinderbetreuung während des Nachtdienstes?

  5. Falls ja, wie stellen sich diese Angebote an den jeweiligen Standorten im Konkreten dar?

  6. Falls nein, gab es an den jeweiligen Standorten bereits Erhebungen, ob eine derartige Betreuung während des Nachtdienstes erwünscht wäre bzw. wie groß die Nachfrage nach einer derartigen Kinderbetreuung während des Nachtdienstes (bspw. wenn Mitarbeiter mit Kinderbetreuungspflichten kurzfristig für erkrankte Mitarbeiter in der Nacht einspringen müssen) wäre?

  7. Übersteigt die Nachfrage seitens der Belegschaft nach den von der KAGes zur Verfügung gestellten Kinderbetreuungsangeboten das tatsächliche Angebot?

  8. Falls ja, an welchen Standorten ist dies aktuell der Fall bzw. war dies im Zeitraum 2015, 2016, 2017 und 2018 der Fall?

  9. In welchem Ausmaß überstieg die Nachfrage an den jeweiligen Standorten in diesem Zeitraum das Angebot?

  10. Wie wurde in diesen Fällen an den jeweiligen Standorten weiterverfahren (bspw. durch Setzung auf Wartelisten, Hilfe bei der Findung einer alternativen Kinderbetreuungsform etc.)?

  11. Gibt es Erhebungen, inwiefern die Mitarbeiter mit den Kinderbetreuungsangeboten der KAGes bzw. deren Öffnungszeiten zufrieden sind?

  12. Falls ja, zu welchen Ergebnis führten diese Erhebungen an den jeweiligen Standorten?

  13. Was sind die häufigsten Verbesserungsvorschläge bzw. Wünsche seitens der Mitarbeiter an den jeweiligen Standorten?

  14. Wie regelmäßig werden derartige Erhebungen durchgeführt?

  15. Besteht das in der Anfragebegründung thematisierte Pilotprojekt des LKH Wagna (Betriebstagesmutter, die ab 6 Uhr früh Kinder von Krankenhausbediensteten ab 0 Jahren betreut) nach wie vor?

  16. Falls nein, warum wurde das Projekt eingestellt?

  17. Wurde das Pilotprojekt bereits auf andere KAGes-Einrichtungen ausgerollt?

  18. Falls ja, wie stellte sich diese Ausrollung konkret dar und welches weitere Vorgehen ist derzeit geplant?

  19. Welche sonstigen Maßnahmen zur Unterstützung der KAGes-Mitarbeiter in Fragen der Kinderbetreuung sind an den jeweiligen Standorten derzeit geplant?

  20. Wie wirken sich in diesem Zusammenhang die Planung der Landesregierung hinsichtlich der Neuordnung der steirischen Spitalslandschaft aus (werden bspw. an den Standorten Rottenmann oder Schladming keine aktuellen bzw. neuen Kinderbetreuungsangebote mehr unterstützt bzw. weiterentwickelt)?


Unterschrift(en):
LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)